Stadt Bayreuth

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11.09.2009

Auf Stimmenfang

Verkehrsbetrieb und Radio Mainwelle suchen “die Stimme des Stadtbusses”

In Bayreuths Stadtbussen sagen schon bald sympathische Kinderstimmen, wo’s lang geht – sie werden nämlich demnächst die Haltestellen ansagen.

Die Idee, mit der der automatische Ansageservice in den Stadtbussen freundlicher und sympathischer bei den Buskunden ankommen soll, wird derzeit im Rahmen eines Casting-Wettbewerbs umgesetzt. In Zusammenarbeit mit Bayreuths Lokalfunk Radio Mainwelle wird die “Stimme des Stadtbusses” gesucht. Eine Junge und ein Mädchen – so die Idee – sollen im Studio die Stationen ansagen, und ihr “Nächste Haltestelle: Klopstockstraße” wird in Zukunft charmant die Businsassen darüber informieren, wo sie sich gerade befinden.

Kristina Kreutzer von Radio Mainwelle beim Stimmen-Casting mit Niklas

Mehr als 50 Kinder haben vorgesprochen

Mehr als 50 Kinder haben in den vergangenen Wochen im Funkhaus in der Richard-Wagner-Straße vorgesprochen und warten nun darauf, ob sie ausgewählt werden. Das letzte Wort hat eine Jury mit Vertretern des städtischen Verkehrsbetriebs, Radio-Profis der Mainwelle und Kommunalpolitiker. Sie alle werden demnächst die Stimmen der Kandidaten auf einer CD präsentiert bekommen, damit sie vor ihrer Entscheidung schon mal einen Eindruck bekommen.

Experten beraten

“Dass die Ansage als Information gut verständlich rüberkommt, steht für uns absolut im Vordergrund”, sagt BVB-Mitarbeiterin Monika Gut. Sie verweist auf Versuche mit Stadtbus-Kinderstimmen in anderen Städten, die daran scheiterten, dass die Ansagen nicht gut zu verstehen waren. In Bayreuth indes werden auch Experten für Hörschädigungen bei der Suche nach der idealen Ansage zu Rate gezogen.

Der fünf Jahre alte Niklas verfügt sicher nicht über einen sonoren Bass, doch er umschifft am Mikro auch einige schwierige Wortklippen wie “Lohengrin Therme”. Niklas kann zwar noch nicht lesen, ist aber Bus-Experte, fährt oft mit den Omas im Landkreis Bus, hat sich auch schon beim Urlaub auf Teneriffa in seinem Spezialgebiet “weitergebildet” und kennt sich sogar in der Technik schon erstaunlich gut aus, wie sein Vater verrät. Logisch, dass Niklas ein Bus-Modell zum Casting mitgebracht hat.

“Alle Kinder, die sich an den drei Casting-Tagen bei uns vorstellten, haben ihre Sache gut gemacht”, berichtet Mainwelle-Moderatorin Kristina Kreutzer. Wer nun zum Zuge komme? “Ganz, ganz schwer zu sagen. Die Stimmen der ganz Kleinen sind zwar goldig, aber vielleicht nicht kräftig genug. Und jemandem bei der endgültigen Aufnahme der 180 unterschiedlichen Haltestellen-Ansagen die Worte jeweils vorlesen zu müssen, erscheint mühsam. Bei den Älteren hingegen fehlt möglicherweise der kindliche Charakter der Stimme, den man ja offenbar haben will”, mag sich die Redakteurin nicht festlegen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit hier wie so oft in der Mitte.