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20.08.2007

Bayreuther Barock mit glanzvollem Programm

Vom 14. bis 29. September – Keiser-Oper “Fredegunda” kehrt nach fast 300 Jahren zurück auf die deutsche Bühne zurück

Szenenfoto aus FredegundaVom 14. bis 29. September lädt Bayreuth Freunde hochkarätiger Barockmusik zu besonderen Konzerterlebnissen ein. Der Bayreuther Barock, das Festival der einstmaligen Stars barocker Bühnen, beschert ein Programm mit glanzvollen Produktionen und besonderen “Ausgrabungen”. Noch gibt es Restkarten für die Opern und Konzerte des Festivals.

Kein geringerer als König Artus eröffnet am Freitag, 14. September, den diesjährigen Bayreuther Barock. Die Semi-Opera mit einem Text von John Dryden und der Musik von Henry Purcell wird in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Die gemeinsame Produktion der Händel-Festspiele Halle, des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, der Festwochen Herrenhausen, des Festivals Kissinger Winterzauber, des Theatre Royal Bury St. Edmunds und des Festivals Bayreuther Barock wurde mit freundlicher Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Bayreuth ermöglicht.

Es spielt die Lautten Compagney Berlin auf historischen Instrumenten und es singen die Vokalsolisten der Capella Angelica. Unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner und der Regie von Colin Blumenau singen und agieren elf Sängerinnen und Sänger sowie vier Schauspieler.

Das Libretto zu diesem Märchenspiel um König Artus und den Zauberer Merlin schrieb John Dryden, Hofdichter von Charles II. im Jahr 1684. In einer Welt voller Feen und Geister entspinnt sich eine abwechslungsreiche und originelle Handlung um verwunschene Burgen und einander bekämpfende Zauberer, die zahlreiche Gelegenheiten für Gesang und Tanz bietet.

King Arthur avancierte im 18. und 19. Jahrhundert zu Purcells populärstem Bühnenwerk. Wegen der immensen Schwierigkeiten für viele Theater, das Stück für Tänzer, Schauspieler und Sänger angemessen zu besetzen, kam dieses Kleinod allerdings nur sehr selten szenisch zur Aufführung.

Die zweite Oper des Bayreuther Barock ist eine für dieses Festival typische “Ausgrabung”. Die Bayerische Theaterakademie August Everding München gastiert mit der Barockoper “Fredegunda” von Reinhard Keiser und verhilft damit einem seit fast 300 Jahren ungespielten Werk zurück auf die deutsche Bühne. Seine Uraufführung 1715 in Hamburg war ein Sensationserfolg. “Fredegunda” war neben Keisers “Carneval in Venedig” dessen erfolgreichstes und am häufigsten gespieltes Werk an der “Oper am Gänsemarkt” – und das über 20 Jahre lang.

Den geschichtlichen Hintergrund zu “Fredegunda” bilden die Konflikte um die Ehe des Frankenkönigs Chilperich I. (539 – 584) mit der westgotischen Prinzessin Galswintha. Fredegunda, Chilperichs Geliebte, bringt die spanische Prinzessin, die Chilperich aus Gründen der Staatsräson geheiratet hat, durch falsche Beschuldigungen in Misskredit und die fatalen Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Trotz ihrer “Zauberkräfte” muss Fredegunda sich schließlich geschlagen geben. Das Herrscherpaar wird gemäß barocker Konvention bejubelt, Fredegunda tötet sich. Liebe und Unschuld siegen gegen Intrige und Verrat.

Die Erstaufführung der “Fredegunda” unter dem Dirigat Christoph Hammers mit der Neuen Münchner Hofkapelle soll in der Inszenierung Tilman Knabes auch einen Beitrag zur Wiederentdeckung Reinhard Keisers leisten. Dieses Werk, das abseits des Standardrepertoires liegt, weckt die Neugier auf weitere‚ verborgene Schätze des Musiktheaters.

Zu beiden Opern werden kostenlose Einführungsvorträge am Tag der Aufführung eine Stunde vor Aufführungsbeginn im Markgräflichen Opernhaus angeboten.

Die beiden Opernensembles zeigen ihr Können zudem auch in zwei extra für das Opernhaus zusammengestellten Konzerten. Das Barockorchester der Lautten Compagney präsentiert ein barockes Orchesterkonzert (15. September). Von einer Bachschen Orchestersuite, über zwei Concerti grossi der Meister Händel und Vivaldi spannt sich der Bogen bis zu Henry Purcell. Und das Kammerensemble der Neuen Hofkapelle München spielt Cembalokonzerte und Violinsonaten von Giovanni Battista Platti, Francesco Veracini, Antonio Vivaldi und Georg Philip Telemann (29. September).

Karten für das Festival gibt’s bei der Theater-kasse der Kongress- und Tourismuszentrale, Luitpoldplatz 9, Telefon 09 21/6 90 01, Fax: 09 21/88 53 8, Email: ticketservice@bayreuth-tourismus.de oder im Internet unter www.bayreuther-barock.bayreuth.de.