Stadt Bayreuth

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20.04.2010

Bayreuths Busverkehr soll flüssiger werden

In den kommenden Monaten werden zahlreiche Ampelanlagen umgebaut – Ziel: Busbeschleunigung

Bayreuths Ampeln werden umgerüstet, damit der Stadtbus nicht mehr so oft rot siehtBayreuths Stadtbusverkehr soll weniger im Stau stehen und besser fließen: Deshlab wird ab Mai dieses Jahres – in drei Abschnitten über rund ein Jahr hinweg – ein Teil der Ampelanlagen in der Stadt so umgebaut, dass verspätete Stadtbusse an ihnen nicht mehr halten müssen, um wieder im (Fahr-)Plan zu sein.

Die Kosten für die Maßnahme betragen insgesamt 2,36 Millionen Euro, von denen die Stadt Bayreuth aber nur etwa eine halbe Million zu tragen hat – knapp 80 Prozent der Kosten werden durch Fördermittel für den Nahverkehr finanziert.

Bei der Umsetzung des Projektes, das bereits vor einigen Wochen den Mitglieder des Verkehrsausschusses vorgestellt worden ist, arbeitet die Stadt eng mit dem Darmstädter Experten Professor Günther Heinz zusammen. Wichtig, so Professor Heinz, sei, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine absolute Bevorrechtigung für den Stadtbus handelt, sondern dass vorhandene grüne Wellen erhalten bleiben. „Und wenn Eingriffe in die Grünphasen stattfinden, dann werden sie im Anschluss wieder kompensiert.“ Erfahrungen auf diesem Gebiet hat das Büro von Heinz + Feier GmbH unter anderem bei Projekten in Stuttgart, Saarbrücken und Schweinfurt gewonnen. Auch in Bamberg vertraut man bei der Busbeschleunigung der Heinz + Feier GmbH.

Die Regelungen an den ausgewählten Ampeln sollen auch die Zeiten vergessen machen, in denen Fahrzeuge gestoppt wurden, obwohl sich aus der anderen Fahrtrichtung , die Grün hatte, kein Auto mehr der Kreuzung näherte. Wie wird das erreicht? Für den normalen Verkehr genügen Videokameras und so genannte Induktionsschleifen unter der Fahrbahndecke, die feststellen können, ob und wie viele Fahrzeuge gen Ampel rollen. Fachmann Günther Heinz: „So können wir anderen Fahrtrichtungen früher Grün geben, wenn aus einer Richtung nichts mehr kommt.“ Der Individualverkehr profitiert auch, weil die Ampelphasen „auf Basis aktueller Verkehrszählungen“ neu eingestellt werden, sofern dies nötig ist.

Die Busse der Bayreuther Verkehrs- und Bäder-GmbH (BVB) indes melden sich selbst per Funk an den entsprechend ausgerüsteten Ampeln an, indem sie ihre Daten senden. Die Vorrichtung dafür ist in den Bussen bereits eingebaut. Und wenn der Bus seinem Zeitplan hinterher hinkt, wird die Anlage an der Kreuzung mit dem Umspringen auf Rot so lange warten, bis der Bus vorüber ist, oder sie wird früher auf Grün schalten. Bei der nächsten Phase freilich wird erneut korrigiert, um die „grüne Welle“ wiederherzustellen – es sei denn, es kommt der nächste verspätete Bus.

LED-Technik

Ein schöner „Nebeneffekt“ der Umbau-Maßnahme: Die 25 Ampeln leuchten künftig anders, weil sie mit Leuchtdioden-Technik (LED) ausgestattet werden. Der Vorteil: Es wird weniger Strom verbraucht, die Anlagen sind eher gefeit gegen Störungen, und auch starke Sonneneinstrahlung macht ihnen nicht so viel aus wie den technisch veralteten, bei denen unter gewissen Umständen schon mal der Eindruck entstehen kann, dass Rot, Gelb und Grün gleichzeitig leuchten.

Die erste Umbauphase (Mai bis Juli) betrifft neun Ampelanlagen im westlichen Teil der Stadt, so etwa auf Teilen des Hohenzollernrings, am Freiheitsplatz und auf der Scheffelstraße. Ab September sind dann weitere neun Lichtzeichen-Signalanlagen im Norden (Bahnhofstraße, Bernecker Straße) an der Reihe; auch hier sind drei Monate für die Bauarbeiten eingeplant. Die restlichen sieben Ampeln (unter anderem Königsallee) werden ab März 2011 erneuert.

Beim Aufrüsten werden ohnehin anstehende Arbeiten so weit wie möglich mit erledigt, sodass Verkehrsbeeinträchtigungen im Rahmen bleiben. Provisorische Ampeln werden den Verkehr weiter automatisch regeln. Dies betrifft vor allem den Freiheitplatz, wo die gesamte Ampelanlage um separat verampelte Linksabbiegespuren erweitert wird.