Stadt Bayreuth

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10.08.2016

Den Blumen unter den Rock geschaut…

Fotografien von Werner Knaupp vom 11. Juli bis 28. August in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus

Das Kunstmuseum Bayreuth zeigt vom 11. Juli bis 28. August in der Ausstellungshalle des Neuen Rathauses die Ausstellung „…den Blumen unter den Rock geschaut…“ mit Fotografien von Werner Knaupp.

Knaupp-Ausstellung

Das Werk von Werner Knaupp war stets bestimmt von seiner Suche nach extremen Orten und Grenzerfahrungen. In den 70er Jahren hatte er als Hilfspfleger im Bayreuther Nervenkrankenhaus gearbeitet. Damals entstanden eindringliche Zeichnungen der Menschen in dieser Einrichtung. Verbrennungs-Bilder begleiteten seine Zeit in den Sterbehäusern der Mutter Theresa in Kalkutta und seine Arbeit im Nürnberger Krematorium. In Island faszinierte ihn die Gewalt der Natur zwischen Wasser und Feuer, die Unbedeutsamkeit des Menschen. In großen Acrylbildern setzte er diese Kraft in Farbmaterie, „Verwerfungen, Furchungen, knotigen Verdickungen“ (Peter Anselm Riedl) um.

Erste Werke von Werner Knaup zeigte das Kunstmuseum Bayreuth 2010 in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus im Rahmen einer Präsentation der Schenkung von Prof. Dr. Felix und Sybille Böcker. 2005 waren im Alten Barockrathaus die „Nordmeerbilder“ zu sehen. Zum 80. Geburtstag von Werner Knaupp zeigt das Kunstmuseum Bayreuth in diesem Sommer in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus seine neuen, großen, starkfarbigen Fotoserien.

„Der Gegensatz könnte nicht größer sein. Statt der Imagination die Realität. Statt der Malerei die Fotografie. Statt der Oberflächenreliefs der in vielen Schichten aufgetragenen Acrylfarbe die makellose Glätte der auf Alu-Dibond kaschierten Prints. Statt schwarz und weiß die Farbe…“ (Thomas Heyden im Katalog). Mit der Kamera in der Hand ist der Künstler durch den heimischen Garten gegangen und hat „den Blumen unter den Rock geschaut“ (Knaupp). Dabei hat er den ungewöhnlichen Blickwinkel eines Insekts eingenommen, für das eine Blüte so groß ist wie ein Haus oder ein Platz, und hat dem Zufall Raum gelassen. Zwischen Wachsen und im Welken erscheinen Blüten und Blätter aus diesen ungewöhnlichen Perspektiven in wilden Formen, und durch das halbtransparente Blütenblätter durchdringende Licht in nie gesehenen, zuweilen schillernden Farbnuancen. Die Grenzen zwischen Innen und Außen, Oben und Unten, Groß und Klein verschwimmen. Hier wirkt eine „Natur ohne menschliches Maß“ (Knaupp).