Stadt Bayreuth

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01.09.2006

Feuerwehr-Aktionswoche 2006

Feuerwehr im Einsatz“Im Katastrophenschutz die Nummer eins – ihre Feuerwehr!” Dies ist das Motto der diesjährigen, bayernweiten  Feuerwehr-Aktionswoche, die im Zeichen von Dank und Anerkennung für die Feuerwehrkräfte steht, aber auch vor dem Hintergrund von Einsparungen und fehlender Unterstützung im Katastrophenschutz stattfindet. Begleitet wird die Aktionswoche von mehreren Übungen, bei denen die Freiwilligen Feuerwehren (FFW) Bayreuth, Laineck und Wolfsbach von Freitag, 15. September, bis Sonntag, 24. September, den Ernstfall proben. Abgeschlossen wird sie mit einem “Tag der offenen Tür” in der Neuen Feuerwache.

Mit 7.780 Feuerwehren und über 323.000 Aktiven in Bayern ist die Feuerwehr die “erste Adresse” für immer häufiger auftretende Katastrophenfälle. Die Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit – so der Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall, die Schneekatastrophe in der Oberpfalz, in Niederbayern und in Teilen des Fichtelgebirges oder das Hochwasser in Bad Berneck und im Raum Kulmbach – sind noch in frischer Erinnerung.

Flächendeckende Hilfe

In der Stadt Bayreuth stehen bei den Freiwilligen Feuerwehren Bayreuth, Laineck und Wolfsbach 401 ehrenamtliche und 37 hauptamtliche Kräfte der Ständigen Wache für die Bewältigung eines breit gefächerten Aufgabenspektrums zur Verfügung. “Nur die Feuerwehr ist in der Lage, innerhalb kürzester Zeit die weitaus meisten Hilfskräfte flächendeckend und Stadt- oder Landkreisgrenzen übergreifend zur Verfügung zu stellen, um effektive und kompetente Katastrophenhilfe zu leisten”, so Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl.

Rückgrat des Katastrophenschutzes

Die Stadt Bayreuth unterhält keine Berufsfeuerwehr. In der Ständigen Wache stehen elf hauptamtliche Feuerwehrmänner für einen sofortigen Einsatz zur Verfügung. “Alle zusätzlichen Kräfte, die dann zur Hilfe gerufen werden, werden aus dem ehrenamtlichen Bestand alarmiert – gleichgültig, wo sie sich gerade befinden, in welche beruflichen oder privaten Aktivitäten sie gerade eingebunden sind”, betont das Stadtoberhaupt. Die starke Verwurzelung der Freiwilligen Feuerwehr in der Bevölkerung trage dazu bei, dass die Menschen zur Selbsthilfe bereit seien. Dank eines dichten Netzes von Ortsfeuerwehren und Gerätehäusern sowie dank der Vielzahl hervorragend ausgebildeter Aktiver sei effektive Hilfe schnell und kompetent möglich. “Die Feuerwehr bildet das Rückgrat des Katastrophenschutzes”, so Dr. Hohl. Ein Umstand, der auch dadurch belegt werde, dass regelmäßig Führungskräfte der Feuerwehr als “örtliche Einsatzleiter” im Katastrophenfall bestimmt sind und die Einsätze mit ihrer ganzen Erfahrung aus dem Alltagsgeschäft lenken.

Feuerwehr im Einsatz“Große Sorgen bereitet den Feuerwehren jedoch die mangelnde Unterstützung durch den Bund”, kritisiert Dr. Hohl. Weil der allgemeine Katastrophenschutz in die Zuständigkeit der Länder falle, bedienten sich Bund und Land vorrangig der kommunalen Feuerwehren. Derzeit, so der Oberbürgermeister, sei einerseits eine erweiterte Zuständigkeit des Bunde für außergewöhnliche Schadenslagen mit einem Zugriffsrecht auf die Katastrophenschutzpotentiale der Länder geplant. Gleichzeitig sollen aber andererseits die Bundesmittel für ergänzende Ausstattung im Bereich des Brandschutzes gestrichen und zu Bundesorganisationen umgeleitet werden. “Hierdurch wird den Feuerwehren, die das mit Abstand größte Helferkontingent stellen, Gerät entzogen”, erläutert der Oberbürgermeister. In Bayern seien hiervon allein 135 Löschgruppenfahrzeuge und 56 Schlauchwagen betroffen. Es sei daher unerlässlich, dass Freistaat wie Bund auch künftig den Feuerwehren die entsprechenden Mittel bereitstellen, um weiterhin ihren Beitrag an den Lasten des Katastrophenschutzes in der Fläche zu leisten.

Schnelle und fachgerechte Hilfe

Die Bayreuther Freiwillige Feuerwehr wurde nach Angaben von Dr. Hohl im vergangenen Jahr 702 Mal alarmiert, zu 279 Brandeinsätzen und 423 Hilfeleistungen gerufen. Dabei wurden 54 Personen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet. In zwölf tragischen Fällen kam auch die Hilfe der Feuerwehr letztlich zu spät. Zur Unterstützung der Ständigen Wache mussten die ehrenamtlichen Aktiven 2005 104 Mal nachalarmiert werden.

Zusätzlich wurden bei 336 Veranstaltungen insgesamt 6.629 Stunden für Sicherheitswachen abgeleitet, wozu die Feuerwehren ebenfalls gesetzlich verpflichtet sind. “Die ehren- und hauptamtlichen Feuerwehrleute stellen sich jederzeit zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger diesen enormen Herausforderungen, die Arbeitgeber leisten über ihre Toleranz und Unterstützung hierzu einen erheblichen Einsatz weit über eine festgelegte Entschädigung hinaus”, unterstreicht OB Dr. Hohl. So könne im Ernstfall jeder in Bayreuth dank dieses enormen Engagements auf schnelle und fachgerechte Hilfe vertrauen.

Bei der bevorstehenden Aktionswoche möchte die Feuerwehr aber nicht nur ihr Können und ihre Schlagkraft demonstrieren, sondern auch über ihre Arbeit berichten und zur Vermeidung von Gefahren beitragen. Der Oberbürgermeister lädt daher alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, jung und alt, herzlich ein, die Veranstaltungen der Aktionswoche zu besuchen und sich ein Bild vom großen Einsatzpotential der Freiwilligen Feuerwehren zu machen. Die erste Veranstaltung wird am Freitag, 17. September, um 19 Uhr, mit einer Auftaktübung in der Fußgängerzone Maxstraße im Gebäude der ehemaligen Sparkasse am Mühltürlein stattfinden.