Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

21.03.2016

Ausstellung „Kindheit in den Nachkriegsjahren“ wird verlängert

Historisches Museum zeigt Sonderausstellung zum Leben in einem zerbombten Bayreuth in den ersten Jahren nach Kriegsende noch bis zum 17. April

Das Historische Museum Bayreuth, Kirchplatz 4, zeigt derzeit eine Sonderausstellung mit dem Titel „Kindheit in den Nachkriegsjahren“. Sie ist noch bis zum 17. April zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr) zu sehen.

683 Kindheit in den Nachkriegsjahren (1).klein
683 Kindheit in den Nachkriegsjahren (2).klein

Das Alltagsleben im zerbombten Bayreuth der ersten Nachkriegsjahre thematisiert derzeit eine Sonderausstellung des Historischen Museums.

Mit dem Einmarsch der Amerikaner am 14. April 1945 ging für die Bayreuther Bevölkerung das Kriegsgeschehen zu Ende. In der zu einem Drittel zerbombten Stadt war ein Funktionieren des alltäglichen Lebens unmöglich. Besonders schlimm wurde die Situation im „Hungerwinter“ 1946/47, einem der kältesten und längsten Winter des 20. Jahrhunderts. Die Versorgung mit Heizmaterial und Nahrung war katastrophal schlecht. Die Lebensmittel, die es ohnehin nur auf Zuteilungsmarken gab, sollten 1300 bis 1500 Kalorien pro Tag für einen Erwachsenen enthalten – wenn sie denn überhaupt zur Verfügung standen.

Zu den Leidtragenden der Lage zählten auch die Kinder, vor allem die der Heimatvertriebenen, die in kalten, feuchten Baracken und Notunterkünften leben mussten. Süßigkeiten und Spielzeug gab es für sie kaum, ihre Kleidung bestand oft aus umgearbeiteten alten Textilien. Die Verteilung von warmer Schulspeisung und die sogenannte „Quäkerspeisung“, eine Initiative des American Friends Service Committee, boten eine Erleichterung für die Eltern. Gelegentlich organisierten die Amerikaner Weihnachtsbescherungen für Kinder.

Das geringste Problem war der Mangel an Spielsachen. Ihn kompensierten die Kinder mit Improvisation und Fantasie, manche Eltern und Großeltern mit Geschick und Basteleifer. Die meisten Schulen nahmen gegen Ende des Jahres 1945 ihren Unterricht wieder auf, oft jedoch nur an drei Tagen in der Woche. Mit etwa 1400 Kindern war die Graserschule die größte Schule der Stadt. Es dauerte bis 1949/50, bis sich das Leben in Bayreuth wieder einigermaßen normalisiert hatte.