Stadt Bayreuth

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02.06.2009

Der Brandenburger See

22. April – 16. Juni: Sonderausstellung des Historischen Museums

“Der Brandenburger See” lautet der Titel einer Sonderausstellung, die in den Räumen des Historischen Museums Bayreuth, Kirchplatz 6, bis zum 16. Juni zu sehen ist.

“St. Georgen am See“ – dieser historische Name für einen Stadtteil, der heutzutage geprägt ist von Industriegebiet, Autobahn und Justizvollzugsanstalt, ist für viele Bayreuther nicht mehr verständlich. Nur Matrosengasse, Insel-, See- und Weiherstraße vermitteln noch eine Ahnung davon, dass hier tatsächlich einmal ein künstlicher See existierte. Optisch eingebettet zwischen Hoher Warte, Oschenberg und Bindlacher Berg, mit Ausblick auf den Sophienberg und den Kirchturm von St. Georgen, bezauberte die landschaftliche Lage des Sees ebenso wie die große Wasserfläche.

Ein Modell im Historischen Museum zeigt das einstmalige St. Georgen am See

Ab 1695 wurde auf Wunsch des damaligen Erbprinzen und späteren Markgrafen Georg Wilhelm ein bereits vorhandener Weiher beträchtlich vergrößert und schiffbar gemacht. Georg Wilhelm hatte während einer Reise nach Holland und England seine Begeisterung für die Seefahrt entdeckt – jedoch bot ihm sein heimatliches fränkisches Fürstentum, küstenfern und eher gebirgig, für dieses Faible leider kaum Gelegenheit.

Dem See, dem Schloss und der von ihm gegründeten und besonders protegierten neuen Stadt St. Georgen blieb Georg Wilhelm zeitlebens besonders verbunden. Hier fuhr er mit seinen Schiffen Neptun, Bacchus und Ritter St. Georg über den See, veranstaltete Schlachten und Feuerwerke und trat selber gerne in thematisch passender Maskierung auf. Doch auch Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine erfreuten sich am außergewöhnlichen Reiz dieses Ortes und nutzten ihn für höfische Feste.

Der Brandenburger See erstreckte sich vom Schloss St. Georgen bis zu einem abschließenden Damm im Bereich der jetzigen Dieselstraße; er umfasste also in etwa das Gelände des heutigen Industriegebiets St. Georgen-West. Die Matrosengasse mit den Häuschen für die fürstlichen Nebenerwerbsmatrosen lag direkt an seinem Südwestufer. Die Furtwänglerstraße kennzeichnet den Verlauf des Nordwestufers. Durch einen von der Steinach abgezweigten Kanal wurde Wasser eingeleitet, vom Südufer konnte es wieder in den Main abgelassen werden. Der letzte Markgraf, Alexander von Ansbach-Bayreuth, ließ den See in den 1770er Jahren trockenlegen, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen.

Die Sonderausstellung des Historischen Museums zeigt zahlreiche Originaldokumente zur Geschichte des Brandenburger Sees, geht auf seine Vorbilder und auf vergleichbare Anlagen anderer Fürsten ein und spürt den letzten spärlichen Relikten nach, die sich in St. Georgen noch finden lassen.

Info: Historisches Museum Bayreuth, Kirchplatz 6; geöffnet: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr; Telefon (09 21) 76 40 10, Fax: (09 21) 76 40 123.

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