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10.09.2009

Familiendrama auf höchster Ebene

Bayreuther Barock beginnt mit Georg Friedrich Händels tragisch-komischer Oper „Serse“

Zur Eröffnung des diesjährigen Festivals Bayreuther Barock haben die Besucher am Freitag und Samstag, 18./19. September, jeweils um 19.30 Uhr, die Gelegenheit, eine fulminante Inszenierung von Georg Friedrich Händels „Serse“, einer der heute beliebtesten Barockopern, im Markgräflichen Opernhaus zu besuchen. Gleichzeitig stellen diese Aufführungen eine Ehrung des Komponisten anlässlich seines 250. Todesjahres dar.

Diese wohl schönste satirische Oper Händels geriet, nachdem sie am 15. April 1738 im Londoner King’s Theatre uraufgeführt worden war, nach lediglich fünf Vorstellungen für rund 200 Jahre in Vergessenheit. Heute aber findet dieses Werk in verschiedensten Inszenierungen den Weg auf zahlreiche Opernbühnen Deutschlands und der Welt und erfreut sich größter Beliebtheit.

„Das Gewebe dieses Dramas ist so überaus leicht zu verstehen, dass es den Leser nur beschweren würde, ihm zur Erklärung eine lange Inhaltsangabe vorzusetzen“ – diesem Zitat zufolge erachtete der Komponist es selbst anscheinend für geradezu unnötig, dem Zuschauer eine genauere Beschreibung der Handlung seiner Oper zu geben. Das verworrene Netz aus Ereignissen, das sich um den König Persiens Serse, dessen Bruder Arsamene und deren diverse Liebschaften entspinnt, ist typisch für das Opernsujet der damaligen Zeit. Entstanden ist hierbei ironisch betrachtet ein Familiendrama auf höchster Ebene. Wieder einmal wird hier deutlich, wie nah Liebe und Eifersucht, Neigung und Pflicht nebeneinander liegen.

Das wohl dosierte Quantum Ironie, mit welchem der leider bis heute anonym gebliebene Textdichter die Handlung versah, lässt diese Oper zu einem unterhaltenden Erlebnis voll Witz und Humor werden, bei dem aber auch stets ein tiefer Einblick in die Gefühlswelt der Figuren gewährt wird. Charakteristisch für diese Gradwanderung zwischen Tragödie und Komödie ist die wohl bekannteste Arie dieser Oper – Serses Liebes-Arie an einen Baum „Ombra mai fù“, auch bekannt als „Händels Largo“.

Lautten Compagney Berlin

Nun bringt die national und international erfolgreiche Lautten Compagney Berlin diese eindrucksvolle Barockoper unter der Leitung von Wolfgang Katschner auf die Bühne des Markgräflichen Opernhauses. Dies geschieht als gemeinsame Produktion der Händel-Festspiele Halle, des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, der Festwochen Hannover Herrenhausen und des Festivals Bayreuther Barock. Die Inszenierung wird der Regisseur André Bücker übernehmen. Ab der Spielzeit 2009/2010 ist er als Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau tätig. Er konnte sich bereits durch seine außergewöhnlichen Interpretationen von hauptsächlich Sprech-, nun aber auch Musiktheater einen Namen machen.

Für die Oper werden kostenlose Einführungsvorträge jeweils am Tag der Aufführung eine Stunde vor Aufführungsbeginn im Markgräflichen Opernhaus angeboten.

Die Veranstaltungen im Rahmen des Bayreuther Barock finden mit freundlicher Unterstützung der Oberfranken-Stiftung statt.

Karten bei der Theaterkasse

Karten gibt es bei der Theaterkasse, Luitpoldplatz 9, Telefon (09 21) 6 90 01, Email: info@kurier-tickets.de oder im Internet unter

www.bayreuther-barock.bayreuth.de.