Stadt Bayreuth

IM FOKUS

ONLINE-TERMINRESERVIERUNG

07.04.2011

Festspiel-Projekte: Die Fakten liegen auf dem Tisch

Stellungnahme von OB Dr. Michael Hohl zur Forderung von Stadträtin Müller-Feuerstein nach mehr Informationen

Das Bayreuther FestspielhausDie Forderung von Stadträtin Christa Müller-Feuerstein nach mehr Information zur finanziellen Beteiligung der Stadt an künftigen Vorhaben rund um die Bayreuther Festspiele stößt bei Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl auf Unverständnis. “Die gewünschten Informationen liegen dem Stadtrat, so weit sie derzeit verfügbar sind, längst vor”, betont der OB in einer Pressemitteilung. Für eine künstliche Problematisierung von Zusammenhängen, die seit geraumer Zeit bekannt und klar geregelt sind, bestehe keinerlei Veranlassung.

Wie in den Medien berichtet, fordert Müller-Feuerstein mit Blick auf die anstehende Sanierung des Festspielhauses, den Bau einer neuen Probebühne, die Um- und Neugestaltung von Haus Wahnfried sowie das Programm zum Wagner-Jubiläumsjahr 2013 um grundlegende Informationen, wofür die Stadt bezahlen muss. “Alles Dinge, die in den Gremien bereits hinlänglich aufbereitet und diskutiert wurden”, hält dem der Oberbürgermeister entgegen. Der Finanzierungsanteil der Stadt an den Bayreuther Festspielen etwa sei seit Mitte der 1960er Jahre geregelt und alljährlich Gegenstand der öffentlichen Haushaltsberatungen. Nach dem damals in einer Verwaltungsvereinbarung festgelegten Schlüssel wird der Festspielbetrieb neben den Einnahmen der Festspiel-GmbH zu einem Drittel vom Bund, zu einem Drittel vom Land und zu einem Drittel von Stadt, Bezirk und Gesellschaft der Freunde von Bayreuth getragen. 2011 unterstützt die Stadt die Bayreuther Festspiele mit einem Zuschuss in Höhe von 1,173 Millionen Euro.

Allgemein bekannt sei ebenso die Funktion der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth als weltumspannendes Mäzenaten-Netzwerk der Bayreuther Festspiele. “Hierzu bedarf es nun wirklich keiner gesonderten Information des Stadtrats mehr.” Gleiches gelte für die Frage nach den Eigentumsverhältnissen und damit nach der Verantwortung für den Substanzerhalt des Festspielhauses. Eigner der Immobilie ist die Richard-Wagner-Stiftung, Mieter wiederum die Festspiel-GmbH. Seit dem Rücktritt Wolfgang Wagners als Festspielleiter ist die Stadt gemeinsam mit Bund, Land und Freunden von Bayreuth Mitgesellschafter zu gleichen Teilen. Auch dies ist dem Stadtrat bekannt.

Sanierungsbedarf des Festspielhauses wird derzeit analysiert

Die Festspielgremien, also Stiftung und Verwaltungsrat der Festspiel-GmbH, haben sich eingehend mit dem Sanierungsbedarf am Festspielhaus befasst. Derzeit werden mit dem Geld der Gesellschaft der Freunde die Schäden an dem historischen Gebäude analysiert und ein Sanierungsplan erstellt. “Sobald diese Arbeiten erledigt sind und ich über belastbare Informationen verfüge, werde ich die Stadtratsgremien selbstverständlich über den Zustand des Gebäudes und die sich daraus ergebenden baulichen und finanziellen Folgen informieren.”

Ebenfalls mehrfach Gegenstand von Beratungen in den entsprechenden Gremien war das Projekt einer neuen Probebühne fürs Festspielhaus.

In Sachen Um- und Neugestaltung des Richard-Wagner-Museums sowie mit Blick auf das von Müller-Feuerstein ebenfalls angesprochene Veranstaltungsprogramm zum Wagner-Jubiläumsjahr 2013 sieht Dr. Hohl ebenfalls keine Informationsdefizite. Beide Themen seien in öffentlichen Sitzungen – zum Teil mehrfach – den Stadtratsgremien vorgestellt und diskutiert worden, das Jubiläumsprogramm 2013 erst vor wenigen Tagen im Kulturausschuss und im Stadtrat. “Dabei ist auch eingehend darüber gesprochen worden, was bei beiden Projekten finanziell auf die Stadt zukommt.” Beim Jubiläumsprogramm 2013 habe der Stadtrat eine Begrenzung des städtischen Finanzierungsanteils auf maximal 1,5 Millionen Euro beschlossen. “Und beim Thema Umbau von Haus Wahnfried war immer klar, dass die Stadt die von den Gremien befürwortete große Lösung mit einem Investitionsvolumen von mehr als 12 Millionen Euro alleine nicht wird schultern können, sondern auf die finanzielle Hilfe von Bund, Freistaat und weiteren öffentlichen Zuschussgebern angewiesen ist”, betont der Oberbürgermeister. Er befinde sich daher bereits seit geraumer Zeit in entsprechenden Finanzierungsgesprächen, die sich bislang positiv entwickeln. “Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das hinkriegen”, so Dr. Hohl.

Die von Müller-Feuerstein ebenfalls angesprochenen Überlegungen zur Verschönerung der Zufahrten zum Festspielhaus sind auch Gegenstand eines Antrags des CSU-Landtagsabgeordneten Walter Nadler. Es geht darum, ohne größere bauliche Maßnahmen die Zufahrt, insbesondere im Bereich des früheren Güterbahnhofs zu verschönern, zum Beispiel durch das Aufstellen von Pflanzen. OB Dr. Hohl: “Ich habe sehr viel Sympathie für diese Vorschläge. Damit muss sich aber der Rat nicht beschäftigen, das ist Sache der laufenden Verwaltung.” Zur Zeit werde nach guten und wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen gesucht. “Über das Ergebnis werde ich dem Bauausschuss dann gerne berichten”, so der OB abschließend.