Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

23.12.2005

Alt und Jung unter einem Dach? Generationsübergreifendes Wohnen in Bayreuth

Der Sozialausschuss des Stadtrats hat sich in seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit der Entwicklung von Angeboten für generationsübergreifendes Wohnen in Bayreuth befasst. Das Ziel eines Wohnprojektes für Alt und Jung unter einem Dach soll nun vorrangig im Rahmen des derzeit im Stadtteil St. Georgen laufenden städtebaulichen Sanierungsprogramms “Soziale Stadt” weiterverfolgt werden. Das Gremium beauftragte daher die Verwaltung, Verhandlungen mit dem Quartiersmanagement der “Sozialen Stadt”, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewog und den weiteren Bayreuther Baugenossenschaften aufzunehmen.

Angestoßen worden war die Beratung durch einen Antrag von Stadträtin Sigrid Engelbrecht (Grüne und Unabhängige), verbunden mit der Aufforderung an die Stadt, bei der Entwicklung generationsübergreifender Wohnangebote initiativ zu werden.

Sozialreferent Dr. Gerhard Böhner erläuterte den Ausschussmitgliedern ausführlich die gegenwärtigen Schwierigkeiten, auf die die Stadt bei der Umsetzung eines solchen Projektes stoße. Problematisch sei es zum einen, alte und junge Menschen zu finden, die sich überhaupt für eine derartige Hausgemeinschaft interessierten. Schwierig zu lösen sei aber auch die Frage nach einem geeigneten Träger. Herkömmliche Wohnungsbaugesellschaften sind nach Einschätzung Böhners hierfür nur bedingt geeignet, da sie in aller Regel nicht über sozialpädagogische Begleitangebote verfügten. Die Mitglieder des Sozialausschusses plädierten daher für eine Einbindung des Vorhabens in das Programm “Soziale Stadt”. Tenor der Debatte: Die beim Quartiersmanagement vorhandenen Kompetenzen sowie eine dort zu bündelnde, unmittelbare Beteiligung möglicher Interessenten an der Entwicklung generationsübergreifender Wohnformen sind der erfolgversprechendere Weg.

Bislang wenig Interesse an alternativen Wohnformen

Dr. Böhner verhehlte den Ausschussmitgliedern jedoch nicht, dass die bisherigen Erfahrungen der Stadt mit alternativen Wohnformen für ältere Menschen eher ernüchternd verliefen. So hat der Seniorenbeirat der Stadt bereits vor geraumer Zeit die Idee einer Wohngemeinschaft für ältere Menschen aufgegriffen. Das Projekt scheiterte jedoch bislang am mangelnden Interesse. Erschwerend komme hinzu, dass die neue Bundesregierung Gemeinschaftshäuser für Jung und Alt zwar als förderungswürdig anerkenne, konkrete Mittel für solche Projekte aber derzeit nicht zur Verfügung stünden. “Wir kämpfen nicht mit baurechtlichen, sondern neben der mangelnden Nachfrage vor allem mit finanziellen Problemen”, so Dr. Böhner. “Wenn es uns allerdings gelingt, eine Senioren-WG oder ein Gemeinschaftshaus für Alt und Jung in Bayreuth zu entwickeln, dann hätten wir ein Projekt, auf das Bayreuth wirklich stolz sein könnte.”