Stadt Bayreuth

02.04.2014

Bayreuther Zukunftsforum 2014 zum Thema “Recht und Moral”

Am 4. April öffentliches Symposium mit hochkarätigen Referenten

Das Bayreuther Zukunftsforum 2014 rückt am 4. April auf dem Campus der Universität das Thema “Recht und Moral” in den Mittelpunkt. Hochkarätige Referenten aus den Bereichen der Rechtswissenschaft, der Justiz, der Korruptionsbekämpfung, des Sports und der Wirtschaft reflektieren kritische Fragen nach ethischen Standards und dem Gebot sittlicher Selbstregulierung des freiheitlichen Verhaltens.

Universität und Stadt Bayreuth haben mit dem 2008 ins Leben gerufenen Zukunftsforum eine gemeinsame Plattform geschaffen, um zukunftsträchtige Themen im Gespräch zwischen Wissenschaft und Partnern aus Kultur, Technik, Wirtschaft und Politik zu reflektieren. Das Zukunftsforum ist dem Dialog verpflichtet. Es soll in einer zunehmend ausdifferenzierten Gesellschaft und globalisierten Welt einen Beitrag zur Orientierung leisten, indem natur- und geisteswissenschaftliche Fragestellungen zusammengeführt und mit zentralen Zukunftsfragen der Gesellschaft verknüpft werden.

Am 4. April wird das Thema “Recht und Moral” im Zentrum des Zukunftsforums stehen. Bei der Frage, wie man sich verhalten soll, geben Recht und Moral oft, aber nicht immer, die gleichen Antworten. Aber ist ein Verhalten billigenswert, nur weil es rechtlich erlaubt ist? Oder: Darf man sich über Gewissen und Moral hinwegsetzen, weil die Rationalität der Marktgesetze und das ökonomische Prinzip dies erfordern?

Als Referenten konnten hochkarätige Vertreter aus den Bereichen der Rechtswissenschaft, der höchsten Gerichtsbarkeit, aus dem Bereich des Sports und der Korruptionsbekämpfung sowie aus dem Management eines süddeutschen Weltunternehmens gewonnen werden. Ergänzt wird das Forum durch einen Vortrag über Recht und Moral seit dem Ende der DDR aus theologischer Sicht.

Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio (Bonn) wird über “Normen für die Wirtschaft: Moralisierung des Rechts oder Verrechtlichung der Moral?” sprechen. Der Referent war bis 2011 Richter des Bundesverfassungsgerichts, dort besonders für Europarecht und Parteiverbotsverfahren zuständig, und ist Professor für Öffentliches Recht an der Universität Bonn. Zuvor lehrte der auch in Soziologie promovierte frühere Sozialrichter an den Universitäten Münster, Trier und München.

Sylvia Schenk (Frankfurt am Main) wird zum Thema “Fair Play fällt nicht vom Himmel – Über das Verhältnis von Regeln und Moral im Sport” referieren. Die Juristin und ehemalige Leistungssportlerin war eine der Ersten, die Doping im Radsport anprangerte und sich durch ihr beherztes Vorgehen große Verdienste erwarb. Sie gilt als eine der profiliertesten Persönlichkeiten im Kampf gegen Korruption. Von 2007-2010 saß sie Transparency International Deutschland vor. Heute arbeitet sie als Rechtsanwältin.

Dr. Christine Hohmann-Dennhardt (Stuttgart) wird den Vortrag “Wirtschaftsethik und Recht” halten. Seit 2011 ist sie im Vorstand der Daimler AG für den Bereich “Integrität und Recht” (Compliance) verantwortlich. Die promovierte Arbeitsrechtlerin war zunächst Sozialrichterin, dann hessische Ministerin für Justiz, später für Wissenschaft und Kunst. Als Richterin des Bundesverfassungsgerichts (1999-2011) war sie besonders für das Familienrecht zuständig.

Prof. Dr. Dr. h. c. Richard Schröder (Berlin) wird über das Thema “Überall nach Nutzen suchen ziemt dem freien Menschen nicht” referieren. Der Theologe und Philosoph zählt zu den Gestaltern der deutschen Einheit. Er wirkte zunächst an kirchlichen Hochschulen in der DDR, denen die staatliche Anerkennung versagt blieb. 1990 wurde er in die Volkskammer der DDR gewählt, war Fraktionsvorsitzender der SDP, lange Mitglied in der Grundwertekommission der SPD, im Nationalen Ethikrat, im Rat der EKD und im Vorstand der Deutschen Nationalstiftung. Von 1991-2009 lehrte er Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

(Quelle: Universität Bayreuth)

MEHR ZUM THEMA

Die Veranstaltungen des Zukunftsforums sind öffentlich. Weitere Informationen zum Programm unter www.zukunftsforum.uni-bayreuth.de

An das Symposium schließt sich um 18 Uhr ein öffentlicher Festakt zur Verleihung des Wilhelmine-von-Bayreuth-Preises der Stadt Bayreuth an Pfarrer Christian Führer aus Leipzig an. Die Laudatio hält die Theologin Prof. Dr. Margot Käßmann.