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19.11.2008

Der Steppenwolf – ein Kultroman auf der Bühne

Bayreuther Theaterherbst präsentiert Hermann Hesses Bestseller mit Jochen Horst in der Titelrolle

„Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse, für den sein Autor 1946 den Literaturnobelpreis erhielt, steht am Sonntag, 7. Dezember, um 20 Uhr, im Großen Haus der Stadthalle auf dem Spielplan des diesjährigen Bayreuther Theaterherbstes.

Die Bühnenfassung von Joachim Lux in der Inszenierung von Gil Mehmert wird vom Euro-Studio Landgraf in Koproduktion mit dem Stadttheater Fürth präsentiert. Neben Jochen Horst in der Titelrolle spielen Jacqueline Zebisch, Nadine Germann, Dirk Hoener, Markus Campana und Georg Münzer. Die Musik wurde eigens für diese Produktion von Volker Schwanke komponiert. Das Bühnenbild entwarf Matthias Möbius, die Kostüme Steffi Bruhn.

Szene aus dem

Zum Inhalt: Harry Haller, ein fast 50jähriger melancholischer Einzelgänger, befindet sich in einer ihm ausweglos scheinenden Lebenskrise. Er versucht den Zwiespalt in sich und den zwischen sich und der Welt mit dem Bild eines gehetzten Steppenwolfes, der überall heimatlos ist, zu erklären. Auf einem seiner nächtlichen Streifzüge durch die Stadt, fällt ihm auf geheimnisvolle Weise eine Schrift in die Hände, der „Tractat vom Steppenwolf“, in dem genau seine Lebenssituation als Außenseiter beschrieben wird. Erst die Begegnung mit Hermine befreit ihn aus dem Gefängnis seiner Persönlichkeit, sie lehrt ihn die Kunst zu leben, zu lachen und zu tanzen. Mit ihr besucht er zum ersten Mal in seinem Leben ein Maskenfest. Hier wird er in das Magische Theater eingeführt und wird von Hermine und ihren Freunden verführt, bezaubert und verzückt – musikalisch, sinnlich-erotisch und geistig.

Gil Mehmert begann zunächst ein Solistenstudium an der Musikhochschule Köln, wechselte dann von 1987 bis 1991 für ein Regiestudium nach München. An verschiedenen renommierten Theatern hat Mehmert sich einen Namen gemacht, er inszenierte weit über 50 Theaterstücke und Musicals in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2005 wurde er mit dem Regiepreis der Bayerischen Theatertage ausgezeichnet.

Mehmert unterrichtet als Gastprofessor an der Folkwang Hochschule in Essen und an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Nach einem Kurzfilm („Ukulele Blues“, 1999/ 2000) gab er 2004 sein Kinodebüt mit dem eigenwilligen Fußballmärchen „Aus der Tiefe des Raumes“, das sich mit dem Phänomen Günther Netzer befasst. Mehmert schrieb das Drehbuch, führte Regie und erlangte eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis.

Jochen Horst in der Titelrolle

Das breite Fernsehpublikum kennt die Krimi-Figur „Balko“, der Jochen Horst sein Gesicht gab – und die ihm wiederum 1995 den Adolf-Grimme-Preis für den besten Schauspieler einbrachte. Bevor er sich für einen Arbeitsschwerpunkt vor der Kamera entschied, hatte Horst solide Bühnenerfahrungen hinter sich. Er studierte an der Schauspiel- und Musikakademie in Graz sowie am Lee Strassberg Institute in London, spielte am Staatstheater Hannover, Schauspielhaus Graz, Schauspielhaus Essen und am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. Und er wurde mit dem O.E.-Hasse-Preis für den besten Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet.

Seit Mitte der 90er Jahre hat Horst Kinofilme gedreht, zuletzt 2003 „Luther“, war an internationalen Fernseh-Projekten beteiligt und gehört zu den beliebten Fernseh- und Serienschauspielern Deutschlands. Seine Rolle in „Typisch Sophie“ (2004/2005) brachte ihm die Nominierung zum Deutschen Fernsehpreis als bester Serienschauspieler.

Karten für die Aufführung des “Steppenwolf” gibt es an der Theaterkasse, Luitpoldplatz 9 (Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr; Samstag von 9 Uhr bis 14 Uhr; Telefon 09 21/6 90 01; Fax: 09 21/2 20 42; E-Mail: info@kurier-tickets.de.

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