Stadt Bayreuth

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08.08.2012

Festspiele: Nach sechs Jahren wieder ein „Holländer“

Vorhang auf für die 101. Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele

Vorhang auf für die 101. Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele. Nach einer sechsjährigen Pause steht in dieser Spiezeit wieder Richard Wagners romantische Oper „Der fliegende Holländer“ auf dem Spielplan. Jan Philipp Glogers Neuinszenierung eröffnete am 25. Juli die Festspiele. In Bayreuths mystischem Abgrund dirigiert, nach einem Jahr Pause, Maestro Christian Thielemann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hätte problemlos eine Kabinettssitzung in Bayreuth einberufen können, so viele Minister kamen neben der Kanzlerin zur Eröffnungspremiere. Nicht minder stark vertreten war das Kabinett Seehofer. Was sie erwartete? „Ein musikalisch ganz, ganz hochwertig besetzter Holländer“, sagt Katharina Wagner, die gemeinsam mit Eva Wagner-Pasquier die Festspiele leitet; Thielemann am Pult, Franz-Josef Selig als Daland, Adriane Pieczonka als Senta, Michael König als Erich, Christa Myer als Mary, Benjamin Bruns als Steuermann und Samuel Youn als kurzfristig für Evgeny Nikitin eingesprungener Holländer – da könne man schon von Weltklasse reden. Auch die Inszenierung von Jan Philipp Gloger gefalle ihr persönlich sehr gut, sagt Wagner: „Handwerklich extrem sauber, ästhetisch sehr geschmackvoll.“

Regisseur Jan Philipp Gloger (rechts) bei einer Probe für die

Regisseur Jan Philipp Gloger (rechts) bei einer Probe für die „Holländer“-Neuinszenierung bei den Bayreuther Festspielen 2012. Rechts der russische Tenor Evgeny Nikitin. An seiner Stelle hat Samuel Youn den Part des „Holländer“ übernommen.

Zwei Inszenierungen werden nach dieser Saison vom Spielplan genommen – Christoph Marthalers „Tristan“ (heuer mit Kwangchul Youn anstelle von Robert Holl als König Marke) und Stefan Herheims „Parsifal“, bei dem im Derniéren-Jahr Philippe Jordan erstmals als Dirigent und Burkhard Fritz anstelle von Simon O’Neill als Parsifal zu erleben ist.

Groß ist die Spannung auch, wie die letztjährige, heftig umstrittene Neuinszenierung des „Tannhäuser“ – Regie: Sebastian Baumgarten – in diesem Jahr beim Publikum ankommen wird. Musikalisch hat sich einiges verändert: Nicht mehr Thomas Hengelbrock, sondern Christian Thielemann führt in dieser Saison den Taktstock. Torsten Kerl ersetzt Lars Clevemann als Tannhäuser, Michelle Breedt singt anstelle von Stephanie Friede die Venus. Schon durch die neuen handelnden Personen glaubt Katharina Wagner an eine „neue Dynamik“.

Wagner im Kino als Ersatz fürs Public Viewing

Erstmals sind die Bayreuther Festspiele in diesem Sommer mit Herheims packender „Parsifal“-Inszenierung live in rund 100 deutschen Kinosälen zu erleben – und zwar am Samstag, 11. August, ab 16 Uhr – darunter auch im Cineplex in Bayreuth. Das Werk wird, exklusiv für die Kinobesucher, live moderiert, zudem gibt es noch außergewöhnliche Einblicke hinter die Kulissen der Bayreuther Festspiele. Katharina Wagner setzt große Stücke auf diese neue Präsentationsform der Festspiele, die das Public Viewing ersetzt: „Einige Kinos sind schon ausverkauft; es wird sehr spannend sein, diese andere (Kamera-)Perspektive zu erleben.“ Weitere Informationen zum Thema Wagner im Kino unter www.wagner-im-kino.de. Zeitgleich überträgt der Fernsehsender Arte die Aufführung aus dem Festspielhaus.