Stadt Bayreuth

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15.12.2006

Etappensieg fürs Städtenetz

Die erfolgreichen Projekte des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes können fortgeführt werden. Die Zusammenarbeit der Städte Chemnitz, Zwickau, Plauen, Hof und Bayreuth wird auch in den nächsten drei Jahren mit Fördermitteln aus den beiden Landesregierungen unterstützt. So konnten auf Initiative des Städtenetzes eine Trendwende im Schienenverkehr auf der Sachsen-Franken-Magistrale erreicht oder beispielgebende Kultur- und Begegnungsprojekte realisiert werden.

In ihrer jährlichen Sitzung, die diesmal im Bayreuther Rathaus stattfand, haben die Oberbürgermeister zusammen mit Vertretern der Freistaaten Sachsen und Bayern sowie den Aufgabenträgern des Schienenverkehrs die Zusammenarbeit bewertet und die Zielrichtung für die weiteren drei Jahre bestimmt. Erfreut zeigen sich die Politiker über die Einführung des Franken-Sachsen-Express im Zweistunden-Takt von Nürnberg nach Dresden, mit dem die anhaltende Talfahrt des bisherigen Fernverkehrs gestoppt wurde. Die Besonderheit des seit wenigen Tagen geltenden Angebots liegt im maßgeschneiderten Konzept. Einmalig in Deutschland verkehren moderne Neigezüge nach einem Fernverkehrsfahrplan zu Nahverkehrspreisen.

Das Städtenetz hat durch seine Impulse erheblich zu dieser Lösung beigetragen. Die Oberbürgermeister streben bereits eine weitere Optimierung an: Zum nächsten Fahrplanwechsel 2008 soll auf den Integralen Taktfahrplan umgestellt werden, was den Stundentakt und beste Umsteigebeziehungen in allen Bahnhöfen bedeutet. Die Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr haben sich bereits auf dieses vom Städtenetz geforderte Konzept geeinigt. Auch die Deutsche Bahn steht ihm positiv gegenüber. Es bedarf jedoch noch technischer und wirtschaftlicher Detailprüfungen. Bahn und Städte arbeiten auch beim gemeinsamen Marketing zusammen, um die neuen Angebote in der Bevölkerung und der Wirtschaft rasch zu etablieren.

Ausbau der Bahninfrastruktur

Die Vorarbeiten für den Franken-Sachsen-Express und für den Integralen Taktfahrplan haben erneut erkennen lassen, dass die Bahninfrastruktur dringend verbessert werden muss. „Trotz der erfreulichen Tendenz im Betrieb bereiten uns die Verzögerungen beim Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale große Sorgen“, kritisieren die Oberbürgermeister. „Um einen attraktiven Bahnbetrieb für die Zukunft zu sichern, müssen alsbald deutlich mehr Bundesmittel in die Sanierungsmaßnahmen und in die Elektrifizierung fließen.“ Das bedeutet konkret:

  1. Die Fertigstellung der Ausbaumaßnahmen auf der Sachsen-Franken-Magistrale: Knoten Chemnitz, Knoten Zwickau und Abschnitt Hohenstein-Ernstthal – St. Egidien sowie die Beseitigung der Langsamfahrstellen in Bayern sowie der Bau des elektronischen Stellwerks Bayreuth
  2. Schließung der Elektrifizierungslücke Reichenbach/Vogtland – Hof
  3. Elektrifizierung des Streckenabschnitts Hof – Nürnberg
  4. Einsatz moderner Fernverkehrszüge

Auch die anderen Maßnahmen des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes zielen auf eine engere Verflechtung der Städte ab, die für jede einzelne Kommune klare Vorteile mit sich bringt. Die JugendKunstBiennale fand 2006 in Zwickau zum fünften Male statt, so dass ein erster Zyklus vervollständigt werden konnte. Das Experiment eines Filmworkshops, in dem Jugendliche aus allen Städten alle Städte porträtiert haben, war so erfolgreich, dass eine Fortführung bereits für 2007 geplant wird. Im kommenden Jahr werden auch die soeben präzisierten Radrouten von Stadt zu Stadt mit Veranstaltungen bekannt gemacht. Wiederbelebt werden die thematischen Städtereisen mit dem Franken-Sachsen-Express. Erstmals soll ein Skater-Contest in Bayreuth und Plauen ausgerichtet werden mit der Option auf Fortsetzung in einem anderen Städtepaar. Nicht zuletzt sind wieder im Seniorenbereich Begegnungen geplant.

Damit sich das Sächsisch-Bayerische Städtenetz auch weiterhin erfolgreich für ge-meinsame Belange einsetzen kann, haben die Freistaaten Sachsen und Bayern in der Sitzung zugesichert, ihre Förderung fortzusetzen. „Wir schätzen diese Hilfe zur Selbsthilfe sehr. Ohne die finanziellen Beiträge der Länder wäre die zunächst auf-wendige, im Ergebnis jedoch sehr effiziente und nutzbringende Zusammenarbeit in diesem Umfang nicht möglich“, stimmen die OB überein.

Kontinuität trotz Wechsel

Erstmals nahmen die in diesem Jahr neu ins Amt gewählten Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner (Hof), Dr. Michael Hohl (Bayreuth) sowie die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (Chemnitz) in dieser Runde teil. Für das Städtenetz bedeutet dieser Wechsel gleichwohl Kontinuität: Auch die neuen Amtsträger sind sich darin einig, die in Deutschland einmalige Zusammenarbeit mehrerer Städte der alten und neuen Bundesländer fortzusetzen.

Infos zum Städtenetz:
www.saechsisch-bayerisches-staedtenetz.de/