Stadt Bayreuth

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12.08.2009

Barocke Bühnentechnik im Opernhaus

Gemeinsames Ausstellungsprojekt von Stadt, GCE und Schlösserverwaltung zum Wilhelmine-Jubiläum

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms 2009 zum 300. Geburtstag der Markgräfin Wilhelmine zeigt die Stadt Bayreuth in Kooperation mit dem Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE) sowie der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage im Markgräflichen Opernhaus die Ausstellung „Barocke Bühnentechnik“. Die Schau ist bis zum 31. August zu sehen.

Die Ausstellung setzt sich zum Ziel, jene barocke Bühnentechnik wieder lebendig werden zu lassen, die leider nur noch an wenigen Bühnen in Europa erhalten ist. Sie präsentiert Nachbauten und Modelle, die dem Besucher den Zauber barocker Bühnentechnik und die barocke Aufführungspraxis vermitteln.

Barocke Bühnentechnik ist derzeit im Markgräflichen Opernhaus zu bewundern.

Dass das Theater dieser Epoche eine farbige, aufregende Welt war, in der die Kulissen köstlich knirschten und die wunderbaren Verwandlungen und Effekte die Zuschauer betörten – diese Faszination wird elementar deutlich. Wind-, Donner- und Regenmaschinen sind in Originalgröße voll funktionsfähig zu besichtigen und können von den Besuchern bedient werden.

Ein großer Wasserfall vermittelt Bühnenillusion, ein Schiff gleitet durch sich bewegende Wellen: Die ausgeklügelten Maschinen und Techniken, mit denen zum Entzücken der Zuschauer Illusionen produziert und die unterschiedlichsten Welten herbeigezaubert wurden, werden in Modellen vorgestellt und mit detaillierten Funktions-Perspektivzeichnungen anschaulich illustriert.

Die wenigen Theater in Europa, an denen die Bühnentechnik noch erhalten ist und teilweise noch bespielt wird, werden vorgestellt: Von Drottningholm bei Stockholm und Schloss Gripsholm in Schweden nach Cesky Krumlov und Litomysl in der Tschechischen Republik, von Versailles in Frankreich und Bad Lauchstädt, Gotha und Ludwigsburg in Deutschland bis nach Warschau und Moskau führt der Weg quer durch Europa auf den Spuren barocker Bühnentechnik.

Frage nach den Hintergründen

Die Ausstellung bleibt dabei nicht bei der glänzenden Außenseite des barocken Theater-lebens stehen, sondern fragt auch nach den Hintergründen. Das Weltbild der Epoche und die transzendentale Bedeutung der Metapher von der „Welt als Bühne“ stehen ebenso im Mittelpunkt wie die sozialen Belastungen, die die Opern- und Schauspielbegeisterung der Fürstenhäuser den Untertanen auferlegte. Am Beispiel des Bayreuther Hofes unter der Markgräfin Wilhelmine, einem Kulturzentrum von europäischem Rang, gibt die Ausstellung Einblicke in die Entwicklung des barocken Theaterlebens sowie die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Hintergründe. Wertvolle Leihgaben aus der Universitätsbibliothek Bayreuth veranschaulichen diese Entwicklung.

Info:
10.07. – 31.08.2009
Ausstellung „Barocke Bühnentechnik“
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth
Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr

Eintritt: 5 Euro (Ermäßigte: 4 Euro).

Ein reich bebilderter Katalog zur Ausstellung mit vielen Funktionszeichnungen ist ebenfalls erhältlich: „Faszination der Bühne – Barockes Welttheater in Bayreuth / Barocke Bühnentechnik in Europa.“ Hrsg. von Klaus-Dieter Reus. 143 Seiten. Bayreuth (Verlag Rabenstein) 2008.