Stadt Bayreuth

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18.11.2008

Basketball um halb zehn

Jugendamt lässt jeden Samstag in der Rotmainhalle spielen

Ein Dribbling, eine Körpertäuschung, ein Sprungwurf – und der Basketball fliegt haargenau durch den Ring in den Korb! Nein, keine Szene aus einem Spiel des Zweitligisten BBC Bayreuth. Die geschilderte Szene ereignet sich in der Rotmainhalle beim Mitternachtsbasketball des Jugendamtes. Jeweils samstags von 19 bis 24 Uhr eifern dort überwiegend junge Leute zwischen 14 und 27 Jahren ihren Korbjäger-Vorbildern nach.

Einer von ihnen ist der 27 Jahre alte Manuel. Ihm ist es seit nunmehr sechs Jahren ein Bedürfnis, aus Bad Berneck nach Bayreuth zum Mitternachtsbasketball zu kommen. “Das ist genau das Richtige, wenn man  ohne Vereinsbindung spielen will”, sagt er zwischen zwei erfolgreichen Würfen. Und Manuel will sich keinem Klub anschließen. “Zwei Mal Training pro Woche und dann am Samstag oder Sonntag noch ein Spiel – das wäre mir zu viel”, sagt er ganz offen.

Pärchenbildung in der Rotmainhalle, wo man auch das

Rund 15 Freizeit-Basketballer sind zur Premiere dieser Saison, die bis März dauert, in die Halle gekommen, in der sonst unter anderem der Bayreuther Wochenmarkt stattfindet. Am Samstag abend aber warten die sechs Körbe auf drei parallelen Spielfeldern auf Benutzung. “Pro Abend haben wir im vergangenen Winter 35 bis 50 Teilnehmer gehabt”, sagt Siglinde Seidler-Rieß vom Stadtjugendamt, die gemeinsam mit Nancy Kamprad das Projekt betreut. Nach ihren Angaben ist die Spielerschar bunt zusammengesetzt. Das reiche vom Schüler über den Studenten bis hin zum Berufstätigen oder Arbeitslosen. “Ja, es waren sogar schon Väter mit ihren Söhnen hier, um gemeinsam Basketball zu spielen”, erzählt die Sozialpädagogin. Doch in der Regel seien es Spieler um die 20 Jahre, die an den Samstagen in der Rotmainhalle ihren Sport ausüben. Nur junge Damen fehlen, wie viele sich unter die Basketballer mischen, das könne man an den Fingern einer Hand abzählen, weiß die Mitarbeiterin des Stadtjugendamtes. “Eher schon kommen Mädchen und Frauen, um ihren Freunden beim Spielen zuzuschauen.”

Natürlich spielen auch Migranten mit, für so manchen von ihnen sei es “eine der ersten Stufen der Integration”, sagt Seidler-Rieß, “und beim Basketball mitzumachen, gibt dem einen oder anderen vielleicht auch Mut, noch etwas anderes zu unternehmen.”

Und genau das war 1999/2000 auch die Grundintention bei der Einführung des Angebotes Mitternachtsbasketball in der Rotmainhalle. Das Jugendamt wollte “ein präventives Angebot mit sehr niedrig-schwelligem Zugang” schaffen und kann mit Beginn der neunten Saison feststellen, dass dies gut gelungen ist.

Fast wie die Profis: Mitternachts-Basketballer im EinsatzManuel ist integriert und er ist beleibe kein Basketball-Anfänger; das zeigen seine eleganten Bewegungen, seine treffsicheren Würfe. Der Automechaniker über seine Mitstreiter: “Schön, dass ein gewisses Niveau vorhanden ist, dann macht es noch mehr Spaß.” Schade fände er es, wenn sich der Trend, dass es immer weniger Spieler in die Rotmainhalle ziehe, fortsetzte. Dabei ist nicht viel vonnöten, um dort auf die Korbjagd zu gehen. Umkleidemöglichkeiten und Toiletten stehen den Teilnehmern offen, bei Kälte sorgt neben der Bewegung auch eine Heizung für Abhilfe, der Betonboden ist laut Manuel zwar nicht ideal, aber okay.

Ohne Pause

Und so spielt er mit den anderen, von denen so mancher wie Manuel regelmäßig zur Stelle ist, ab 19 Uhr pausenlos, bis sich die Schar nach einigen Stunden langsam auflöst. Wir lernen: Mitternachtsbasketball spielt man nicht unbedingt bis 24 Uhr, aber mit viel Engagement, beachtlichem Können und großer Lust. Gut möglich, dass als krönender Saisonsabschluss am 21. Märtz dann noch ein Turnier mit attraktiven Preisen stattfindet oder ein Duell der besten Rotmainhallen-Basketballer mit einer “externen” Mannschaft. Bis dahin werden noch viele Basketbälle in den Körben landen, samstags zwischen 19 und 24 Uhr.

Für Rückfragen und weitere Informationen steht das Stadtjugendamt unter der Telefonnummern (09 21) 25 12 89 zur Verfügung.