Stadt Bayreuth

18.03.2010

Erster Lichtenberg-Lehrstuhl in Bayern

Universität lockt Spitzenphysiker nach Bayreuth

Dieser Lichtenberg-Lehrstuhl ist der erste an einer bayerischen Universität und erst der vierte in Deutschland: Der Präsident der Universität Bayreuth, Professor Dr. Rüdiger Bormann, überreichte Professor Dr. Arthur Peeters jetzt seine Ernennungsurkunde. Peeters ist neuer Lichtenberg-Professor für Theoretische Plasmaphysik.

Professor Dr. Walter Zimmermann (links) und der Präsident der Universität Bayreuth, Professor Dr. Rüdiger Bormann (rechts), heißen den neuen Inhaber des Lichtenberg-Lehrstuhls, Professor Dr. Arthur Peeters, willkommen.  Foto: Uni BT.

Im Juni 2009 hatte die VolkswagenStiftung Professor Peeters, zu diesem Zeitpunkt Full-Professor an der University of Warwick in England, den seltenen und hochrangigen Lichtenberg-Lehrstuhl für die Universität Bayreuth zugesprochen. Mit mehr als 1 Million Euro fördert die Stiftung den neuen, fünften Lehrstuhl in Theoretischer Physik in Bayreuth, den man an der Universität als bedeutende Stärkung des universitäten Forschungsschwerpunktes  „Nichtlineare Dynamik und Strukturbildung“ wertet.

Im Rahmen des Lichtenberg-Programms werden neben Nachwuchswissenschaftlern nur in seltenen Fällen bereits etablierte, international herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht klassischer Disziplinen bis zu einem Alter von Mitte 40 berufen. Um innerdeutsche Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, werden Bewerbungen ausschließlich aus dem Ausland mit Unterstützung einer deutschen Universität entgegen genommen.
 
Die Physik an der Universität Bayreuth suchte und fand mit Arthurs Peeters einen international herausragenden Wissenschaftler, der insbesondere den universitären Forschungsschwerpunkt „Nichtlineare Dynamik und Strukturbildung“, den Aufbau eines Bereiches „Computational Physics“ und im Bereich der Theoretischen Physik die Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching, einem der beiden führenden europäischen Zentren zur Fusionsforschung, stärkt.
 
„Eine Kooperation zwischen der Universität Bayreuth und dem IPP liegt inhaltlich nahe, denn die Theoretische Plasmaphysik stützt sich auf die Gebiete Nichtgleichgewichtstheorie, Nichtlineare Dynamik und Computational Physics, die an der Universität Bayreuth alle vertreten sind“, so Professor Dr. Walter Zimmermann, Inhaber des Lehrstuhls Theoretische Physik I, stellvertretender Vorsitzender des Hochschulrates der Universität Bayreuth und Vorsitzender der Berufungskommission für den Lichtenberg-Lehrstuhl. Die Universität Bayreuth biete damit eine ausgezeichnete Umgebung für einen theoretischen Plasmaphysiker und eine Kooperation mit dem IPP stärke den Standort auch im Hinblick auf fachübergreifende Forschungsinitiativen.

Der Lehrstuhl für Plasmaphysik ist mit seiner Ausrichtung auf den Grundlagenbereich zur Fusionsenergieforschung und astrophysikalische Plasmen der einzige an einer deutschen Universität. In Anbetracht des im Jahre 2007 gestarteten Baus des internationalen Fusions-Versuchsreaktors (ITER) in Cadarache in Frankreich und den bei der Fusionsforschung offenen physikalischen Problemen ist der Lehrstuhl von nationaler Bedeutung.

Mit der Lichtenberg-Professur für Arthur Peeters ist es der Bayreuther Physik zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres gelungen, einen international herausragenden Forscher aus dem Ausland von der Universität Bayreuth zu überzeugen. Zuvor hatte Professor Matthias Schmidt aus Bristol einen durch die Krupp-Stiftung geförderten Ruf nach Bayreuth angenommen. Zimmermann, der maßgeblich an den Verpflichtungen beteiligt war: „Offensichtlich ist die Physik in Bayreuth attraktiv.“