Stadt Bayreuth

14.10.2016

Elektromobilität eröffnet neue Entwicklungschancen

Forum Verkehr und Planung der Metropolregion Nürnberg diskutiert das Thema bei seiner Tagung in Kulmbach

BAYREUTH / KULMBACH – Das Thema Elektromobilität ist der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) aufgrund ihrer Kompetenzen und Strukturen in Sachen Verkehr und Energie wie auf den Leib geschneidert. Nun kommt es darauf an, Elektromobilität als System der Mobilität und Energie zu sehen und die sich daraus ergebenden Chancen konsequent zu nutzen. Dieses Fazit zogen 45 Fachleute aus den Bereichen Verkehr und Logistik, Energie, Klimaschutz, Unternehmensnetzwerke sowie Stadt- und Regionalplanung bei einer Tagung des Forums Verkehr und Planung der Metropolregion Nürnberg in der Verkehrsakademie Kulmbach.

Schon jetzt bewährt sich die Elektromobilität in der Praxis. Doch das Thema umfasst weit mehr als den zuverlässigen Transport von einem Ort zum nächsten und die Frage nach Reichweiten. Der rasche Ausbau der Elektromobilität birgt eine ganze Reihe an Chancen für die Mobilität, Lebensqualität und wirtschaftliche Wertschöpfung.

Begeisterung für Elektromobilität wecken

Bei der Tagung des Forums Verkehr und Planung der Metropolregion Nürnberg in Kulmbach wurden die aktuellen Entwicklungen, ihre Relevanz für die Städte und Regionen, die Chancen und Risiken und die erforderlichen Schlussfolgerungen diskutiert. Die Herausforderungen liegen in der Koppelung von Verkehr und Energie sowie bei der Begeisterung der Menschen und Unternehmen für dieses Thema.

Die bevorstehende Modelloffensive der Autohersteller mit der neuesten Generation von Antriebsbatterien sowie der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur werden einen kräftigen Schub für die Elektromobilität bringen. Die Teilnehmer der Sitzung konnten sich bei Probefahrten selbst davon überzeugen, dass Fahren mit E-Fahrzeugen viel Freude bereitet. In Sachen Beschleunigung, Straßenlage und Komfort haben die E-Fahrzeuge keinen Vergleich zu scheuen. „Meine Mitarbeiter sind traurig, weil ich heute den Elektrotransporter nutze. Die Fahrt von Naila nach Kulmbach und zurück ist von der Reichweite kein Problem“, versichert Spediteur Andreas Weinrich von der Firma Bischoff.

Die Frage der Reichweite sollte mit der Frage nach dem Einsatzzweck verbunden werden. Im Fuhrpark der regional ausgerichteten Unternehmen und Behörden sowie als Zeitwagen gibt es mit Elektroautos schon heute keine Beschränkungen, weil dort rund 90 Prozent der Fahrten im sicheren Radius stattfinden. Doch auch Langstrecken werden durch die anhaltende technische Entwicklung bei Ladekapazität und Ladegeschwindigkeit künftig zu bewältigen sein.

Haupthindernis: Hohe Anschaffungskosten

Das Haupthindernis liegt derzeit bei den hohen Anschaffungskosten der Elektrofahrzeuge. Diese relativieren sich, wenn die geringen Wartungs- und Verschleißkosten und vor allem die Energiekosten eingerechnet werden, sofern die Photovoltaik zuhause oder beim Arbeitgeber genutzt wird. So wird aus Fahrfreude auch Sparfreude. Es verwundert daher nicht, dass sich das Forum Verkehr und Planung mit der Frage beschäftigt hat, inwieweit die Elektromobilität mithelfen kann, in Unternehmen und Behörden neue Mitarbeiter zu gewinnen und sie langfristig zu halten.

Die Elektromobilität wird nicht nur durch die Wertschöpfung bei den erneuerbaren Energien zur Regionalentwicklung beitragen. Auch für Forschung und Entwicklung und für die Automobilzulieferer ergeben sich neue Marktchancen, da hier schon heute entsprechende Kompetenzen wie im Leichtbau vorhanden sind.

Mit diesen vielfältigen Vorteilen wird die bisherige treibende Kraft für die Elektromobilität, die CO2-Reduzierung für den Klimaschutz, von weiteren Anreizen flankiert. „Noch haben wir eine verhaltene Akzeptanz der Elektromobilität, doch dies wird sich bereits in naher Zukunft deutlich ändern“, so die optimistische Einschätzung des Forums.