Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

18.06.2008

Bayreuth zeichnet Wole Soyinka aus

Nigerianischer Literatur-Nobelpreisträger erhält den neuen „Markgräfin Wilhelmine-Preis“ der Stadt

Die Universität Bayreuth und die Stadt Bayreuth werden im Herbst dieses Jahres erstmals ein „Zukunftsforum Wissenschaft – Kultur – Gesellschaft – Dialoge mit der Wissenschaft“ abhalten. Im Rahmen dieses Forums, das künftig jährlich angeboten werden soll, ist auch beabsichtigt, einen „Markgräfin-Wilhelmine-Preis der Stadt Bayreuth für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“ zu verleihen. Als erster Preisträger erhält der nigerianische Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka die Auszeichnung.

Soyinka wird den Markgräfin-Wilhelmine-Preis am 17. Oktober im Markgräflichen Opernhaus entgegennehmen. Zu der Feierstunde hat auf Vermittlung des Bayreuther Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hartmut Koschyk auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sein Kommen angekündigt.

Das Zukunftsforum und der Preis richten sich an ein internationales Publikum. „Damit wollen wir zum einen die Universität als Einrichtung, die hochrangige Kongresse zu internationalen Themen anbietet, positionieren – und zum anderen die Stadt Bayreuth mit ihrem hochkarätigen historischen Erbe“, umreißt Ober-bürgermeister Dr. Michael Hohl die Zielsetzung. „Unsere Stadt ist historisch maßgeblich geprägt durch die Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert, in der Markgräfin Wilhelmine für Bayreuth den Anschluss an die europäische Entwicklung gesucht und in intensivem Austausch mit den führenden Köpfen der Aufklärung gepflegt hat“, so Dr. Hohl weiter. Für die Stadt Bayreuth ermögliche die Mitwirkung am Zukunftsforum daher eine zeitgemäße Anknüpfung an diese Tradition.

Markgräfin Wilhelmine-Preis der Stadt Bayreuth 

Der von der Stadt Bayreuth gestiftete „Markgräfin-Wilhelmine-Preis“ ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird im Rahmen der öffentlichen Tagungen des „Zukunftsforums“ künftig im jährlichen Rhythmus an Persönlichkeiten oder Gruppen verliehen werden, die sich auf kulturellem, sozialem, politischem oder wissenschaftlichem Gebiet international um die kritische Reflexion gemeinsamer Wertvorstellungen und die interkulturelle Verständigung verdient gemacht haben. „Mit Wole Soyinka haben wir einen würdigen Preisträger, der diese Zielsetzung in besonderem Maße verkörpert“, so OB Dr. Hohl. Soyinka stehe mit seinem Werk exemplarisch für einen offenen Dialog der Kulturen sowie für engagiertes Eintreten für Humanität und Toleranz.

Der Preisträger Wole Soyinka

Wole Soyinka wurde 1934 in Abeokuta, Nigeria, geboren. Nach dem Vorbereitungsstudium am Regierungs-College in Ibadan setzte er sein Studium an der Universität von Leeds fort. 1973 wurde er dort promoviert. Während der sechs Jahre, die er in England verbrachte, arbeitete er als Dramaturg am Royal Court Theatre in London. 1960 kehrte er nach Nigeria zurück und unterrichtete Schauspiel und Literatur an den Universitäten in Ibadan, Lagos und Ife. Seit 1975 ist er Professor für Komparatistik.

Während des Bürgerkriegs in Nigeria plädierte Soyinka in einem Artikel für den Waffenstillstand. Dafür wurde er verhaftet und 1967 – der Verschwörung mit den Biafra-Rebellen beschuldigt – als politischer Gefangener für 22 Monate inhaftiert.

Soyinka gründet seine Schrften vor allem auf die Mythologie seines Stammens – die Yoruba. Er hat über 20 Dramen, Romane und Gedichte veröffentlicht. Seine literarische Sprache ist von großer Tragweite und einem reichen Wortschatz geprägt. Neben vielen Literaturpreisen und Ehrentiteln erhielt er 1986 als erster Afrikaner den Nobelpreis für Literatur.

Das Zukunftsforum

Universität und Stadt gründen mit dem „Zukunftsforum: Wissenschaft – Kultur – Gesellschaft“ eine Plattform, um zukunftsträchtige Themen im Gespräch zwischen der akademischen Wissenschaft und Partnern aus den Bereichen Kultur, Technik, Wirtschaft und Politik zu reflektieren. Dies wird in Form öffentlicher Tagungen und durch Workshops im kleinen Kreis geschehen. Mit dem Zukunftsforum soll ein Beitrag zur Orientierung in einer zunehmend ausdifferenzierten Gesellschaft geleistet werden, der natur- und geisteswissenschaftliche Herangehensweisen zusammenführt und mit zentralen Zukunftsfragen der Gesellschaft verknüpft.

Die institutionelle Kooperation des Zukunftsforums ist offen für weitere Partner, um Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in dieser Fragestellung zu verbinden. Derzeit ist bereits das global agierende Unternehmen British American Tobacco (B.A.T.), dessen wichtigste Produktionsstätte in Europa in Bayreuth beheimatet ist, durch seine Stiftung für Zukunftsfragen am Zukunftsforum beteiligt

Mehr über Wole Soyinka können Sie hier nachlesen