Stadt Bayreuth

15.12.2015

Flüchtlinge in berufliche Ausbildung integrieren

Stadt und Landkreis Bayreuth, die Handwerkskammer für Oberfranken, die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken sowie die Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof haben im Neuen Rathaus eine gemeinsame Vereinbarung zur Integration von Flüchtlingen in berufliche Ausbildung und in den Arbeitsmarkt unterzeichnet.

Auch wenn die geordnete Aufnahme und Registrierung von Flüchtlingen aktuell im Fokus stehen, so müssen bereits jetzt Maßnahmen zur Vorbereitung der beruflichen Integration von Flüchtlingen unternommen werden. In Oberfranken sind aktuell 9.068 Flüchtlinge untergebracht, davon sind 1.021 unbegleitete Minderjährige. In Stadt und Landkreis Bayreuth befinden sich aktuell 1.561 Flüchtlinge, davon 181 unbegleitete Flüchtlinge in Einrichtungen der Jugendhilfe.

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Sie alle haben unterschrieben: OB, Landrat, Vertreter von Arbeitsagentur, HWK und IHK.

In einer gemeinsamen Initiative haben jetzt die Stadt Bayreuth, der Landkreis Bayreuth, die Handwerkskammer für Oberfranken, die  Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth und die Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof eine „Vereinbarung zur Integration von Flüchtlingen in berufliche Ausbildung und in den Arbeitsmarkt“ im Neuen Rathaus in Bayreuth unterzeichnet.

Rechtssicherheit für Betriebe und Flüchtlinge

Ziel der Vereinbarung ist es, jungen Flüchtlingen, die noch auf eine Entscheidung zu ihren Asylverfahren warten und bereits einen Ausbildungsplatz gefunden haben, zu ermöglichen, diese Ausbildung auch abzuschließen und bei erfolgreicher Ausbildung auch ein Aufenthaltsrecht zu erhalten. Damit wird vom Ermessensspielraum, den das deutsche Ausländerrecht den Behörden zugesteht, Gebrauch gemacht und somit zusätzliche Rechtssicherheit für Betriebe und Flüchtlinge geschaffen.

Die beste Grundlage für eine gelingende Integration ist die zügige Aufnahme einer Beschäftigung oder einer Ausbildung. Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung verpflichten sich die Ausländerbehörden von Stadt und Landkreis Bayreuth grundsätzlich jungen Asylbewerbern eine Duldung auch ohne Aufenthaltsstatus auszusprechen, wenn sie eine Ausbildung beginnen oder begonnen haben. Außerdem ist in der Vereinbarung festgesetzt, dass Flüchtlinge auch nach Beendigung einer Ausbildung eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten, sofern sie eine Beschäftigung im erlernten Beruf aufnehmen.

Bestmögliche Perspektive für eine rasche Integration

Die Rechtssicherheit für Flüchtlinge und die ausbildenden Betriebe spielt hierbei eine große Rolle. Wenn ein Betrieb bereit ist, einen Flüchtling auszubilden, muss er auch die Sicherheit haben, dass der Flüchtling einerseits die in der Regel dreijährige Ausbildung ordnungsgemäß durchlaufen kann und andererseits auch nach der Ausbildung grundsätzlich im erlernten Beruf weiter beschäftigt werden darf. Die jetzt unterzeichnete Erklärung nutzt den Ermessenspielraum des Ausländerrechts aus und schafft so für Betriebe wie Flüchtlinge die bestmögliche Perspektive für eine rasche Integration.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist daher ein wichtiges Signal, welches Stadt, Landkreis, HWK und IHK, sowie die Arbeitsagentur Bayreuth-Hof gemeinsam setzen und so jungen Flüchtlingen ohne sicheren Aufenthaltsstatus eine berufliche Perspektive bieten.

(Quelle: Handwerkskammer für Oberfranken)