Stadt Bayreuth

20.11.2013

Bayreuther Wirtschaft schaut positiv in die Zukunft

IHK Oberfranken: Unternehmen in und um Bayreuth profitieren von steigenden Exporten
Im IHK-Gremium Bayreuth wird die aktuelle Geschäftslage deutlich besser eingeschätzt als noch im Frühsommer – so das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth. Die Erwartungen für die kommenden 12 Monate haben sich ebenfalls noch einmal verbessert. Der Konjunkturklimaindex der IHK für die Region Bayreuth stieg um 10 Punkte auf 126,7 Punkte.

Die aktuelle Geschäftslage wird von 46 Prozent der Unternehmen positiv beurteilt, aus Sicht von 10 Prozent der Unternehmen fällt sie negativ aus. Die Ergebnisse fallen damit deutlich besser aus als bei der IHK-Konjunkturbefragung im Frühsommer 2013. Die Umsatzentwicklung wird dabei sowohl von der Nachfrage im In- und Ausland getragen. Gerade beim Absatz in die EU, nach Russland und die ehemaligen GUS-Staaten sowie nach Nordamerika verzeichnete die Mehrzahl der exportierenden Unternehmen eine verstärkte Nachfrage. Lediglich der asiatische Markt verzeichnete eine leichte Nachfrageschwäche.
EZB-Chef Mario Draghi treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus!

Kritik übt IHK-Vizepräsident Oliver Gießübel an der europäischen Zentralbank. „Die jüngste Senkung des Leitzinses ist unverständlich. Klar ist aber, dass mit einer derartigen Maßnahme die Hoffnung auf eine vernünftige Altersvorsorge weiter schwindet, da sich auf dieser Zinsbasis kaum noch eine Rendite erwirtschaften lässt.“ Mittelfristig haben deshalb gerade die Älteren wesentlich weniger Geld zur Verfügung, das sie ausgeben können, sei es im Einzelhandel, sei es für Dienstleistungen oder für Reisen. Gießübel: “EZB-Chef Mario Draghi treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus!“

Der größte Teil der Unternehmen über alle Branchen hinweg beklagt in der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth die steigenden Kosten, vor allem bei der Energie und beim Personal, in den meisten Fällen können diese Mehrkosten nicht oder nur teilweise an die Abnehmer weitergegeben werden. Den Kunden freut es zunächst einmal, die ansässigen Unternehmen weniger. Einzelhändler etwa geraten dadurch gegenüber dem Online-Handel weiter ins Hintertreffen. Die regionale Wirtschaft erfreut sich einer guten und deutlich verbesserten Kapazitätsauslastung. Die Ertragslage der Unternehmen hat sich verbessert, es überwiegt aber noch die negative Einschätzung.
Unternehmen: Deutliche Mehrheit rechnet mit Aufwärtstrend

29 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden 12 Monaten eine positive, 11 Prozent eine negative Geschäftsentwicklung. Die weitere Entwicklung des Auftragsvolumens im Inland wird dabei unverändert positiv, im Ausland sogar sehr positiv eingeschätzt. Die Unternehmen rechnen in allen wichtigen Märkten mit einer steigenden Nachfrage. „Die Produkte aus dem Wirtschaftsraum Bayreuth sind weiterhin weltweit gefragt“, so Gießübel.

Die Unternehmen rechnen damit, dass die Kapazitätsauslastung nach dem großen Schub in der ersten Jahreshälfte noch einmal leicht ansteigt. Die Investitionsquote, also der Anteil der Unternehmen mit Investitionsabsichten, hat sich noch einmal leicht verbessert: 90% aller Unternehmen haben konkrete Investitionsabsichten. Insgesamt wollen die Unternehmen im Inland noch einmal deutlich mehr als zuletzt investieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Ersatzbeschaffungen, gefolgt von Produktinnovationen und Rationalisierungen. Auch im Ausland soll mehr investiert werden. Dazu Peter Belina, Konjunkturexperte der IHK: „Es fällt auf, dass die Unternehmen wieder mehr im Ausland investieren. Da allerdings Produktinnovationen im Mittelpunkt stehen, wird dadurch letztendlich der Standort Bayreuth gestärkt.“
Weiterer Beschäftigtenzuwachs prognostiziert

Die insgesamt positive Einschätzung der Lage führt dazu, dass die IHK-Mitgliedsunternehmen im Raum Bayreuth ihr Personal aufstocken wollen. Nach Hochrechnungen der IHK für Oberfranken Bayreuth soll die Zahl der Mitarbeiter in den kommenden 12 Monaten um rund 3 Prozent steigen. Lediglich im IHK-Gremium Marktredwitz-Selb fallen die Erwartungen auch so positiv aus. „Angesichts sinkender Schulabgängerzahlen und niedriger Arbeitslosenquote lässt sich der Fachkräftebedarf in immer mehr Berufszweigen immer schlechter abdecken“, so Gießübel. Die Unternehmen fordert er auf, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Wege der Mitarbeitergewinnung zu bestreiten. Gießübel: „Ein vergleichsweise großes Potential gibt es derzeit vor allem bei Frauen, die gerne länger arbeiten würden, und bei älteren Arbeitnehmern, deren Erfahrungsschatz oft Gold wert ist.“

Siehe hirzu auch: IHK-Konjunkturbefragung Herbst 2013

Quelle: PRESSEINFO der IHK-Oberfranken 14.11.2013