Spitalkirche, 17.02.2013, 11 Uhr
Rückblende in den Sommer 1992: Die ökumenischen Aktion „neu anfangen“ war beendet und man stand vor der Frage, wie es mit dem Projektbüro „neu anfangen“, vielen Bayreuther noch als Schreibwarengeschäft Rothmaier bekannt, weitergehen solle. Die Ideen wurden gesammelt und kurz notiert. Grundtenor war, das Ladenlokal auch nach Abschluss des Projekts als offenen, kommunikativen Ort mitten in der Stadt mit einem ökumenischen Profil zu erhalten. Dieser Gedanke überzeugte den damaligen Dekan Hofmann und die Gesamtkirchengemeinde Bayreuth. Es ist auch heute noch bemerkenswert, dass man damals nicht beschloss, den Laden schlicht und einfach zu vermieten. Dekan Hofmann stellte damals eine andere Frage: Können wir es uns leisten, auf einen Ort der Kommunikation, der niederschwelligen Begegnung mit Menschen mitten in der Stadt, umgeben von kirchlichen Gebäuden und kirchlich-diakonischen Verwaltungen, zu verzichten?
Dr. Jürgen Wolff wurde beauftragt, eine tragfähige Konzeption für einen kirchlichen Laden zu entwickeln, der – anders als vergleichbare Einrichtungen – ehrenamtlich betrieben werden sollte. Die jeweilige Leitung sollte bei einem geringen Stundendeputat vor allem die Koordination der verschiedenen Aktivitäten und die Begleitung des Teams gewährleisten.
Das Experiment gelang. Am 11. Februar 1993 wurde das Kirchen-Eck offiziell eröffnet, zunächst mit nur fünf Mitarbeiterinnen! Doch schon bald kamen neue Ehrenamtliche dazu. Heute besteht das Team aus 22 Männer und Frauen zwischen 50 und 80 Jahren. Eine Besonderheit: Wichtige Aufgaben und Probleme werden seit dem Beginn in monatlichen Teambesprechungen gemeinsam entschieden und verantwortet. So wurde das Kirchen-Eck zu einem Erfolgsmodell kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit, getragen vom Engagement seiner Ehrenamtlichen.
Der Verkauf von Produkten war nie die Hautaufgabe des Kirchen-Ecks, doch schon bald stellte es sich heraus, dass Verkaufsangebote einen Gesprächseinstieg erleichtern. So entwickelte sich im Laufe der Zeit die Produktpalette: kleinere Artikel aus den Bayreuther Behindertenwerkstätten, religiöse Literatur, Ansichtskarten, Eintrittskarten zu kirchenmusikalischen Veranstaltungen, CDs, Kerzen (auch zum eigenständigen kreativen Gestalten), Holzfiguren aus Ebenholz für die Medizinische Notversorgung Tansania und vielerlei Produkte aus dem Fairen Handel vom „Untermieter“ (seit Herbst 1995), dem ökumenischen Arbeitskreis „Dritte“ Welt. Die Zusammenarbeit erwies sich als segensreich für beide Seiten. Dank der Mitarbeit des „Arbeitskreises“ konnten die Öffnungszeiten auf den heutigen Stand erweitert werden: Montag bis Samstag von 10-13 Uhr und Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr. Und der Arbeitskreis hatte mit dem Kirchen-Eck eine feste Anlaufstelle, an der auch kleinere Veranstaltungen durchgeführt werden konnten.
Dass das Kirchen-Eck mehr war und ist als ein „normaler“ Laden zeigt sich schon am Untertitel: Information und Begegnung. Es liegen zahlreiche Informationen aus dem Leben von Kirche, Diakonie und Erwachsenenbildung bereit bzw. die Besucher werden an die zuständigen Stellen vermittelt. Und: die Besucher sind zunächst Gäste und keine Kunden, d.h. die Mitarbeitenden haben Zeit für ein Gespräch über Gott und die Welt …
Wer mit dem Kirchen-Eck-Team den 20. Geburtstag feiern will, ist herzlich zu dem ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 17. Februar 2013 um 11.00 Uhr in der Spitalkirche Bayreuth mit den beiden ehemaligen Dekanen Hofmann (evang.) und Schauer (kath.) eingeladen.
Veranstaltungsstätte:
Spitalkirche
Maximilianstraße 64
95444 Bayreuth
Lageplan
Veranstalter:
Kirchen-Eck
Sophienstraße 29
95444 Bayreuth
| Do. 23.05. | Fr. 24.05. |
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| 2°C / 12°C | 4°C / 9°C |
| bewölkt | Regen |