Stadt Bayreuth

04.06.2009

Bleibt Bayreuth der wirtschaftliche Einbruch erspart?

Aktuelle IHK-Konjunkturbefragung: In Bayreuth ist die Krise zu spüren, wirkt sich aber weniger heftig aus

Auch im Wirtschaftsraum Bayreuth ist die Krise zu spüren, doch sie wirkt sich bislang weniger heftig aus als in anderen oberfränkischen Teilregionen. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für Oberfranken Bayreuth nach der Auswertung ihrer aktuellen Konjunkturbefragung. Die aktuelle Geschäftslage schätzen 32 Prozent der befragten Bayreuther Unternehmer positiv ein, 34 Prozent dagegen negativ.

Pessimistischer ist der Blick in die Zukunft: 20 Prozent der Befragten aus Stadt und Landkreis Bayreuth rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 29 Prozent befürchten eine weitere Verschlechterung. „Die Wirtschaftskrise hat den Standort Bayreuth bislang nicht voll getroffen. Dennoch sind viele Unternehmer verunsichert und reagieren verhalten“, so Alexander Burkhardt, Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums (IHG) Bayreuth. Da sich die Wirtschaft weltweit derzeit zu stabilisieren scheint, bleibt Burkhardt zuversichtlich. „Dem Standort Bayreuth könnte ein heftiger Einbruch erspart bleiben.“

Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch die oberfränkische Wirtschaft im Griff. Vor allem das Transportgewerbe und die Industrie klagen über eine aktuell schlechte Geschäftslage. „Gerade in der Industrie sind die Auswirkungen der Krise unmittelbar zu spüren. Die Rezession wirkt sich inzwischen auf nahezu alle Industriebereiche aus. Besonders schwer getroffen sind in Oberfranken neben den Kfz-Zulieferbetrieben vor allem der Maschinenbau, die Hersteller von Investitions- und Vorleistungsgütern sowie die chemische und die Kunststoffindustrie“, erläutert Wolfram Brehm, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik. Unmittelbar vom Auftragsmangel betroffen sei auch die Transportwirtschaft.
Aktuell beurteilen 32 Prozent der befragten Unternehmen im Wirtschaftsraum Bayreuth ihre derzeitige Lage positiv, 34 Prozent negativ (Oberfranken: 19 Prozent bzw. 35 Prozent). Damit ist die Beurteilung der Geschäftslage in Stadt und Landkreis Bayreuth im Mai 2009 zwar negativ, sie liegt aber auch deutlich über dem oberfränkischen Schnitt.

Bayreuth: Zukunftserwartungen skeptisch
„Die Auswirkungen der Krise sind im Wirtschaftsraum Bayreuth bislang noch weniger heftig zu spüren als in anderen oberfränkischen Teilregionen“, so Burkhardt. „Dennoch macht sich die Unsicherheit in Bezug auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung bemerkbar. Entsprechend skeptisch sind die Erwartungen der befragten Unternehmen an die Zukunft.“ Nur jedes fünfte Unternehmen hat positive Erwartungen für die kommenden Monate, 29 Prozent sind skeptisch (Oberfranken: 20 Prozent bzw. 31 Prozent).

Dennoch bleibt die Investitionsquote stabil: 89 Prozent der Unternehmen im Raum Bayreuth planen in den kommenden Monaten Investitionen. „Der regionale Arbeitsmarkt wird die Auswirkungen der Krise aber wohl trotzdem zu spüren bekommen“, so Burkhardt. Nur 9 Prozent der befragten Unternehmen im Raum Bayreuth rechnen mit einer zunehmenden Anzahl der Beschäftigten, 31 Prozent (Oberfranken: 5 Prozent bzw. 36 Prozent) mit einer abnehmenden. 

Oberfränkische Wirtschaft insgesamt stark aufgestellt
„In den vergangenen Wochen waren kaum seriöse Prognosen über die weitere Entwicklung der Konjunktur möglich. Allmählich werden jedoch erste Lichtblicke erkennbar. Weltweit scheint sich die Wirtschaft zu stabilisieren, wenn auch auf niedrigem Niveau, die Talsohle der Krise scheint in Sicht“, so der IHG-Vorsitzende. Auch die Konjunkturpakete entwickeln gerade erst ihre Wirkung und das starke Exportland Deutschland könne davon profitieren. „Ich bin zuversichtlich, dass unsere mittelständisch geprägte oberfränkische Wirtschaft insgesamt in dieser Krisensituation stark aufgestellt ist.“ Weiterhin Handlungsbedarf für die Politik sieht Burkhardt jedoch bei der Kreditversorgung für mittelständische Unternehmen.