Stadt Bayreuth

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14.09.2009

Diet Sayler im Kunstmuseum: “Malerei lügt nicht”

Kunstmuseum Bayreuth zeigt einen Querschnitt durch das Werk von den 1960er Jahren bis heute

Menuett 2005, Triptychon; Acryl auf LeinwandUnter dem Titel “Malerei lügt nicht” zeigt das Kunstmuseum Bayreuth vom 27. September bis 22. November einen retrospektiven Querschnitt durch das Werk von Diet Sayler seit den 1960er Jahren bis 2009. Sayler ist einer der renommiertesten Vertreter der Konkreten Kunst.

Mit der „Aufhebung des Widerspruches zwischen Vernunft und Empfin­dung“ stellt er die Grundprinzipien der geometrischen Kunst in Frage. Aus der Tradition der konkreten Kunst und der russischen Avantgarde kommend und von Kasimir Malewitsch beeinflusst, ist Sayler auf der Suche nach einem ganz spezifischen „Ausdruck der Geometrie“.

Sayler wurde 1939 in Timisoara, Rumänien, geboren. Nach seinem Hochbau- und Kunst-Studium arbeitet er dort zunächst gegenständlich. Doch 1963 ent­standen bereits abstrakt-geometrische Monotypien, ab 1968 waren seine Bilder dann von der Konstruktivität geprägt. In Rumänien galt die abstrakte Malerei als westlich-dekadent und wurde vom totalitären Regime nicht oder nur zeitweise nur geduldet. In einem Gespräch, das Sayler mit dem norwegischen Schriftsteller Jan Andrew Nielsen führte, erklärte er: „Ich wünsche mir, einen neuen Weg zu gehen, nämlich hinaus in den Raum, in das Unbegrenzte … Ich möchte von der Notwendigkeit des Subjektiven ausgehen … eine Haltung, die als Ketzerei angesehen wird in einem sozialistischen System, welches das Prinzip der Objektivität für sich beansprucht.“

In Piteşti./Rumänien entstanden 1971 zwei begehbare kinetische Räume mit Musik von John Cage und J. S. Bach, 1974 in Nürnberg die ersten Zufalls­bilder, denn Ende 1972 war Sayler nach Deutschland emigriert und arbeitete zunächst als Mathematik- und Kunstlehrer.

Sayler wirkt als Künstler, Ausstellungs-Kurator und Kunsttheoretiker. Zusam­men mit Max Bense und Eugen Gomringer schuf er Künstlerbücher. 1989, in Madrid formulierte er den Vorrang von Emotion, Intuition und Ursprünglichkeit gegenüber dem Rationalismus als „Basis-Manifest“. Von ihm so genannte „Basics“ verwendet er in seinen „Ligurigrammen“ (1992 in Porto Maurizio, Italien) und „Norigrammen“ (1997 in Nürnberg). Seit 1998 entstehen auch Monochrome Wandstücke: Basics in Acrylauf Holzkörpern.

Von 1992 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 hat Sayler an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg eine Professur inne, 1995 auch eine Gast-Professur an der Statens Kunstakademi Oslo, Norwegen. 1988 erhält er in Zürich den Camille-Graeser-Preis und 1994 in Kalifornien, USA den Ionel-Jianou-Preis. Seine Arbeiten sind in bedeutenden Sammlungen in vielen deutschen und internationalen Museen z. B. in Budapest, Bukarest, Birming­ham, Grenoble, New York, Oslo, Prag. Rio de Janeiro oder Wien zu sehen. Diet Sayler lebt und arbeitet in Nürnberg.

Umfangreiches Vermittlungsprogramm

Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm mit Führungen, Vorträgen, Theologischen Betrachtungen, verschiedenen Künstlergesprächen, unter anderem mit Prof. Eugen Gomringer (Rehau), Wita Noack (Berlin) und Lida von Mengden (Bad Dürkheim) sowie mit zahlreichen KinderKunstKursen und Senioren­veranstaltungen begleitet die Ausstellung.

Kunstmuseum Bayreuth im Alten Barockrathaus
Maximilianstraße 33
95444 Bayreuth
Tel: (09 21) 7645 – 310
Fax: (09 21) 7645 – 320
E-Mail: info@kunstmuseum-bayreuth.de 

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geöffnet:
Dienstag – Sonntag 10 – 17 Uhr

www.kunstmuseum-bayreuth.de

Das Atelier von Diet Sayler