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26.03.2009

Fränkische Festwoche: Der Vorverkauf läuft

Zwei Opernabende und modernes Tanztheater im Markgräflichen Opernhaus

Die Fränkische Festwoche 2009 wirft ihre Schatten voraus: Mit zwei Ballett- und zwei Opernabenden stellen sich das TanzTheater München und das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz im historischen Ambiente des Markgräflichen Opernhauses dem Publikum vor.

Karten für die Aufführungen der Fränkischen Festwoche gibt es ab sofort bei der Theaterkasse, Luitpoldplatz 9, die montags bis freitags, von 9 bis 18 Uhr, sowie samstags, von 9 bis 14 Uhr, geöffnet hat (Telefon 09 21/6 90 01, e-Mail: info@kurier-tickets.de).

Szene aus

Die seit 1949 stattfindende Fränkische Festwoche ist ein wichtiger Bestandteil des Bayreuther Kulturlebens. Auf dem Programm stehen diesmal das Handlungsballett „Romeo und Julia“ (25./26. Mai) nach der Tragödie von William Shakespeare und das Singspiel „Liebe und Eifersucht“(28./29. Mai) von E.T.A. Hoffmann, eine Uraufführung des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Ballett: William Shakespeares “Romeo und Julia” 

Im Zentrum der beiden Ballettabende steht eine der schönsten und tragischsten Liebesgeschichten der Weltliteratur – William Shakespeares „Romeo und Julia“, ein Spiel um Liebe, Rache und Tod. Die Fehde zwischen den Familien Capulet und Montague ist zu einem Ballettklassiker geworden, der immer wieder aufs Neue berührt. 1938 uraufgeführt, erlebt das Stück nun durch Hans Henning Paar eine zeitgenössische Übertragung.

Hier bestimmen nicht Spitzentanz und neo-klassisches Ballett die Atmosphäre, sondern ein barfuß getanzter Modern-Dance Pas de deux, der den dramatischen Plot in eine dynamische Bewegungssprache überträgt – ohne Pomp und Kostümrausch. Der ‚nackte’ Körper ersetzt hier vieles: die todbringenden Waffen, die dem übermütigen Mercutio und schließlich dessen Mörder Tybalt zum Verhängnis werden, sind hier nicht Degen, Dolch und Messer, es würgen Hände, greifen Arme, kämpfen Leiber. Sergej Prokofjew komponierte für „Romeo und Julia“ eine der wohl bekanntesten Ballettmusiken überhaupt. Seitdem beherrscht dieses Ballett weltweit die Bühnen als eines der großen Theaterereignisse des 20. Jahrhunderts.

Für beide Ballettabende wird eine Werkeinführung angeboten, die am Dienstag, 12. Mai, um 19.30 Uhr, im Zentrum, Äußere Badstraße 7 a, stattfindet. Hans Henning Paar, künstlerischer Leiter des TanzTheater München und Chefchoreograf, führt mit Mitgliedern des Ensembles in den Ballettabend ein.

Uraufführung von E.T.A. Hoffmanns Singspiel “Liebe und Eifersucht”

Im zweiten Teil des Programms der Fränkischen Festwoche gastiert das Staatstheater am Gärtnerplatz mit der Uraufführung von E.T.A. Hoffmanns Singspiel „Liebe und Eifersucht“. Beides sind Themen, die die Menschen seit jeher umtreiben, die immer wieder Stoff für spannende Literatur und Unterhaltung liefern: von Shakespeares „Othello“ bis hin zu Büchners „Woyzeck“. Umso erstaunlicher, dass Ernst Theodor Amadeus Hoffmanns musikalische Interpretation von Liebe und Eifersucht über zwei Jahrhunderte in einer Schublade schlummerte bis diese im Juli 2008 zur Uraufführung kam. Das mag daran liegen, dass die Deutschen Hoffmann lieber als Literaten denn als Komponisten sahen.

Dabei behandelt die Oper die Themen als vitales Singspiel voller schlagfertiger Duette mit rhetorisch starker Musik, die, variantenreich, nicht ihren Bezug zur Mozartzeit leugnet. Nun endlich wird auch diesem facettenreichen Teil des vielseitig talentierten Künstlers die nötige Beachtung geschenkt.

Pedro Calderón de la Barcas „La banda y la flor“ von 1632 diente in der Schlegelschen Übersetzung von 1803 als Vorlage für Hoffmanns Libretto zum Singspiel „Liebe und Eifersucht“, das der Mozartliebhaber selbst nie zur Aufführung bringen durfte: Eine blaue Schärpe und eine Blume sorgen für allerhand Liebeswirbel. Rachegefühle, geweckt von Verwechslungen, Verwirrungen und Intrigenspielen, gipfeln schließlich in Morddrohungen und Duellforderungen. Hoffmann verpackt die Motive in eine Komposition voller Leichtigkeit und Transparenz, die die unterhaltsame Verwechslungskomödie geschickt umhüllt.

Auch zu diesen beiden Aufführungsabenden wird jeweils um 18.45 Uhr im Markgräflichen Opernhaus eine Werkeinführung angeboten.

>> Weitere Informationen zur Fränkischen Festwoche 2009

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