Stadt Bayreuth

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30.01.2012

Charta für Familienfreundlichkeit unterzeichnet

Zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft der Region Bayreuth sind der Einladung von Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl und Landrat Hermann Hübner gefolgt und haben die Charta für Familienfreundlichkeit der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) im Kommunalen Jugendzentrum (KOMM) unterzeichnet. Damit bekennen sie sich ausdrücklich dazu, sich künftig verstärkt für die Interessen und Bedürfnisse von Familien einzusetzen und ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen.

Die 55 Räte der EMN haben bereits Ende 2011 die acht Punkte umfassende Charta für Familienfreundlichkeit unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung verpflichten sie sich, sich innerhalb ihrer Möglichkeiten für die Schaffung eines familienfreundlichen Umfeldes einzusetzen, die Lebensqualität zu verbessern und mit der erforderlichen Infrastruktur das soziale Miteinander im beruflichen und privaten Umfeld zu stärken. Im Rahmen der Generationenorientierung soll den unterschiedlichen Lebensphasen und –entwürfen verschiedener Menschen entsprochen werden. Wichtige Punkte sind die Förderung des Meinungs-, Wissens- und Informationsaustausches unter den Generationen und die Stärkung des Verständnisses untereinander. Dabei soll das lebenslange Lernen als Chance gesehen und mit gezielten Maßnahmen unterstützt werden. Im Sinne der Chancengerechtigkeit verpflichten sich die Unterzeichner, gleiche Bildungs-, Entwicklungs- und Karrierechancen zu bieten und weiterzuentwickeln. Außerdem soll die weitere Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch in der EMN verbessert werden.  

Die Zusammenarbeit wird als ein gesamtgesellschaftliches Querschnittsthema gesehen,  das ein gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Engagement aller regionalen Akteure erfordert. Um innerhalb der EMN das Thema „Familienfreundlichste Wirtschaftsregion“ zu leben und nachhaltig Realität werden zu lassen, ist nun die Verbreitung der Charta in der Fläche sowie die Umsetzung konkreter Maßnahmen erforderlich.  

Der Arbeitskreis familienfreundlicher Arbeitgeber des Lokalen Bündnisses für Familie der Stadt Bayreuth  initiierte hierzu eine Veranstaltung. Oberbürgermeister und Landrat luden zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Institutionen, Kirchen, Vereinen und Verbänden ein, um deutlich zu machen, wie sich die Charta  umsetzen lässt. Sofie Geisel, Referentin des Unternehmensnetzwerks „erfolgsfaktor familie“, referierte mit einem provokativen Titel „Etikette oder knallharte Kalkulation: Rechnet sich Familienfreundlichkeit?“ und zeigte auf, dass sich Familienfreundlichkeit wirklich lohnt. Referenten aus der Region untermauerten die Charta mit guten Praxisbeispielen. Am Ende der Veranstaltung unterzeichneten rund 45 Teilnehmer die Charta und arbeiten künftig kontinuierlich daran die Ziele zu erreichen.  

Eva Rundholz, Hauptorganisatorin der Veranstaltung, zeigte sich erfreut über die hohe Resonanz bei der Veranstaltung und die zahlreichen Unterzeichner: „Der Auftakt im KOMM war erst der Anfang. Wir wünschen uns weitere Unterstützer in unserem Anliegen und freuen uns, wenn sich weitere Interessenten bei uns melden.“ 
 
Und so sieht die Charta der Europäischen Metropolregion Nürnberg zur Familienfreundlichkeit aus:

Familienfreundliches Umfeld 
1. Wir tragen mit der Schaffung eines familienfreundlichen Umfeldes in Unternehmen und dem wirtschaftsnahen Umfeld gezielt zur Stärkung des Standortes bei. Damit fördern und unterstützen wir den gemeinschaftlichen regionalen Zusammenhalt, die Lebensqualität und den langfristigen und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg in der Metropolregion Nürnberg. 

2. Mit der bedarfsgerechten Bereitstellung und Erweiterung der dafür erforderlichen Infrastruktur stärken wir das Soziale Miteinander im beruflichen und privaten Umfeld im Rahmen unserer Möglichkeiten. 

Generationenorientierung
3. Im Sinne der Familienfreundlichkeit tragen wir den Lebensphasen und Lebensentwürfen der verschiedenen Menschen mit ihren Ansprüchen und Bedürfnissen Rechnung und forcieren und fördern den Meinungs-, Wissens- und Informationsaustausch unter den Generationen und das Verständnis füreinander. 

4. Dabei begreifen wir lebenslanges Lernen und die gezielte persönliche und soziale Weiterentwicklung und Entfaltung als Chance und fördern diese mit gezielten Maßnahmen im Rahmen unserer Möglichkeiten. 

Chancengerechtigkeit
5. Wir verpflichten uns in der familienfreundlichsten Wirtschaftsregion Deutschlands gleiche Bildungs-, Entwicklungs- und Karrierechancen zu bieten und weiterzuentwickeln, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, Alter und politischer Einstellung.

6. Um die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, arbeiten wir darauf hin, flexible Modelle der Arbeits- und Familiengestaltung zu entwickeln und auszubauen, die es ermöglichen, familiäre Verpflichtungen, soziales Engagement und ehrenamtliche Arbeit ohne berufliche Nachteile und jegliche Form von Diskriminierung wahrnehmen zu können. 

Zusammenarbeit in der Metropolregion 
7. Wir sehen, begreifen und fördern Familienfreundlichkeit als ein gesamtgesellschaftliches Querschnittsthema, das ein gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Engagement aller regionalen Akteure erfordert. 

8. Um innerhalb der EMN das Thema „Familienfreundlichste Wirtschaftsregion“ zu leben und nachhaltig Realität werden zu lassen, setzen sich Politik, Wirtschaft, Institutionen, Kirchen, Vereine, Verbände sowie alle engagierten Bürger gleichermaßen dafür ein und machen sich gemeinsam für deren Umsetzung stark.