Stadt Bayreuth

21.06.2013

Bayreuth: Wirtschaft optmistisch

Export als Wachstumsmotor bei IHK-Mitgliedsunternehmen
Die Bayreuther Wirtschaft überrascht mit einer deutlich besseren Konjunkturerwartung als zuletzt. 31 Prozent der Unternehmen rechnen laut Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken für die kommenden Monate mit einem Aufwärtstrend, nur 14 Prozent mit einer Verschlechterung. Damit haben sich die Erwartungen gegenüber der IHK-Konjunkturumfrage im Januar deutlich aufgehellt. „Das Ausland honoriert die Stärke der Bayreuther Wirtschaft mit einem steigenden Auftragseingang“, so IHK-Vizepräsident Oliver Gießübel.

Auch die aktuelle Geschäftslage wird weiterhin überwiegend positiv beurteilt, wenngleich die Ergebnisse schwächer ausfallen als zuletzt. 33 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut, nur 16 als schlecht. Getragen wird dieser Trend in erster Linie durch die Entwicklung des Auftragsvolumens im Ausland. Positiv wird vor allem die Nachfrage aus Russland sowie der EU beurteilt. Dass die aktuelle Geschäftslage nicht noch besser bewertet wird, ist auf die gestiegenen Kosten, vor allem bei Gehältern, und die Ertragslage zurückzuführen. Gerade letztere hat sich deutlich verschlechtert.

Aussichten: Nachfrageschub
Für die kommenden Monate rechnen die Bayreuther Unternehmer aufgrund der erwarteten Nachfrageentwicklung im Ausland mit einem deutlichen Aufwärtstrend. „Zwar schwächelt die chinesische Wirtschaft aktuell etwas, trotzdem rechnen die Unternehmen auch dort mit einer leicht steigenden Nachfrage nach Bayreuther Produkten und Dienstleistungen“, so Gießübel „Vor allem bei den nordamerikanischen und russischen Kunden wird mit einem Nachfrageschub gerechnet.“ So ist es nicht überraschend, dass etliche Unternehmen mit einer erweiterten Kapazitätsauslastung rechnen. Die große Mehrheit der Unternehmen, 75 Prozent, rechnen mit steigenden Preisen, aber nur ein kleiner Teil der Befragten, 33 Prozent, rechnet damit, die steigenden Kosten auch an die Kunden weitergeben zu können. Der IHK-Vizepräsident begrüßt zudem die hohe Investitionsneigung der Unternehmen. Gerade im Inland wird mit einer hohen Investitionsquote gerechnet.

Weitere Neueinstellungen geplant
Geht es nach den Unternehmen, wird die Beschäftigtenzahl weiter leicht ansteigen. Dies setzt aber voraus, dass die Unternehmen auch die benötigten Fachkräfte finden. Aktuell fehlen im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken rund 17.000 Fachkräfte. „Aufgrund des demografischen Wandels handelt es sich hier immer weniger um einen konjunkturellen Einflussfaktor, sondern immer mehr um ein strukturelles Problem“, so IHK-Konjunkturexperte Peter Belina. In den kommenden 10 Jahren wird der Fachkräftemangel nach IHK-Prognosen bis auf 26.500 ansteigen. Belina: „Umso wichtiger werden deshalb Maßnahmen zur Abfederung des Fachkräftemangels – erste Unternehmen sind hier bereits auf einem guten Weg.“ Die IHK habe das Thema Fachkräftesicherung deshalb als Arbeitsschwerpunkt der kommenden Jahre definiert.

„Die gestiegenen Einkommen könnten zu einer steigenden Binnennachfrage führen, wovon vor allem der Handel profitieren würde. Ein Großteil der Lohnerhöhungen würde jedoch durch die kalte Progression wieder ausgeglichen“, so Gießübel, der die aktuellen Diskussionen um Steuererhöhungen mit Bauchschmerzen verfolgt. „Steuererhöhungen kann die oberfränkische Wirtschaft überhaupt nicht gebrauchen, denn sinkende Liquidität würde sich auch negativ auf die Investitionsneigung auswirken“, so der Vizepräsident, an die Adresse der Politik gerichtet.

Quelle: PRESSEINFO der IHK-Oberfranken 21.06.2013