Stadt Bayreuth

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19.11.2008

Die grüne Lunge Bayreuths

Das Stadtgartenamt pflanzt in diesem Herbst 136 neue Bäume auf städtischen Flächen

Bayreuth ist eine grüne Stadt: Fast 20.000 Bäume gibt es in den städtischen Parks, an Straßen und Wegen. Um diesen wertvollen Bestand kümmert sich der Baumpflegetrupp des Stadtgartenamtes. Dieser führt alljährlich im Herbst eine große Neupflanzaktion durch. Dabei werden zum einen Ersatzpflanzungen für die leider immer wieder erforderlichen Fällungen vorgenommen, zum anderen erfährt der Baumbestand auf öffentlichen Flächen insgesamt Zuwachs. Im Zuge von Neubaumaßnahmen wurden heuer 252 Bäume gepflanzt, davon 151 Obstbäume. Weitere 136 Bäume werden derzeit gepflanzt.

Beim Stadtgartenamt werden neue Bäume für die Herbst-Pflanzaktion angeliefert

Der Einkauf der Bäume wird von langer Hand geplant. Nur so kann die Lieferung der speziellen Pflanzenauswahl von den Baumschulen in der gewünschten Größe termingerecht und in guter Qualität erfolgen. Die Arten- und Sortenwahl spiegelt wider, mit welchen Problemen Stadtbäume zu kämpfen haben. Drohendem Schädlingsbefall, Belastungen durch Hundeurin, Bodenverdichtungen und dem schwierigen innerstädtischen Klima soll mit robusten oder resistenten Sorten begegnet werden. Die Fachleute im Stadtgartenamt informieren sich dazu über aktuelle Forschungsergebnisse und auf dem Markt angebotene Neuzüchtungen. Aber auch langjährige eigene Erfahrungen sind wichtig. So hat das Stadtgartenamt unter anderem in engem Austausch mit der Hochschule Anhalt, quasi als Pionier in Deutschland, für Baumpflanzungen die Stammumwicklung mit Bastmatten eingeführt. In diesem Jahr wird die prophylaktische Wirkung eines speziellen weißen Rindenanstrichs bei Eichen gegen Eichensplint-käferbefall getestet.

Das Konzept der Neuanpflanzungen zielt auf einen dauerhaft gesunden Baumbestand ab. Gefällte Bäume werden wo möglich ersetzt und dabei straßenzugweise Leitbaumarten verwendet, wie beispielsweise die Kaiserlinde in der Königsallee. Ein Anliegen ist den Planern vom Stadtgartenamt auch die Wiederansiedlung seltener oder selten gewordener Baumarten. Bei der durch das Ulmensterben dezimierten Ulme hat man mit der seit 2004 im Stadtgebiet gepflanzten Ulmus Hybride “Lobel” bisher gute Erfahrungen gemacht. Das ohnehin für Bäume schwierige Stadtklima hat sich in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels weiter verschärft. Temperatur- und Niederschlagsextrema nehmen zu. Als Folge machen heimische Ahornarten an Straßen und Plätzen der Stadt zunehmend Probleme bis zum vorzeitigen Tod.

Um weiterhin die Artenvielfalt heimischer Baumarten erhalten zu können, werden an die neuen Verhältnisse angepasste Zuchtsorten wie Acer platanoides “Deborah” und Acer pseudoplatanus “Rotterdam” gepflanzt. Auch die erfolgreiche Verwendung von submediterranen Baumarten wie Französischer Ahorn oder der Manna- beziehungsweise Blumenesche belegen die nötige Reaktion auf sich verändernde Bedingungen. Dort wo Hunde ausgeführt werden, erkranken dagegen die sonst so robusten Robinien und müssen zunehmend durch Lederhülsenbäume ersetzt werden; heuer wurden zwei Exemplare Gleditsia tricanthos “Skyline”, eine dornlose Form, gepflanzt. Erwähnenswert ist die Pflanzung von Aesculus turbinata statt der durch Miniermotten regelmäßig geschädigten Rosskastanie, von Liquidambar styraciflua, dem Amberbaum, eines Sacchalin-Korkbaums (Phellodendron sachali-nense) und die Pflanzung des „Baums des Jahres 2008“ – der Walnuss am Seckendorffweg. Ausfälle von Naturdenkmälern werden allerdings nach wie vor mit züchterisch unbearbeiteten Bäumen heimischer Arten ersetzt.

So verbessern die Stadtbäume nicht nur das Stadtklima, sondern laden in ihrer Vielfalt und ihrem Zierwert auch zu Baumerkundungen im Stadtgebiet ein.