Stadt Bayreuth

IM FOKUS

30.09.2009

Die dichtende Markgräfin

Vortragsveranstaltung mit Oswald Georg Bauer im Alten Rathaus

Die dichterischen Qualitäten der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth werden im Rahmen des Bayreuther Barock in einem Vortrag gewürdigt, den die Volkshochschule Bayreuth und das städtische Kulturamt gemeinsam am Donnerstag, 1. Oktober, um 20 Uhr, im Historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses, Maximilianstraße 33, veranstalten.

Referent ist der Theaterwissenschaftler Oswald Georg Bauer, ehemaliger wissenschaftlich-künstlerischer Mitarbeiter von Wolfgang Wagner und Leiter des Pressebüros der Bayreuther Festspiele, dann Generalsekretär der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, deren Ehrenmitglied er inzwischen ist.

Als Schriftstellerin ist Markgräfin Wilhelmine vor allem durch ihre Memoiren bekannt geworden. Ihre Tätigkeit als Dichterin von Libretti zu den in Bayreuth aufgeführten Opern wurde weniger beachtet, obwohl sie gerade hier völlig neue Wege beschritt, indem sie der bisher an historischen Stoffen orientierten Oper neue Themenkreise erschloss.

Nicht die Geschichte, sondern die „menschlichen Leidenschaften“ sollten nach Wilhelmines Auffassung die Grundlage der Handlung bilden. Im Zusammenspiel mit der Musik und dem Bühnenbild sollten „die Augen und das Gemüth auf gleiche Weise gerührt werden.“ Wilhelmines bedeutendste eigenschöpferische Dichtung ist das Libretto, das sie schlicht als „L’Huomo – Der Mensch“ bezeichnete. Sie verfasste es für den ersten Theaterbesuch ihres Bruders König Friedrich des Großen im Markgräflichen Opernhaus im Juni 1754. Bei diesem philosophischen Diskurs in theatralischer Einkleidung siegt am Schluss die „Vernunft“ – ein „Happyend“ ganz im Sinne der aufgeklärten Verfasserin.