Stadt Bayreuth

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23.08.2010

Deutschlands erster Parlamentspräsident wurde in Bayreuth geboren

Stadt Bayreuth erinnert an Heinrich von Gagern, der am 20. August 1799 im Neuen Schloss das Licht der Welt erblickte

Am Freitag, 20. August, jährt sich der Geburtstag eines gebürtigen Bayreuthers zum 211. Mal, dessen Name Eingang in die deutschen Geschichtsbücher gefunden hat, der in seiner Geburtsstadt selber aber eher selten mit Bayreuth in Verbindung gebracht wird – nämlich Wilhelm Heinrich August von Gagern. In einer Pressemitteilung erinnert die Stadt an sein Wirken als unermüdlicher Streiter für Freiheit und Demokratie und seine Bezüge zu Bayreuth.

Seit Juli 1998 erinnert eine Gedenktafel am Neuen Schloss, Ecke Glasenappweg, an den großen oberfränkischen Liberalen aus Bayreuth. Hier wurde von Gagern 1799 als sechstes Kind von Hans Christian Ernst von Gagern geboren. Als Präsident der ersten deutschen Nationalversammlung 1848 in der Frankfurter Paulskirche ist er in die deutsche Geschichte eingegangen.

Die Eltern von Gagerns waren 1796 auf der Flucht vor den französischen Revolutionstruppen zusammen mit dem Hof des Fürsten von Nassau-Weilburg nach Bayreuth gekommen. Der spätere Revolutionär erblickte in einem Adelssitz das Licht der Welt, denn der preußische Minister für die fränkischen Fürstentümer Karl August Freiherr von Hardenberg stellte der Familie von Gagern im Seitenflügel des Neuen Schlosses ein Quartier zur Verfügung. Nicht nur die Gedenktafel am Neuen Schloss, sondern auch die seit 1950 nach von Gagern benannte Gagernstraße in Morizhöfen erinnern an diese Bezüge zu Bayreuth.

Wahl zum Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung 1848

Heinrich von Gagern verbrachte nur sein erstes Lebensjahr in seiner Geburtsstadt, die Familie erinnerte sich aber später gern an ihren Aufenthalt hier. Von Gagern kämpfte als Offizier gegen Napoleon, im Alter von 16 Jahren erlebte er 1815 des französischen Kaisers Niederlage bei Waterloo. Anschließend ergriff er die juristische Laufbahn in Hessen. Als Vertreter liberalen Gedankenguts war er ein Vorkämpfer für die Grundrechte, eine demokratisch legitimierte Volksvertretung und die deutsche Einheit. Höhepunkt seiner politischen Laufbahn war die Wahl zum Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung 1848. Nach langem politischen Wirken zog er sich 1872, ein Jahr nach der deutschen Reichsgründung, endgültig aus der Politik zurück und wählte Darmstadt als seinen Alterssitz, wo er am 22. Mai 1880 verstarb.