Stadt Bayreuth

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22.11.2006

Erhalt der KVB-Bezirksstellen: Konzertierte Aktion

Die Oberbürgermeister der Städte Augsburg, Bayreuth, Straubing und Würzburg haben in einer Telefonkonferenz eine konzertierte Aktion zur Erhaltung der Bezirksstellen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) beschlossen. Eine vom Vorstand der KVB geplante umfassende Reorganisation sieht eine erhebliche Personalreduzierung an den Bezirksstellen in Schwaben, Oberfranken, Niederbayern und Unterfranken sowie eine wesentliche Aufgabenverlagerung auf die Standorte München, Nürnberg und Regensburg vor.

Vorgehensweise der KVB nicht nachvollziehbar

Für Oberbürgermeister Dr. Paul Wengert, Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, Oberbürgermeister Reinhold Perlak und Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann ist die Vorgehensweise des KVB-Vorstands nicht nachvollziehbar. Sie sprachen sich einstimmig gegen den geplanten massiven Arbeitsplatzabbau bei den Bezirksstellen aus. Bestehende Strukturen bedingungslos als ineffizient zu bezeichnen, sei ein großer Irrtum. Die Konzentration der Aufgabenerledigung müsse sich weiterhin am Bedarf, der auch außerhalb von Ballungszentren entsteht, orientieren.

In hohem Maße bezweifeln die Städtechefs, dass die Maßnahmen des KVB-Vorstandes zielführend im Sinne der geplanten Kostensenkung sind. Eine Konzentration der Aufgabenerledigung in Ballungszentren führe nicht unbedingt zu einer Kostenreduzierung. Im Gegenteil: Wenn man der dortigen Annahme folge und lediglich von einer Umsetzung des bestehenden Personals aus den ländlichen Regionen ausgehe, würden sich aufgrund zusätzlicher Belastungen der Mitarbeiter und weitaus höherer Fahrtkosten deutlich höhere Kosten im Personalbereich nicht vermeiden lassen.

Die Oberbürgermeister der betroffenen vier Städte sorgen sich um die Beschäftigten vor Ort. Auch die Kassenärztliche Vereinigung habe eine soziale Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber. Die langjährige gute Arbeit der Beschäftigten an den Bezirksstellen dürfe nicht so einfach wegrationalisiert werden. Die Vorstandschaft der KVB habe nicht hinreichend gewichtet, dass ein entsprechendes Engagement ihrer Belegschaft zum entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb verhelfen kann. Dieses Engagement solle man als ausgezeichneten Standortvorteil anerkennen!

Während andere Körperschaften und Behörden sich aus Kostengründen und zur Stärkung der Region aus den Ballungsräumen heraus orientieren, will die KVB nunmehr offenbar den umgekehrten Weg gehen. Dies konterkariere in hohem Maße auch die Grundsätze der Bayerischen Staatsregierung, die ein klares Zeichen setzen will für Wohlstand und gute Lebenschancen auch in den Mittelstädten.

Enormer Kompetenzverlust für die vier Oberzentren

Die Auflösung der KVB-Bezirksstellen wäre ein schwerer Schlag für die bisherigen Standorte in Augsburg, Bayreuth, Straubing und Würzburg. Eine Umsetzung der geplanten Maßnahmen würde für die jeweiligen Oberzentren einen enormen Kompetenzverlust bedeuten.

Die Oberbürgermeister bezweifeln auch, dass der KVB-Vorstand die Reorganisation im Alleingang durchführen könne; vielmehr seien satzungsgemäß die Mitglieder der Vertreterversammlung zu beteiligen.

Die Stadtoberhäupter aus Augsburg, Bayreuth, Straubing und Würzburg bitten Ministerpräsident Edmund Stoiber und die zuständige Ressortministerin Christa Stewens um die energische Unterstützung ihrer Anliegen.