Stadt Bayreuth

18.12.2009

Der ganz besondere Erweiterungsbau

Schräge Wände, lange Fassade: Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät bekommt mehr Raum

Bayreuths derzeit größte Hochbaustelle liegt auf dem Campus der Universität: Für insgesamt 18,15 Millionen Euro entsteht hier der Erweiterungsbau der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Nicht nur die Investitionssumme macht dieses Gebäude zu einem ganz besonderen Projekt.

So soll der Erweiterungsbau aussehen

Die erstaunliche Dimension und die außergewöhnliche Architektur verleihen dem Baukörper seine spezielle Note. Nach Angaben der ausführenden Firma, der Eberhard Pöhner GmbH aus Bayreuth, und des Staatlichen Bauamtes erstreckt sich die Fassade auf einer Länge von 105 Metern. Das schafft Raum für zwei große Hörsäle, für Seminarräume, Büros und für ein Foyer, das mit seinen Durchlässen in obere Stockwerke nicht nur ein ästhetisches Ausrufezeichen setzt. Dem großzügigen Eingangsbereich ist zugleich die Funktion eines Veranstaltungsraumes zugedacht.

Der Gebäudetrakt mit den beiden Hörsälen – einer bietet etwa 300, der andere gut 190 Studierenden Platz – macht den technisch und architektonisch anspruchsvollsten der vier Bauabschnitte aus. Nicht nur der Boden ist, wie für Hörsäle üblich, geneigt. Auch Seitenwände werden schräg ausfallen – es entsteht ein neues Raumgefühl, in dem sich gut lernen lässt. Hier handelt es sich um Baukunst auf höchstem Niveau, sagt der Bayreuther Architekt Karl-Heinz Greim, der die Bauleitung des Projektes übernommen hat. Experten der Baufirma schalen die Schrägen, gießen sie dann mit Beton aus – ohne Handarbeit geht das nicht. Und auch nicht ohne perfekte Vorbreitung: Einen wahren Irrgarten aus stützenden und stabilisierenden Gerüsten haben die Männer vom Bau errichtet.

Wie Architekt Karl-Heinz Greim und der Bauleiter der ausführenden Firma, Jörg Ganzleben, bei einer Baustellenbegehung erklärten, liege das Projekt voll im Zeitplan. Der Rohbau werde Ende Februar abgeschlossen, die Gewerke des Innenausbaus seien bereits vergeben oder befänden sich im Stadium der Vergabe. Abgeschlossen wird das Projekt, das auch eine Erweiterung der Teilbibliothek der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in einem eigenen Baukörper umfasst, voraussichtlich im September 2011. Der Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Professor Dr. Jochen Sigloch, wies indes darauf hin, dass auch mit dem neuen Bauwerk die Raumnot seiner Fakultät nicht behoben sei. In das für fünf Lehrstühle ausgelegte Gebäude würden tatsächlich doppelt so viele einziehen. Selbst damit hätten nicht alle Lehrstühle eine angemessene Unterkunft – und ihre Zahl soll künftig weiter steigen. Sigloch dankte ausdrücklich den Alumni der RW-Fakultät für ihren finanziellen Beitrag zur Ausstattung des Neubaus.