Stadt Bayreuth

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11.11.2010

Bierregion Bayreuth will ihre Potentiale nutzen

Landesausstellung 2016: Trotz Zuschlag für Aldersbach gibt sich Bayreuth kämpferisch

Die Partner der Bierregion Bayreuth.Die Bayerische Landesausstellung „Bier in Bayern“ 2016 kommt völlig überraschend in das kleine niederbayerische Örtchen Aldersbach (4.500 Einwohner). In der Bierregion Stadt und Landkreis Bayreuth steckt man trotz einer gewissen Enttäuschung – man hatte sich mit zwei Bier-Weltrekorden schon ein gewisse Chance auf den Zuschlag erhofft – den Kopf nicht in den Sand.

Im Gegenteil: die Vorbereitungen zur Bewerbung haben zahlreiche ungenutzte Potentiale bei der überregionalen Vermarktung der Bierregion Bayreuth zu Tage gefördert. Die will man nun offensiv und gemeinsam nutzen. Gemäß dem Motto: Wir haben eigentlich immer Landesausstellung, denn bei uns ist zum Thema Bier überall und das ganze Jahr etwas geboten.

Logisch, eine gewisse Enttäuschung ist schon da. Darüber sind sich alle Beteiligten der Projektarbeitsgruppe „Landesausstellung 2016 – in den historischen Brauerein der Bierregion Bayreuth“, die die Bewerbungsunterlagen ausgearbeitet haben und die Bewertungskommission vor Ort geführt haben, einig. Schließlich ist man im harten bayernweiten Wettbewerb bis in die Endrunde vorgestoßen und hatte sich mit den beiden Bier-Weltrekorden Außseß (höchste Brauereidichte der Welt), Maisels Bier- und Büttnereimuseum (umfangreichstes Biermuseum der Welt), dem spannenden Mix aus traditioneller Bierhistorie und aktueller Bierkultur, dem authentischen Ausstellungsort in den einmaligen Räumlichkeiten der alten AKTIEN-Brauerei auf dem Bayreuther Bierhügel und der Einbeziehung der privaten Brauer der ganzen Region gute Chancen ausgerechnet.

Von dem stimmigen und professionellen Ausstellungskonzept waren auch die Kommissionsmitglieder aus der Führungsetage des Hauses der Bayerischen Geschichte – das die Ausstellung im Jahr 2016 ausrichten wird – überzeugt und beeindruckt, wie sie auf Nachfrage deutlich machten. Ausstellungsort, Präsentation und Projektteam der Bierregion Bayreuth haben gepasst, alles hoch professionell, man war beeindruckt. Interner Favorit des Hauses der Bayerischen Geschichte sei gar eine Doppelstandort-Ausstellung Kulmbach-Bayreuth gewesen.

Doch es kam anders: die Bewertungsjury im Bayerischen Wissenschafts­ministerium hat sich für nur einen Ausstellungsstandort und für viele überraschend für Aldersbach, Landkreis Passau, Niederbayern, entschieden. Die dort für Millionenbeträge frisch renovierten Räume des ehemaligen Zisterzienserklosters, das berühmt für seine Asamkirche ist, haben wohl den Ausschlag gegeben. Damit sind Bayreuth und Kulmbach, Amberg, Augsburg und viele andere aus dem Rennen; aber auch das hoch favorisiert gehandelte Ingoldstadt, in dem nicht zuletzt das bayerische Reinheitsgebot – der eigentliche Anlaß der Landesaustellung – verkündet wurde, geht leer aus.

Bierregion Bayreuth steckt den Kopf nicht in den Sand 

„Mit der vielfältigen Brautradition und erlebbaren Bierkultur“, so Landrat Hermann Hübner, „brauche man sich nicht verstecken. Für uns mag das Selbstverständlich und ´gewohnt´ sein, aber das gehört sich national noch viel stärker vermarktet.“, so Hübner weiter. „Wir haben jüngst bei den Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit in Bremen erlebt, wie gut unsere Region mit dem Thema Bier ankommt.“ Bayreuths Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl ergänzt: „Wenn wir im Jahr 2016 die Landesgartenschau in Bayreuth haben, werden wir auf jeden Fall auch ein umfassendes touristisches Begleitprogramm – speziell zum Thema ´Bier` – anbieten. Die Grundlagen dafür haben wir ja jetzt erarbeitet. Wir wollen schließlich die Landesgartenschaubesucher von den weiteren Vorzügen der Urlaubs- und Bierregion Bayreuth überzeugen – und zum Übernachten und Wiederkommen bewegen.“

Generell lasse sich mit den Themen Bier, Brauereien und Genuss in der Region Bayreuth das ganze Jahr über hervorragend arbeiten und viele Touristen anlocken. „Echtes Bier-Erlebnis ist bei uns immer und jedes Jahr erlebbar“, so OB und Landrat unisono, „das kann uns keiner nehmen, das werden wir nutzen, da sind wir auf der Gewinnerseite“.