Stadt Bayreuth

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30.01.2006

Familienfeindliche Verdrängungsaktion

Als “struktur- und regionalpolitisch fatal sowie ausgemacht familienfeindlich” wertet Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz die jüngsten Absichtserklärungen der Deutschen Telekom, ihr Call-Center in Bayreuth zu schließen. Zugleich appelliert das Stadtoberhaupt an die Verantwortlichen des Unternehmens, die Folgen der angekündigten Schließungen, die mit den ebenfalls bedrohten Standorten in Bamberg und Hof für ganz Oberfranken gravierende Auswirkungen hätten, nochmals zu überdenken.

Wie bereits berichtet, will die Telekom bundesweit 45 ihrer 96 Call-Center schließen, darunter auch das in Bayreuth. Von der Maßnahme wären etwa 50 Voll- und Teilzeitbeschäftigte betroffen.

Vor diesem Hintergrund kritisiert der Oberbürgermeister die Ankündigung der Telekom als fadenscheinig, den Bayreuther Mitarbeitern in anderen Call-Centern Arbeitsplätze anbieten zu wollen. “Die nächst gelegenen Standorte von Call-Centern wären in Nürnberg, Würzburg oder Weiden zu finden. Für Teilzeitkräfte, die vielfach im Schicht- und Wechseldienst beschäftigt sind, dürfte ene derart weite Anfahrt aber wohl kaum in Betracht kommen können”, betont Dr. Mronz.

Verdrängungsaktion aus dem Beruf

Letztlich entpuppe sich die gesamte Umstrukturierung als Verdrängungsaktion vor allem weiblicher Teilzeitbeschäftigter aus dem Beruf. “Während landauf, landab Kommunen wie Bayreuth im Gleichklang mit dem Bundesfamilienministerium Bündnisse für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gründen, konterkariert die Telekom als ehemaliges staatliches Unternehmen diesen sozialpolitisch notwendigen und richtigen Ansatz durch eine brachiale Standortpolitik”, so Dr. Mronz. Man müsse aber auch registrieren, dass es die Bundespolitik war, die mit ihrem Weg der Privatisierung und Regulierung letztlich für solche unternehmerischen Rückzüge aus der Fläche ursächlich sei. Dabei werde das wirtschaftlich bereits geschwächte Oberfranken mit dem Verlust seiner drei Standorte einmal mehr besonders hart getroffen. 

Bayreuth für künftige Erweiterungen bestens geeignet

Für Bayreuth, so Dr. Mronz weiter, sei die sich jetzt abzeichnende Entwicklung auch deshalb besonders ärgerlich, da sich der hiesige Standort für künftige Erweiterungen der T-Com bestens eigne. Das Niederlassungsgebäude verfüge über reichliche Flächenreserven. Ferner biete Bayreuth eine besonders motivierte und leistungsfähige Mitarbeiterschaft bei günstiger Kostenstruktur, sei mithin geradezu prädestiniert für qualifizierte Dienstleistungen. Wie der Oberbürgermeister betont, setze er gerade deshalb auf Bestand und Fortentwicklung der in Bayreuth ansässigen und für ganz Bayern zuständigen großen T-Com Niederlassung Technische Infrastruktur Süd mit ihrem anerkannt hohen Leistungsspektrum.