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02.05.2007

Diethelm Koch: Skulpturen und Graphiken

Ausstellungsstück des Künstlers Diethelm KochDas Kunstmuseum Bayreuth zeigt in der Zeit vom 6. Mai bis zum 17. Juni eine Ausstellunjg mit Graphiken und Skulpturen von Diethelm Koch.

Kochs Thema ist der geometrische Formenkanon um Kugel und Würfel: die Einheit der Formen ist Grundlage seiner Arbeit. An der unmittelbaren Sinnlichkeit seiner Plastiken aus Holz und CorTen-Stahl oder Grauguss wird sein direkter Zugang zum Material unmittelbar erlebbar. Seine Graphiken, die parallel zu seinem plastischen Werk entstehen, sind dagegen sozusagen Strukturkonzepte.

Einblicke in geometrische Körper

1943 in Bochum geboren, machte Diethelm Koch eine Lehre zum Modelschreiner, bevor er 1970 bis 1975 an der Düsseldorfer Kunstakademie unter anderem bei Erwin Heerich und Norbert Kricke studierte. Seit 1992 hat er eine Professur an der Fachhochschule Potsdam inne. Kochs Werk bietet Einblicke in geometrische Körper. Mit gezielten Schnitten, Teilungen und Ergänzungen schafft er ästhetisch neue Gebilde, die Geometrie spielerisch vor Augen führen. Analyse und Synthese gehen Hand in Hand, ergänzen einander spielerisch. Und beinahe nebenbei wird die Verwandtschaft aller geometrischen Formen untereinander sinnfällig. Diese stehen für das Ideal der klassischen geometrischen Körper, das stets ein vorgestelltes – unerreichbar, aber dennoch unverzichtbar – ist. Das große plastische Werk Kochs begleitet ein umfangreiches graphisches Werk. Vor allem in den aktuellen Computergraphiken werden die Beziehungen zwischen den einzelnen Formvarianten unmittelbar deutlich.

Ging Diethelm Koch in den frühen, farbigen „Bildhauergraphiken“ noch eher ästhetisch mit den Formen um, analysierte er ab den 70er Jahren das geometrische Formvokabular und dessen Möglichkeiten. In der Computergraphik befreite er die geometrischen Formen der Fläche von der Simulation jeglicher Räumlichkeit, indem er sie so auf die puren Eigenschaften der Abstraktion konzentrierte. Der zusätzliche Abstraktionsschritt, den der elektronische Rechner ermöglicht, und die bewusste Abstinenz des Künstlers von seinem persönlichen Eingreifen mag asketisch anmuten, doch entspricht beides durchaus der distanzierten Sichtweise, mit der Koch sich den geometrischen Körpern wie der Wirklichkeit überhaupt nähert. Denn mit den mathematischen Möglichkeiten eines Rechners erzeugt, kommen die Computergraphiken dem antiken Ideal der geometrischen Formen sehr nahe. 

Seit der Antike versuchten Philosophen die Natur mit Hilfe der Mathematik und vor allem der Geometrie zu verstehen. Die Anfänge unserer modernen Wissenschaft steht eng in Verbindung mit Nikolaus von Kues (Cusanus). Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war Cusanus ganz im Denken seiner Zeit verwurzelt und ihr doch weit voraus: „Der Bau der Welt ist so, als hätte sie überhaupt überall ihren Mittelpunkt und nirgends ihre Peripherie, da ihre Peripherie und ihr Mittelpunkt Gott ist, der überall und nirgends ist.“ Cusanus war es auch, der einen Gottesbeweis in der Geometrie suchte.

Im Jahr 2005 machte Diethelm Koch dem Kunstmuseum Bayreuth ein Konvolut aller Graphiken und eine Skulptur zum Geschenk. Dieses ist nun Anlass einer größeren Einzelausstellung, die Bezüge im Werk des Bildhauers und des Graphikers zeigt.

Kontakt:
Kunstmuseum Bayreuth
Alten Rathaus, Maximilianstraße 33, 95444 Bayreuth
Tel.: 09 21/76 45-310; Fax: 09 21/76 45-320
E-Mail:
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