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24.05.2011

Bayreuth freut sich auf ein saniertes Markgräfliches Opernhaus

Bayerische Schlösserverwaltung stellt Sanierungskonzept vor – Oberbürgermeister Dr. Hohl hofft auf UNESCO-Welterbestatus und neue Impulse für die Stadtentwicklung


Bayreuth freut sich auf die umfassende Sanierung des Markgräflichen Opernhauses und erhofft sich von der Aufnahme des barocken Kleinods in die Liste des UNESCO-Welterbes wichtige Impulse für die weitere Stadtentwicklung.

Anlässlich der Vorstellung des Sanierungskonzeptes für das Markgräfliche Opernhaus durch den Präsidenten der Bayerischen Schlösserverwaltung, Johannes Erichsen, und dem Leiter der Bauleitung, Mathias Pfeil, im Markgräflichen Opernhaus zeigte sich Oberbürgermeister Dr. Michael hoch erfreut über das Engagement der Staatsregierung in Sachen Opernhaus. “Der Antrag des Freistaats Bayern auf Aufnahme des Opernhauses in die Liste des Welterbes wird von der Stadt sehr begrüßt. Gleiches gilt natürlich auch für die beschlossenen Sanierungsmaßnahmen und die dafür bereit gestellten Mittel in Höhe von annähernd 19 Millionen Euro”, so Dr. Hohl.

Die Schlösserverwaltung hat bei der Vorbereitung ihres Aufnahmeantrags fürs UNESCO-Welterbe eng mit der Stadt Bayreuth zusammengearbeitet, insbesondere hinsichtlich der städtebaulichen Schutzzonen rund um das Opernhaus und deren Auswirkung auf die weitere Stadtplanung. Hier hat sich die Stadt verpflichtet, keinerlei Maßnahmen zu planen, die im Widerspruch zur Welterbe-Konvention stünden und damit die Vertragstreue der Bundesrepublik Deutschland gefährden könnten. “Eine Aufnahme des Opernhauses ins Welterbe wäre nicht nur die angemessene Würdigung für ein herausragendes historisches Gebäude. Sie würde auch zu einer deutlich größeren öffentlichen Wahrnehmung dieses einzigartigen barocken Kleinods führen”, zeigte sich OB Dr. Hohl zuversichtlich. Die Stadt erhoffe sich von einem positiven Votum der UNESCO auch bleibende Effekte für Bayreuths weitere Entwicklung als attraktives Ziel für Städtereisende.

Dauerhafte Sicherung eines einmaligen Gebäudes 

Die vom Freistaat Bayern beschlossene Sanierung des Gebäudes wird von der Stadt daher nachdrücklich begrüßt. “Die Größenordnung von annähernd 19 Millionen Euro zeigt, wie ernsthaft das Projekt angegangen wird und ist in Zeiten knapper öffentlicher Kassen alles andere als selbstverständlich”, so Bayreuths Oberbürgermeister. Damit werde das in seiner Form einmalige Opernhaus dauerhaft gesichert. Von besonderer Bedeutung werde sein, nach der wichtigen und aufwendigen Sanierung konservatorische Aspekte und die bestimmungsgemäße Nutzung des Opernhauses gleichermaßen im Auge zu behalten. Dabei sei der Stadt Bayreuth durchaus bewusst, dass eine intensive Bespielung des Opernhauses insbesondere in der Winterzeit nicht möglich sei. “Auch die Stadt ist sich bei diesem Thema der gebotenen Verantwortung für die Bewahrung des historischen Erbes der Markgrafenzeit in Bayreuth bewusst”, so Dr. Hohl.

Geplante Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen

  • Originaler Raumeindruck soll wiederhergestellt werden, unter anderem durch Abnahme der Malbeschichtungen und Freilegung der Originalfassungen sowie größere Bühnentore, Kosten für die Restaurierung: 5,4 Millionen Euro
  • Brandschutz, der neben dem Personen- auch den Sachschutz vorsieht, und zwar durch eine moderne Hochnebeldruckmaschine, Kosten für den gesamten Brandschutz: 2,6 Millionen Euro
  • Neue Elektro- und Bühnentechnik, 90 Prozent der Scheinwerfer sollen mit moderner LED-Technik ausgestattet werden, Kosten: 2,5 Millionen Euro
  • Neue Klima- und Heiztechnik, die es ermöglicht, das Opernhaus in den Sommermonaten ab zirka Mai bis in den Herbst hinein bespielbar zu machen, Kosten: 2,5 Millionen Euro

Bewerbung ist auf gutem Weg

Die Bewerbung des Markgräflichen Opernhauses hat die erste Hürde der offiziellen Nominierungsphase der UNESCO für die Liste des Weltkulturerbes ohne Probleme genommen. Die UNESCO reichte kürzlich die für vollständig befundenen Bewerbungsunterlagen an die beratenden Gremien von ICOMOS, dem internationalen Rat für Denkmalpflege, weiter. Ein Theaterexperte von ICOMOS nimmt nun in den kommenden Monaten Kontakt zur Schlösserverwaltung für die entscheidende Evaluierung vor Ort auf.

Gerüst für eine Musterachse steht bereits

Derzeit erproben und verfeinern Experten die vorgesehenen Restaurierungstechniken anhand einer Musterachse auf einem Gerüst im Innenraum des Opernhauses im Detail. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages hatte Ende März die Baumaßnahme in Höhe von knapp 19 Millionen Euro genehmigt. Daraufhin wurde der Antrag für die Ausführungsarbeiten dem Staatlichen Bauamt Bayreuth übergeben. Geplant ist, dass die Bauarbeiten Ende 2012/Anfang 2013 beginnen und rund vier Jahre dauern. Besucher können noch bis Ende September 2012 das Opernhaus besichtigen, auch wenn die beliebte Videopräsentation zur Geschichte des Hauses wegen des Gerüsts nicht mehr zu sehen ist.

Schlösserverwaltung rechnet mit der Aufnahme ins Welterbe

Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth geht im Rennen um den begehrten Titel nun auf die Zielgerade. Im Sommer 2012 fällt die Entscheidung über seine Aufnahme in das Welterbe. Bei der Bayerischen Schlösserverwaltung ist man voller Zuversicht: „Das Markgräfliche Opernhaus ist heute das bedeutendste und besterhaltene Beispiel höfischer Opernhausarchitektur und Opernkultur des Barock“, sagte Präsident Dr. Johannes Erichsen beim Pressegespräch in Bayreuth. „Daher machen wir uns berechtigte Hoffnungen, dass die UNESCO den außergewöhnlichen Wert dieses Theaters durch die Aufnahme in das Welterbe bestätigt.“

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