Stadt Bayreuth

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13.09.2007

Feuerwehren suchen weiblichen Nachwuchs

Aktionswoche vom 15. bis 23. September steht diesmal unter dem Motto “Frauen am Zug” – Auftaktübung mit OB Dr. Hohl an der neuen ZOH

Feuerwehr im EinsatzBAYREUTH – Die Feuerwehr sucht Nachwuchskräfte – und dies nicht nur bei jungen Männern, sondern auch beim weiblichen Geschlecht. “Frauen am Zug” lautet das Motto der diesjährigen bayernweiten Feuerwehr-Aktionswoche. Mit einer ganzen Reihe von Übungen werden die Freiwillige Feuerwehren in der Stadt Bayreuth der Öffentlichkeit in den kommenden Tagen einen Eindruck von ihrer Schlagkraft vermitteln und dabei zugleich Nachwuchswebung betreiben. Den Auftakt macht am Samstag, 15. September, um 10 Uhr, eine Übung an der neuen Zentralen Omnibus-Haltestelle am Hohenzollerneck, zu der auch Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl erwartet wird.

Millionen Frauen engagieren sich heute überall in Deutschland in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen ehrenamtlich. Dass sie sich dabei längst nicht mehr auf überkommene Rollenbilder festlegen lassen, ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft. “Zehntausende weibliche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, die zuverlässig, belastbar und professionell ausgebildet ‘ihre Frau stehen’ sind der beste Beweis”, betont OB Dr. Hohl.

Allerdings sind Frauen nach Angaben des Oberbürgermeisters auch in Bayreuth in der Feuerwehr noch immer unterrepräsentiert. Der Anteil der weiblichen Angehörigen im aktiven Dienst ist bundesweit in den vergangenen Jahren nur langsam auf derzeit etwa sieben Prozent gestiegen. Eine stärkere Beteiligung ist in den Jugendfeuerwehren zu verzeichnen. Dort sind durchschnittlich mehr als 20 Prozent der Mitglieder Mädchen.

Langfristig strebt der Deutsche Feuerwehrverband an, den jetzigen Mitgliederstand der Feuerwehrfrauen im aktiven Dienst zu verdoppeln. Mädchen und Frauen sollen daher verstärkt für bürgerschaftliches Engagement gewonnen werden. “Letztlich hängt davon auch ab, die Leistungsfähigkeit des Brand- und Katastrophenschutzes langfristig zu sichern”, betont Dr. Hohl.

Dies gilt selbstverständlich auch für die Stadt Bayreuth, die keine Berufsfeuerwehr unterhält. In der Ständigen Wache stehen hauptamtlich durchschnittlich elf Feuerwehrkräfte für einen sofortigen Einsatz zur Verfügung. “Alle zusätzlichen Kräfte, die dann zu einem Schadensereignis, ob Feuer, technische Hilfeleistung, Unfallhilfe oder eben Katastrophenhilfe gerufen werden, werden aus dem Bestand der ehrenamtlichen Helfer alarmiert – gleichgültig wo sie sich gerade befinden, in welche beruflichen oder privaten Aktivitäten sie gerade eingebunden sind”, unterstreicht Dr. Hohl. Darüber hinaus trage die starke Verwurzelung der Freiwilligen Feuerwehr in der Bevölkerung auch dazu bei, dass die Menschen zur Selbsthilfe bereit sind und angeleitet werden.

Dank des dichten Netzes von Ortsfeuerwehren und Gerätehäusern und der Vielzahl der hervorragend ausgebildeten Aktiven ist effektive Hilfe schnell und kompetent möglich. So stellt die Mitwirkung beim Katastrophenschutz in der Feuerwehr eine sinnvolle Alternative zum Wehrdienst dar. “Die Feuerwehr bildet das Rückgrat des Katastrophenschutzes, welcher durch THW, BRK und Bundeswehr ergänzt wird. Dies wurde in den diesjährigen Sturmeinsätzen – im Frühjahr bei ‘Kyrill’ und vor allem am 19. Juli – eindruckvoll unter Beweis gestellt”, so das Stadtoberhaupt weiter.

Die Bilanz dieser Einsatzbereitschaft ist beeindruckend: Bayreuths Freiwillige Feuerwehren wurden im vergangenen Jahr 742 Mal alarmiert. Sie wurden zu 294 Brandeinsätzen und 448 Hilfeleistungen gerufen. Hierbei wurden 45 Personen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet. Leider mussten auch wieder sieben Tote geborgen werden.

Zur Unterstützung der Ständigen Wache mussten die ehrenamtlich Aktiven im vergangenen Jahr 93 Mal nachalarmiert werden. Hier eingeschlossen sind 31 Alarmierungen der sogenannten Schnelleinsatzgruppe. Zusätzlich wurden bei insgesamt 397 Veranstaltungen rund 6.600 Stunden für Sicherheitswachen abgeleistet, wozu die Feuerwehren ebenfalls gesetzlich verpflichtet sind. “Die ehren- und hauptamtlichen Feuerwehrleute stellen sich jederzeit zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger diesen enormen Herausforderungen. Die Arbeitgeber leisten über ihre Toleranz und Unterstützung hierzu einen erheblichen Einsatz. So kann im Ernstfall jeder in unserer Stadt auf fachgerechte und schnelle Hilfe vertrauen”, betont Dr. Hohl.

Bei der anstehenden Aktionswoche wird die Feuerwehr nicht nur ihre Schlagkraft demonstrieren, sondern auch über ihre Arbeit berichten und zur Aufklärung bei der Vermeidung von Gefahren beitragen. Zum Abschluss der Aktionswoche findet am Sonntag, 23. September, ein Tag der offenen Tür in der Städtischen Feuerwache statt.