Stadt Bayreuth

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24.11.2010

Ausgelagert aus den Werkstätten – integriert in die Gesellschaft

Stadt Bayreuth beteiligt sich am Projekt „INTEGRA Mensch“ der Diakonie Bayreuth
Einem Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz außerhalb der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu geben, ihn somit in das alltägliche Arbeitsleben zu integrieren – das ist das Ziel von „INTEGRA Mensch“, einem Projekt der Diakonie Bayreuth. Dieses Projekt ist im April 2010 in Bayreuth gestartet, und seither haben 22 Menschen eine Arbeitsstelle außerhalb der WfbM gefunden.

„Die Integration in die Arbeitswelt ist der eine Aspekt, der andere ist, dass wir den Menschen damit einen Arbeitsplatz bieten, der ihren Wünschen und Talenten entspricht“, erklärt Hans Eckert, Abteilungsleiter der Behindertenhilfe der Diakonie. Ganz wichtig sei hierbei die Eigeninitiative der Menschen mit Behinderung: „Die Menschen müssen auf uns zukommen, uns beweisen, dass sie es wollen und was sie wollen.“
Eine Mitarbeiterin der WfbM in Bayreuth beispielsweise wollte eine Arbeit an der frischen Luft machen und ist bei der Stadt Bayreuth, genauer gesagt beim Stadtgartenamt gelandet. Nach zwei Praktika am Röhrensee und im Anzuchtbetrieb des Stadtgartenamtes, wo sie in die Arbeit hinschnuppern und sich beide Seiten auch erstmal kennenlernen konnten, hat die 50-Jährige bei letzterem jetzt ihre berufliche Heimat gefunden. Zu verdanken hat sie diese Stelle sich selbst und ihrer Integrationsbegleiterin Steffi Wehrle, die die 50-Jährige begleitet und bei verschiedenen Firmen die „Klinke geputzt“ hat. Bei der Stadt Bayreuth sind die beiden mit offenen Armen empfangen worden – sofort hat sie sich bereit erklärt, das Projekt zu unterstützen.

„Es ist schön zu sehen, wie sich diese Menschen entwickeln und zu welchen Leistungen sie plötzlich fähig sind, wenn sie den Job ausüben, der ihnen Spaß macht“, sagt Wehrle, die die „INTEGRA-Menschen“ bei der Integration in die Arbeitswelt unterstützt und auch als Ansprechpartnerin für die Firmen fungiert. Beim Unternehmen selbst bekommen die „INTEGRA-Menschen“ darüber hinaus einen Paten an die Seite gestellt, der ihnen als ständiger Ansprechpartner vor Ort hilft, mit den neuen Anforderungen zurecht zu kommen. „Wir haben gemerkt, dass sich das Arbeitsklima bei den Unternehmen positiv verändert, wenn sie einen Kollegen mit Behinderung haben“, so Klaus Eisenstein, Bereichsleiter „INTEGRA Mensch“.

Auch wenn die Diakonie Bayreuth mit 22 integrierten Arbeits- und sechs Praktikumsplätzen nach nur einem halben Jahr eine beachtliche Zahl vorweisen kann, ist die Diakonie um jedes Unternehmen dankbar, das sich an dem Projekt „INTEGRA Mensch“ beteiligen möchte. Wer Interesse hat, kann sich gerne an die Diakonie unter 09 21/75 42 19 (Hans Eckert) oder 09 21/99 00 84 12 (Klaus Eisenstein) wenden.