Stadt Bayreuth

IM FOKUS

01.12.2015

Die Wiederentdeckung der Mühlen am Roten Main

Unter Federführung der Stadt Bayreuth und in enger Zusammenarbeit mit den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach sowie den Gemeinden Heinersreuth und Neudrossenfeld entsteht derzeit ein Rot-Main-Auen-Weg. Der thematische Spazier- und Wanderweg führt durch die Kulturlandschaft der idyllischen Auen des Roten Mains. Als Begleitprojekt zur Landesgartenschau 2016 beginnt er an der Wilhelminen-Aue, dem Gelände der Landesgartenschau, führt zunächst durch die Stadt Bayreuth entlang des Roten Mains und dann hinaus in die Flussaue, vorbei an Heinersreuth, Altenplos und Aichen bis zum „Markgrafenhügel“ in Neudrossenfeld. Von dort geht es weiter über Neuenreuth bis nach Langenstadt mit seinem berühmten Kräutergarten.

Drei Rundwege in Heinersreuth, Neudrossenfeld und Langenstadt erlauben auch kürzere Spaziergänge.

Ziel des neuen Angebots ist es, den Bewohnern und Besuchern von Stadt und Landkreisen die Erfahrung des Roten Mains als beeindruckenden Fluss und seine wunderbare Aue als kurzweilige Spazier- und Wanderstrecke zu vermitteln – eine verbindende und leicht zu erwandernde Achse zwischen der Stadt und den angrenzenden Gemeinden.

Die Wegstrecke zwischen der Wilhelminen-Aue und Langenstadt beträgt 21 Kilometer. Von der Wilhelminen-Aue bis Heinersreuth sind es 6,5 Kilometer, von dort nach Neudrossenfeld 8,5 Kilometer und weitere 6 Kilometer bis nach Langenstadt.

Auf dem Weg erlebt man die Auen-Natur zu jeder Jahreszeit nah und intensiv, erfährt auf thematischen Stelen und Wandtafeln vieles über Parks und Landschaften, Kräuter- und Barockgärten, Biber, Storch, Eisvogel, Flussaue und die Kraft des Wassers, passiert dabei den Heinersreuther Öko-Lehrpfad und trifft auf insgesamt sieben historische Mühlen sowie eine intakte historische Schmiede. Es zeigen sich bisher teils unentdeckte Naturräume und handwerkliche Schätze vergangener Zeiten.

Rotmainauenweg (2).klein

Der Storch – eines der Logo-Tiere des neuen Rot-Main-Auen-Wegs.

Unter Federführung der Stadt Bayreuth wird der Weg in enger  Zusammenarbeit mit den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach sowie den Gemeinden Heinersreuth und Neudrossenfeld durch KulturPartner als Planungsbüro umgesetzt. Initiatorin und treibende Kraft ist Dr. Karla Fohrbeck.

Wie erkennt man den Rot-Main-Auen-Weg?

Der Rot-Main-Auen-Weg wird durch sein Logo charakterisiert. Die Logo-Tiere des Weges sind die Eule für Heinersreuth, der Biber für Bayreuth und der Storch für Neudrossenfeld. Sie wurden vom Holzkünstler Michael Schütt gestaltet. Die Logo-Tiere Eule und Storch wurden bereits an der B85 beziehungsweise an der Alten Mainbrücke in Altdrossenfeld aufgestellt.

Der Weg wird durch Markierungen durchgehend ausgewiesen und mit Richtungs- und Entfernungsangaben versehen. Es gibt viele Möglichkeiten zur regionaltypischen Einkehr entlang des Weges.

Naturschutz: Das Auen-Bewusstsein

Der Rot-Main-Auen-Weg möchte bei den Spaziergängern mit und ohne Hund ein „Auen-Bewusstsein“ schaffen, das ein verträgliches Nebeneinander zwischen Mensch und Natur zum Ziel hat. Er macht die Schönheit der Auen-Natur erlebbar, schärft aber in gleichem Maße die Sensibilität für die Verletzlichkeit der Auenlandschaft. Der vorhandene Öko-Lehrpfad in Heinersreuth wird thematisch einbezogen und im Rahmen des Projekts durch einige Neuentwürfe des Illustrators Matthias Ose renoviert.

Eine besondere Entdeckung: Die Mühlen

Der Rot-Main-Auen-Weg soll am 9. April 2016 eröffnet werden. Die Planung des Weges wurde als Entwicklungsprojekt angelegt. Im Prozess wurden Bewohner, Mühlenbesitzer, Fischer, Landwirte, Naturschützer und Bürgermeister eng eingebunden. Dadurch konnten gänzlich neue Aspekte entdeckt werden.

Diese meist kulturhistorischen Erkenntnisse haben großen Einfluss auf den Wegverlauf, insbesondere auf den Inhalt der Informationstafeln am Weg. Als erste Etappe werden die historischen Mühlen am Weg vorgestellt, mit denen ein besonderer Schatz gehoben wurde. Sie sind herausragende Bestandteile der Kulturlandschaft Rotmainaue, sind zum Teil  schon seit dem 14. Jahrhundert urkundlich bezeugt und, sofern die Mahlwerke noch erhalten sind, auch frühe Industriedenkmäler.