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07.02.2007

Bayreuther Barock: Der Vorverkauf beginnt

Freunde barocker Opernmusik dürfen sich schon jetzt auf außergewöhnliche Konzerterlebnisse im Herbst in Bayreuth freuen. Der diesjährige “Bayreuther Barock” (14. – 29. September) wartet mit hochkarätigen Ensembles und wiederentdeckten kompositorischen Kostbarkeiten auf – so mit der Oper “Fredegunda” von Reinhard Keiser, die zuletzt vor nahezu 300 Jahren auf einer deutschen Bühne zu sehen war. Der Vorverkauf für die Konzerte der Festivals startet am Samstag, 10. Februar. Karten gibt’s bei der Theaterkasse der Kongress- und Tourismuszentrale, Luitpoldplatz 9, Telefon 09 21/6 90 01, Fax: 09 21/ 88 53 8, E-Mail: ticketservice@bayreuth-tourismus.de oder im Internet unter www.bayreuther-barock.bayreuth.de.

Kein geringerer als König Artus eröffnet den diesjährigen Bayreuther Barock. Die Semi-Opera mit einem Text von John Dryden und der Musik von Henry Purcell wird in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Die gemeinsame Produktion der Händel-Festspiele Halle, des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, der Festwochen Herrenhausen, des Festivals Kissinger Winterzauber, des Theatre Royal Bury St. Edmunds und des Festivals Bayreuther Barock wurde mit freundlicher Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Bayreuth ermöglicht. Es spielt die Lautten Compagney Berlin auf historischen Instrumenten und es singen die Vokalsolisten der Capella Angelica. Unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner und der Regie von Colin Blumenau musizieren und agieren elf Sängerinnen und Sänger sowie vier Schauspieler.

Das Libretto zu diesem Märchenspiel um König Artus und den Zauberer Merlin schrieb John Dryden, Hofdichter von Charles II. im Jahr 1684. In einer Welt voller Feen und Geister entspinnt sich eine abwechslungsreiche und originelle Handlung um verwunschene Burgen und einander bekämpfende Zauberer, die zahlreiche Gelegenheiten für Gesang und Tanz bietet. Die Handlung dreht sich hauptsächlich um die Bemühungen von König Artus, seine Verlobte, die blinde Prinzessin Emmeline von Cornwall, aus den Armen seines Erzfeindes, des Sachsenkönigs Oswald von Kent zu retten.

“King Arthur” wurde schon im 18. und 19. Jahrhundert zu Purcells populärstem Bühnenwerk. Wegen der immensen Schwierigkeit für viele Theater, dieses Stück für Tänzer, Schauspieler und Sänger angemessen zu besetzen, kann dieses Kleinod allerdings nur sehr selten szenisch aufgeführt werden.

“Fredegunda” von Reinhard Keiser

Szenenfoto aus Fredegunda: Foto: A. T. SchaeferDie zweite Oper des Bayreuther Barock ist eine für dieses Festival typische “Ausgrabung”. Die Bayerische Theaterakademie August Everding München gastiert mit der Barockoper „Fredegunda” von Reinhard Keiser. Damit kehrt ein seit fast 300 Jahren ungespieltes Werk auf die deutsche Bühne zurück. Seine Uraufführung 1715 in Hamburg war ein Sensationserfolg. „Fredegunda” war neben seinem „Carneval in Venedig“ das erfolgreichste und am häufigsten gespielte Werk von Keiser an der „Oper am Gänsemarkt“ – und das über 20 Jahre lang.

Den geschichtlichen Hintergrund zu “Fredegunda” bilden die Konflikte um die Ehe des Frankenkönigs Chilperich I. (539 – 584) mit der westgotischen Prinzessin Galswintha. Fredegunda, Chilperichs Geliebte, bringt die spanische Prinzessin, die Chilperich aus Gründen der Staatsräson geheiratet hat, durch falsche Beschuldigungen in Misskredit und die fatalen Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Trotz ihrer “Zauberkräfte” muss Fredegunda sich schließlich geschlagen geben. Das Herrscherpaar wird gemäß barocker Konvention bejubelt, Fredegunda tötet sich. Liebe und Unschuld siegen gegen Intrige und Verrat.

Szenenfoto aus Fredegunda; Foto: A. T. SchaeferDie Erstaufführung der “Fredegunda”, unter dem Dirigat Christoph Hammers mit der Neuen Münchner Hofkapelle will in der Inszenierung Tilman Knabes auch einen Beitrag zur Wiederentdeckung Reinhard Keisers leisten. Dieses Werk, das abseits des Standardrepertoires liegt, weckt die Neugier auf weitere‚ verborgene Schätze des Musiktheaters.

Zu beiden Opern werden kostenlose Einführungsvorträge im Markgräflichen Opernhaus angeboten.

Die beiden Opernensembles zeigen ihr Können auch in zwei extra für das Opernhaus zusammengestellten Konzerten. Das Barockorchester der Lautten Compagney präsentiert ein barockes Orchesterkonzert. Von einer Bachschen Orchestersuite über zwei Concerti grossi der Meister Händel und Vivaldi spannt sich der Bogen bis zu Henry Purcell.

Das Kammerensemble der Neuen Hofkapelle München spielt Cembalokonzerte und Violinsonaten von Giovanni Battista Platti, Francesco Veracini, Antonio Vivaldi und Georg Philip Telemann.

Infos im Internet: www.bayreuther-barock.bayreuth.de