Stadt Bayreuth

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10.10.2012

Bahnanbindung: Rechtzeitig Weichen stellen

Die Verbesserung der Anbindung von Bayreuth bedarf vieler Initiativen und Strategien
Die nachhaltige Verbesserung der Anbindung an das Schienennetz ist für die weitere Stadtentwicklung von Bayreuth von essentieller Bedeutung. Die Stadt ist seit jeher bestrebt, ihre historisch bedingte Lage abseits der Hauptstrecken zu korrigieren. In den kommenden Jahren werden mit dem neuen Bundesver-kehrswegeplan und der Revision der Transeuropäischen Verkehrsnetze grund-legende Entscheidungen über den Ausbau der Schieneninfrastruktur getroffen. Hier will die Festspiel- und Universitätsstadt spürbare Fortschritte erzielen.

Gegenwärtig kommen Bahnreisende mit dem Franken-Sachsen-Express, dem Nach-folger des komfortablen ICE TD, schnell zum Fernverkehrsknoten Nürnberg sowie nach Sachsen. Die Neigetechniktriebwagen vom Typ VT 612 erreichen zwar die gleichen Reisezeiten wie der aus technischen und wirtschaftlichen Gründen 2004 aus-gemusterte ICE TD, doch bleiben manche Wünsche bezüglich Platzverhältnisse und Geräuschkulisse offen. Auf lange Sicht ist nur ein elektrischer Betrieb ökonomisch wie ökologisch sinnvoll. Er ist Voraussetzung für ein zeitgemäßes und attraktives Zugangebot.

Die Stadt Bayreuth kämpft mit Partnern im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz und in der Metropolregion Nürnberg um die Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale. Sie arbeitet zudem mit dem tschechischen Bezirk Karlsbad zusammen, da die Sachsen-Franken-Magistrale Teil der transeuropäischen Strecke von Nürnberg nach Prag und weiter nach Osteuropa ist. Das gemeinsame Ziel der Allianz ist, die Vorentwurfsplanungen noch in der Laufzeit des aktuellen Bundesverkehrswegplanes bis 2015 so weit voranzubringen, dass Finanzierung und Bau im nächsten Bundesverkehrswegeplan gesichert werden.

Sicherung des Franken-Sachsen-Express

Bis elektrische Neigetechnikzüge auf der Sachsen-Franken-Magistrale eingesetzt werden können, muss der Franken-Sachsen-Express (FSX) seine Dienste verrichten. Die Zukunft des FSX ist jedoch nicht gesichert. Bislang ist ungeklärt, wer das jährli-che Defizit in Millionenhöhe tragen wird. Trotz hoher und noch steigender Reisen-denzahlen reichen die Fahrkartenerlöse nicht aus. Die bis zu 160 km/h schnellen Kurvenflitzer sind die schnellsten Dieseltriebwagen mit Neigetechnik weltweit. Ihre aufwendige Technik verursacht aber auch die höchsten Unterhaltskosten in der Fahrzeugflotte der DB AG. Derzeit wird in schwierigen Verhandlungen zwischen den Auf-gabenträgern des Schienenpersonennahverkehrs, der DB Regio und der Verkehrsministerien in Sachsen und Bayern nach Lösungen gesucht.

Diese Verhandlungen auf hoher Ebene sind nicht zuletzt auf Initiative der Stadt Bayreuth zustande gekommen. Überdies hat die Stadt durch ihr Drängen dazu beigetra-gen, dass das Elektronische Stellwerk Bayreuth und die Beseitigung von Langsamfahrstellen von der Bahn in Angriff genommen wurden. Die Beispiele zeigen, wie wichtig eigene Zielvorstellungen und Initiativen von Kommunen sind, um ihre Bahn-anbindung zu verbessern. Die Bandbreite der Themen reicht dabei von großen Infrastrukturmaßnahmen bis hin zu kleinen, aber wichtigen Fortschritten, z. B. bei der Barrierefreiheit von Bahnhöfen.

Stabstelle Strukturpolitik und Verkehr bei der Oberbürgermeisterin

Mit der Ernennung eines Beauftragten für den Bahnverkehr setzt die Stadt Bayreuth ein deutliches politisches Zeichen, dass sie ihr Bestreben nach einer verbesserten Bahnanbindung noch weiter verstärkt. Der langjährige Leiter der Wirtschaftsförderung Günter Finzel kann an seine reichhaltigen Erfahrungen in der Verkehrspolitik anknüpfen und sich künftig auf diese großen Herausforderungen konzentrieren. Diese Kontinuität wird dazu beitragen, alle Möglichkeiten der Verbesserung der Bahn-anbindung von Bayreuth auszuschöpfen.