Stadt Bayreuth

24.07.2012

Fachkräfte dringend gesucht

Wenn immer mehr Unternehmen melden, dass sie größte Probeme haben, hochqualifizierte Arbeitskräfte zu finde, ist zwangsläufig ein großes Engagement von allen Seiten erforderlich

Die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte ist eine zentrale Herausforderung für den Wirtschaftsstandort Bayreuth.Die Botschaft von Dr. Petra Beermann, der stellvertretenden Leiterin des Amtes für Wirtschafts- und Strukturentwicklung der Stadt Bayreuth, ist einfach und eingängig. “Je größer der Mangel, desto mehr Qualität und Service muss man bieten.” Wenn immer mehr Unternehmen melden, dass sie größte Probleme haben, hochqualifizierte Arbeitskräfte zu finden, ist zwangsläufig ein großes Engagement von allen Seiten erforderlich!

Nun könnte man sich ja auf den Standpunkt stellen, dass für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Bund und für den Arbeitsmarkt die Bundesagentur für Arbeit zuständig ist. Und die Stadt in diesem Wettbewerb ohnehin nichts oder zumindest nicht viel bewirken kann. Dieser Eindruck freilich trügt. Denn die Unternehmen, die sich in Bayreuth ansiedeln wollen, klopfen meist nicht in Berlin oder Nürnberg an, sondern legen ihre Pläne, Forderungen und Wünsche hier auf den Tisch. “Immer mehr Unternehmen”, sagt Beermann, “machen eine Ansiedlung nicht mehr nur von vorhandenen Flächen und Märkten abhängig, sondern auch von der Frage, ob es in der Region genügend qualifiziertes Personal gibt.”

Dann schlägt die Stunde der Wirtschaftsförderung. Sie sucht, koordiniert, vermittelt, berät und argumentiert für den Standort Bayreuth. Dabei helfen die vielen engen Netzwerke, etwa die guten Kontakt zur Wirtschaft, Universität, die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Landkreis, den Kammern und den übrigen oberfränkischen Kommunen. Denn Standortpolitik ist nicht Kirchturmpolitik – die Wirtschaftsförderer arbeiten bei aller Fokussierung auf den jeweiligen Standort längst zusammen. 

Verbesserung der “Willkommenskultur” 

Welche Pluspunkte der Standort Bayreuth zu bieten hat, weiß Beermann natürlich genau. Familienfreundliche Strukturen, hoher Freizeitwert bei günstigen Lebenshaltungskosten, herausragende innovative Unternehmen in allen Branchen, eine internationale Schule, viel Kultur, das Know-how der Universität, sehr engagierte Mitarbeiter und Behörden, die flexibel auf Probleme reagieren. Beermann: “Unsere Stärke ist sicherlich, dass wir mit unseren Partnern in einem sehr engen Dialog stehen.” Das beginnt schon beim ersten Kennenlernen, weshalb die Stadt Bayreuth ihre “Willkommenskultur” auf allen Ebenen ausgebaut und verbessert hat. So werden bei angehenden Studenten – die ja die Führungselite von morgen sein können – auch schon mal Begleitveranstaltungen für die Eltern organisiert. Oder man gibt den Mitarbeitern von Unternehmen Hilfestellung bei der Einschulung ihrer Kinder, bei der Suche nach geeigneten Kinderkrippen. und wenn mal eine Führungskraft bei der Wohnungssuche nicht weiterkommt, dann verweigert sich die Wirtschaftsförderung auch dabei nicht, sondern streckt ihre Fühler aus.

Diese persönliche Betreuung, davon ist Beermann überzeugt, zahlt sich aus, hat sich ausgezahlt. Zahlreiche Ansiedlungen wie etwa Columbus Trading-Partners, B.A.T. und Medi, die Konversion der Markgrafenkaserne zum Logistikpark, die Konzeption der Technologie-Achse gemeinsam mit der Universität Bayreuth und der Firma Zapf sind nur einige Projekte, die auch von der Wirtschaftsförderung mit betreut wurden. Wie es laut Beermann weitergehen soll? “Wir müssen im Interesse des Standorts in allen Bereich investieren – vor allem aber in Ideen und Köpfe. Außerdem muss es uns gelingen, zusäzliche Flächen zu mobilisieren und zu qualifizieren.”

Ein Zukunftscoach für Stadt und Landkreis

Vor diesem Hintergrund freut sich Beermann natürlich besonders darüber, dass die Stadt und der Landkreis nach dem Votum von Stadtrat und Kreistag voraussichtlich ab August für rund drei Jahre einen vom Bayerischen Arbeitsministerium und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Bayern co-finanzierten regionalen Zukunftscoach bekommen werden. Das landesweite Projekt wurde installiert “zur Bewältigung zukunftiger Anforderungen der regionalen Arbeitsmärkte sowie zur Förderung der Nachhaltigkeit der regionalen Lebensbedingungen. Das Angebot will den Regionen zugutekommen, die vom demografischen Wandel besonders herausgefordert sind.” 

Als weitere Chance, um die besten Köpfe in der Region zu halten, sieht man bei der Wirtschaftsförderung beispielweise auch das Deutschlandstipendium, das die Universität vergibt. Wie das funktioniert? Claas Hinrichs von der Universität Bayreuth erklärt es: “Wir möchten besonders begabte Studierende fördern, und dazu brauchen wir die Hilfe engagierter Unternehmen und privater Förderer. Sie können uns helfen! Jeder Beitrag ist willkommen. Sobald die Universität Bayreuth 1800 Euro eingeworben hat, verdoppelt der Bund den Betrag. So können wir ein Deutschlandstipendium mit einer Fördersumme von 3600 Euro jährlich vergeben. Der oder die besonders Begabte hat damit monatlich 300 Euro mehr zum Leben und kann sich voll auf das Studium konzentrieren. Über diesen Weg will die Universität weitere Förderer gewinnen, um junge Talente für Bayreuth zu begeistern und in der Region zu halten.”

   
 

Amt für Wirtschafts- und Strukturentwicklung

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