Stadt Bayreuth

24.05.2017

10. Tag der Logistik – eine Nachlese

Am  27. April 2017 hatten die IHK Oberfranken Bayreuth und die Stadt Bayreuth in Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern zum 10. Tag der Logistik  mit dem Motto „Logistik meets Industrie 4.0 – vom Kasernenstandort zum innovativen Logistikpark“ eingeladen. Rund 40 interessierte Unternehmer und Fachleute aus der Region sind der Einladung in die ehemalige Panzerhalle auf dem Firmengelände der WEDLICH.Servicegruppe GmbH & Co. KG im Logistikpark gefolgt.

Die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Wolfram Brehm gingen in ihren Grußworten entsprechend des 10-jährigen Jubiläums der Veranstaltungsreihe „Tag der Logistik“ auf die bisher durchgeführten Veranstaltungen ein. Das Engagement der Stadt Bayreuth bei dieser bundesweiten Initiative ist eng mit der Entwicklung des Logistikparks auf dem Gelände der ehemaligen Markgrafenkaserne verbunden. So war der Standort nahe der Autobahnausfahrt Bayreuth Nord  auch schon 2011 und 2015 Veranstaltungsort.

Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe
Prof. Dr. Walter Brehm

Heute stehen nur noch wenige Relikte der Kaserne, unter anderem der diesjährige Veranstaltungsraum mit seinem besonderen Flair, die ehemalige Panzerhaubitzenhalle, die inzwischen unter „Panzerhalle“ als Eventlocation in der Region einen Namen hat. 2011 hingegen standen fast noch alle Kasernengebäude und es bedurfte viel Phantasie sich den geplanten Logistikpark vorzustellen. Die logistische Nutzung erahnen konnte man 2015 als die OHG TransGourmet GmbH & Co, deren Logistikzentrum als erstes bereits 2012 realisiert wurde, der Gastgeber war. Inzwischen stehen weitere Gebäudekomplexe bzw. befinden sich im Bau, die ihre Branche nicht verleugnen können.
Dies sah sowohl der stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Brehm als auch Oberbürgermeisterin Merk-Erbe als klares Zeichen, dass die Entscheidung nach dem Rückzug des Militärs auf die Logistikbranche zu setzen, die richtige war.
Bevor die abschließende Talkrunde noch mal die Historie und auch die zukünftigen Entwicklungen am Standort aufgriff, gab es erst einen Blick in die Zukunft der Branche an sich. Fachreferenten zweier Fraunhofereinrichtungen beleuchteten die Auswirkungen der Digitalisierung sowohl innerhalb logistischer Prozesse als auch für die logistischen Dienstleistungen.

Die Herrn Dr. Oliver Oechsle, Tom Drews und Paul Molenda von der Fraunhofer-Projektgruppe Regenerative Produktion Bayreuth (vormals Projektgruppe Prozessinnovation) zeigten mit Ihrer Präsentation „Zukunftsweisende Flexibilisierung der Intralogistik – Status quo, Performance und Nutzen digitaler Planungsinstrumente“ auf, welche Möglichkeiten digitale Simulationsmodelle (3D-Bewegungssimulation, Virtual Engineering) bei der Planung von Logistikprozesse bieten. Mittels Materiaflusssimulationen werden komplexe Systeme überschaubar. Planungsfehler bei neuen Anlagen werden deutlich seltener und die Planungszeit wird reduziert. Mit einem Video, das leider den Umfang der herunterladbaren Präsentation sprengt, wurden die Möglichkeiten an einem realisierten Beispiel veranschaulicht.

Dr.-Ing. Oliver Oechsle
Tag der Logistik 2017
IHK-Vortrag

Herr Uwe Veres-Homm von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS aus Nürnberg erläuterte unter dem Motto „Zukunftsperspektiven der Logistik in der digitalen Welt“ die aktuellen Trends und Treiber der Logistikwirtschaft. Der Logistikwirtschaft fällt in Deutschland eine hohe Bedeutung zu. Nicht zuletzt durch ihre Schnittstellenfunktion ist sie einer Vielzahl von Trends, die wiederum zueinander in Beziehung stehen, unterworfen. Aber Branchenkenner sehen in vielen dieser Trends eher eine Chance als ein Risiko. Der Innovationsdruck wird zwar zunehmen und neue Formen von Kooperationen zwischen den Marktakteuren hervorbringen, aber dies wird die dynamische Branche noch stärker voranbringen. Die Digitalisierung wird zum Motor für neue Logistik- und Standortstrategien, Logistikdienstleister werden immer mehr zu Datenmanagern und Händlern werden. Verschiedene Schaublider in der herunterladbare Präsentation veranschaulichen dies im Detail.

In einer Talkrunde „Historie – Von der Kaserne zum Logistikpark“ moderiert von Herr Fredy Schmidt, Dienststellenleiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth berichteten vier Akteure von damals und heute über ihrer Erfahrungen auf dem Weg hin zu der zivilen Nutzung der Flächen und bewerten die Standortentwicklung aus heutiger Sicht.

IHK-Gesprächsrunde
IHK-Gesprächsrunde

Frau Dr. Petra Beermann, Leiterin der Stabsabteilung Entrepreneurship & Innovation an der Universität Bayreuth war ab 2007 als damalige stellvertretende Dienstellenleiterin der Wirtschaftsförderung bei der Stadt Bayreuth maßgeblich an der Durchführung des Konversionsprozesses beteiligt. Sie erläuterte die Einbindung des Gedankens „Logistikpark“ in die wirt-schaftliche Gesamtstrategie der Stadt und berichtete von den harten Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Herr Bernd Spindler, stellvertretender Dienstelleneiter der Städtebauförderung der Stadt Bayreuth begleitet ab 2011 die Ordnungs- und Sanierungsmaßnahmen auf dem Gelände der Markgrafenkaserne. Seine Schilderungen zu den Bildern vom Abbruch, vom Bau des Regenrückhaltebeckens und vielem mehr zeigten auf, wie es der Stadt gelungen ist, den Umbau möglichst zügig und dennoch in einem überschaubaren Kostenrahmen durchzuführen.

Abriss des Gebäudes
Schredderarbeiten
Regenrückhaltebecken

Herr Christian Wedlich, WEDLICH.Servicegruppe GmbH & Co. KG und Herr Frank Steinbach, Steinbach GmbH & Co. Spedition KG erläuterten wie sie aus Investorensicht den Prozess er-lebten. Herr Wedlich berichtet ferner über den Ablauf des Firmenumzugs von der Ludwig-Thoma-Straße auf den Logistikpark und beide Unternehmer gaben eine kurzen Einblick auf die weiteren Entwicklungen.
Abschließend gab es noch die Möglichkeit, sich auf dem Gelände des Logistikparks und ins-besondere im neuen Logistikzentrum von Wedlich Logistics umzusehen. Herr Wedlich führte die Teilnehmer durch den Neubau, in dem Waren verschiedenster Kunden zum Umschlag bereit standen und erläuterte den Besuchern noch einige Details zur Bauausführung, Lagertechniken und ähnlichen mehr.

Rundgang
Rundgang

Das Familienunternehmen Wedlich investierte fast sechs Millionen Euro auf dem Gelände der ehemaligen Markgrafenkaserne. Die vier Hallen des ersten Bauabschnitts, der im Febru-ar 2016 in Angriff genommen wurde, sind im Sommer bezogen worden. Hier werden Waren, die vorwiegend per Container ankommen, für den Verkauf vorbereitet.

Mit dem Umzug konnte über 130 Arbeitsplätze gesichert und weitere geschaffen werden. Der Neubau umfasst aber nur aktuell nur rund ein Viertel der  Lagerkapazitäten der Firma und die Nachfrage nach Fläche ist weiterhin hoch.

Die Präsentationen der Referenten  finden Sie hier zum Download: