Stadt Bayreuth

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17.11.2016

Aktionstag von Uni und Stadt: „frei leben – ohne Gewalt“

Vertreter der Universität und der Stadt Bayreuth hissen anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am La-Spezia-Platz eine Fahne

Der 25. November 2016 ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“. Aus diesem Anlass hissen der Kanzler und die Frauenbeauftragte der Universität Bayreuth gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe die Fahne ‚frei leben – ohne Gewalt‘. Mit dabei ist auch die Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier,  die die Schirmherrschaft für die „Kampagne K.O.cktail? – Fiese Drogen im Glas“ übernommen hat. An diesem – seit 1990 von der UNO offiziell anerkannten – Gedenktag wollen die Anwesenden ein Zeichen setzen gegen die tägliche Gewalt an Frauen und Mädchen.

Fahne frei leben

Anlässlich des ‚Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen‘ werden auf dem La Spezia-Platz neben Hohlmeier und der Bayreuther Oberbürgermeisterin auch Dr. Markus Zanner, Kanzler der Universität, und Prof. Dr. Karin Birkner, Frauenbeauftragte der Universität, mit einer kurzen Ansprache zum Thema Stellung nehmen und die Fahne ‚frei leben – ohne Gewalt‘ der Menschenrechtsorganisation ‚Terre des Femmes‘ hissen. Damit soll ein Zeichen gegen die tägliche Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt werden.

Vortrag im Iwalewahaus

Inhaltlich ergänzt wird das Thema anschließend von Dr. Christine Klapeer, Politikwissenschaftlerin an der Universität Bayreuth, mit dem Vortrag ‚Frei leben – jenseits von Geschlechterzwängen?! Ein Plädoyer für einen differenzierten Gewaltbegriff‘, der von 13.30 Uhr bis 15 Uhr im Foyer des Iwalewahauses stattfindet. Auch hierzu sind Interessierte herzlich eingeladen!

Kampagne K.O.cktail? – Fiese Drogen im Glas

Die Universität Bayreuth hat im Wintersemester 2016/17 (gemeinsam mit dem Opferhilfeverein Weißer Ring e.V. und Avalon, der Notruf- & Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt e.V.) die ‚Kampagne K.O.cktail? – Fiese Drogen im Glas‘ auf dem Campus gestartet. Die Kampagne klärt über K.o.-Tropfen auf und wirkt präventiv. Wichtigste Botschaft ist dabei: Passt auf Euch auf!

Kampagne K.O.cktail

Für die ‚Kampagne K.O.cktail? – Fiese Drogen im Glas‘ hat Monika Hohlmeier (MdEP) die Schirmherrschaft übernommen. „Viele Frauen, die Opfer von K.o.-Tropfen wurden, trauen sich nicht, zum Arzt oder zur Polizei zu gehen. Einerseits haben sie keinerlei Erinnerung, eventuell stoßen sie auf Schwierigkeiten oder Unverständnis oder aufgrund der Tatsache, dass sich die Tat in der überwältigenden Mehrheit der Fälle beim abendlichen Weggehen ereignet hat. Als Schirmherrin dieser Kampagne möchte ich erreichen, dass diese Frauen und auch Männer, die Opfer werden, die Schuld nicht bei sich suchen, sondern sich sofort in polizeiliche und ärztliche Obhut begeben. Denn auch die gesundheitlichen Folgen von K.o.-Tropfen sind nicht unerheblich“, sagt Monika Hohlmeier. Zum 1. Dezember 2016 ist die CSU-Politikerin von der Hochschulleitung der Universität Bayreuth als neues Kuratoriumsmitglied bestellt worden.

K.o.-Tropfen werden verwendet, um Vergewaltigungen, andere Sexualstraftaten und Raubüberfälle unter Betäubung zu verüben. Sie verletzen nicht nur die körperliche und seelische Unversehrtheit, sondern schädigen das Sicherheitsgefühl der Betroffenen mit schwerwiegenden Folgen. Solche Tropfen werden meist unbemerkt in Getränke gegeben. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Substanzen, die meist geruchs- und geschmacksneutral sind und je nach Dosierung eine dämpfende bis betäubende Wirkung haben. Andere Bezeichnungen sind ‚liquid ecstasy‘ oder auch Partydroge, ‚rape drug‘ usw. Alle Substanzen haben jedoch gemeinsam, dass sie zunächst die Bewegungs- und Handlungsfähigkeit einschränken und es schließlich zu einem tiefen, komaartigen Schlaf bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen kann. Bei einer Überdosis und in Verbindung mit anderen Substanzen wie bspw. Alkohol können K.o.-Tropfen auch tödlich sein.

Die Beimischung der K.o.-Tropfen kann in der Kneipen- und Partyszene, auf öffentlichen Festen, aber auch auf privaten Feiern und Treffen passieren. Die Aufklärung beim Verdacht auf K.o.-Tropfen ist schwierig. Die meisten Opfer erstatten keine Anzeige bei der Polizei, weil sie nicht wissen, was passiert ist, weil sie keinen Tathergang schildern können, weil sie Angst haben, nicht verstanden zu werden, und weil sie nicht informiert sind.

Kampagne der Universität

Die Universität Bayreuth verfolgt mit ihrer Kampagne das Ziel, eine breite fachliche Kooperation zu Gunsten der Opfer zu schaffen und vor allem dazu anzuregen, im eigenen Umfeld aufmerksamer zu sein. Ein Team aus Studierenden und der Stabsabteilung Chancengleichheit wird mit Hilfe von Plakaten und Flyern auf dem Campus über K.o.-Tropfen informieren und aufklären. Auf Partys machen ‚OK!-Cocktails‘ auf das Thema aufmerksam und Thekenpersonal wird über Handzettel informiert.

Nicht nur (junge) Frauen sind Zielgruppe der Kampagne, sondern ebenso (junge) Männer. Auch sie können Opfer werden, außerdem wollen wir dazu anregen, dass Frauen wie Männer aufeinander achten und sich im Falle des Verdachts auf K.o.-Tropfen gegenseitig helfen.

Infos gibt es hier: www.frauenbeauftragte.uni-bayreuth.de/de/Beratung/Belaestigung/KO-Tropfen

(Quelle: Universität Bayreuth)