Stadt Bayreuth

15.12.2008

Bayreuther Materialforscher erhält Karl Heinz Beckurts-Preis

Für seine herausragenden Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Biotechnologie, Biochemie und Protein-basierter Materialien wurde der Bayreuther Materialforscher Professor Dr. Thomas Scheibel mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis 2008 ausgezeichnet.

Der seit einem Jahr in Bayreuth lehrende und forschende Inhaber des Lehrstuhls für Biomaterialien in der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Preis am 12. Dezember in der Münchner Residenz. Der Karl Heinz Beckurts-Preis wird für herausragende wissenschaftlich-technische Leistungen vergeben, von denen Impulse für die industrielle Innovation ausgegangen oder zu erwarten sind. “Mit diesen Preisen geben wir – ganz im Sinne des Selbstverständnisses der Stiftung – ein wichtiges Signal für die Würdigung hervorragender Forschungs- und Entwicklungsergebnisse, die den Weg in die Anwendung schaffen”, so der Stiftungsvorsitzende Professor Günther Wess.

Erstmals konnte dank der Arbeiten von Professor Scheibel ein außergewöhnliches Naturprodukt, die von Spinnen produzierten Spinnenseidenproteine, auf biotechnologischem Wege hergestellt werden. Dieses in Festigkeit und Dehnbarkeit außergewöhnliche faserförmige Naturmaterial ist stabiler als die meisten Kunstfasern, ist biokompatibel und anti-allergen, hat aber aufgrund fehlender geeigneter Produktionsverfahren bisher noch keinen Einzug in Industrie und Technik gefunden. Durch ihre innovativen Lösungsansätze konnte die Arbeitsgruppe von Professor Scheibel nun eine weltweit einzigartige Technologie entwickeln, die eine großtechnische biotechnologische Produktion von – der natürlichen Spinnenseide nachempfundenen – Seidenproteinen ermöglicht und zudem eine Herstellung von Seiden mit definierten Eigenschaften erlaubt.