Stadt Bayreuth

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02.03.2009

Bayreuth ehrt seine jüdischen Mitbürger

Zum Auftakt der Woche der Brüderlichkeit

Zum Auftakt der bundesweiten Woche der Brüderlichkeit hat die Stadt Bayreuth ihre jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger geehrt. Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl überreichte die Bayreuth-Medaille in Gold stellvertretend an die einzige, derzeit noch in Bayreuth lebende jüdische Zeitzeugin, Hanneliese Wandersmann.

In seiner Ansprache würdigte der Oberbürgermeister den bedeutenden Beitrag der jüdischen Mitbürger in Bayreuth für die demokratische Gesellschaft und den Wiederaufbau nach unvorstellbarem Leid während der NS-Diktatur. “Menschen wie Sie haben die Kraft aufgebracht, in dem Land und in den Städten ihrer Peiniger neu anzufangen, die Hand zu reichen und ihren Beitrag für den Wiederaufbau zu leisten”, sagte der Oberbürgermeister an die 80jährige Hanneliese Wandersmann gerichtet.

OB Dr. Michael Hohl und Hanneliese Wandersmann

Um der Opfer willen müsse die Erinnerung an die damalige Barbarei der Nazis wach gehalten werden, so Dr. Hohl weiter. “Denn wenn wir vergessen, beginnt für jene, die Unsägliches erleben mussten, das Leid wieder von vorne.” Aber auch der Zukunft willen dürfe das Erinnern kein Ende haben, dürfe es keinen Schlussstrich geben.

Hanneliese Wandersmann wurde 1941 mit weiteren 57 Bayreuther Juden nach Riga deportiert. Von der Roten Armee befreit, kehrte sie nach Kriegsende als eine von lediglich vier Überlebenden zusammen mit ihrer Mutter nach Bayreuth zurück. Ihr Vater wurde in Auschwitz ermordet, ihr Bruder kam bei einem Bombenangriff ums Leben. In den 60er Jahren wanderte sie nach Israel aus. 2005 kehrte Hanneliese Wandersmann nach Bayreuth zurück.  

In Bayreuth leben derzeit etwa 500 Menschen jüdischen Glaubens.