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20.05.2008

Fränkische Festwoche zeigt modernes Ballett

Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz präsentiert am 23./24. Mai die ganze Vielfalt zeitgenössischen Tanzes
Szene aus BallettDie Fränkische Festwoche 2008 wirft ihre Schatten voraus: Vom 23. bis 31. Mai werden im historischen Ambiente des Markgräflichen Opernhauses zwei Opern- und zwei Ballettabende geboten. Neben Christoph Willibald Glucks Oper “Die Pilger von Mekka” (30./31. Mai) wartet auf die Besucher am Freitag/Samstag, 23./24. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, modernes Ballettvergnügen, präsentiert vom Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz.

Die Choreografien von international renommierten und vielfach ausgezeichneten Künstlern bieten ein besonders spannendes Programm. Die gezeigten Tanzstile sind extrem unterschiedlich und geben interessante Einblicke in die Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes.
So sind in der Choreographie von Stephan Thoss und zur Musik der “Visions fugitive” von Sergej Prokofjew 15 Miniaturen zu erleben. “Die Visions fugitives haben mich durch ihre spezifische musikalische Charakteristik, ihre atmosphärische Irrealität angezogen”, so Thoss. Die Miniaturen lassen flüchtige Bilder vor dem Auge entstehen. Sie entführen in eine nächtliche Welt, in der rätselhaft verspielte Figuren ihrer Energie freien Lauf lassen, Sternschnuppen gleich, die aufglimmen und sich wieder verlieren. “Die Nacht verrät uns Geheimnisse, die der Tag nicht kennt. Die kurzen Augenblicke, die man gelöst ist von den Fesseln des Möglichen, ruhen in ihr. Sich in diesen wie befreit zu bewegen, ist ein Genuss und eine Lust”, so der Choreograph.

Thoss absolvierte seine tänzerische Ausbildung an der Palucca-Schule Dresden verbunden mit einem dreijährigen Zusatzstudium bei Patricio Bunster in der Lehre des Deutschen Ausdruckstanzes. Als Tänzer arbeitete er für das Ballett der Staatsoper Dresden, an der Komischen Oper Berlin, am Staatstheater Kassel und wieder an der Semperoper, wo er dann verstärkt auch als Choreograf tätig war. 1998 übernahm Thoss die Leitung des Balletts der Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, von 2001 bis 2006 war er Ballettdirektor der Staatsoper Hannover und seit Beginn der Spielzeit 2007/08 ist er Ballettdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Sein Repertoire umfasst inzwischen über 70 Werke: von kurzen Solostücken bis hin zum abendfüllenden Handlungsballett.

Einen weiteren Schwerpunkt der Ballettabende bildet “Trio” von William Forsythe. “Trio” bietet einen guten Einblick in Forsythes choreografische Arbeit der 90er Jahre. Basis ist seine damals mit den Tänzern des Ballett Frankfurt entwickelte Improvisationstechnik. Ausgehend von den einzelnen Körperteilen, entsteht eine ganze Bewegungsstruktur, die man gut nachvollziehen kann – sozusagen ein kleiner Spiegel einer ganzen Schaffensperiode Forsythes. Wie auch in vielen seiner anderen Werke werden die Tänzer aufgefordert, mit den eigenen Bewegungsgewohnheiten zu brechen und die körperliche Belastbarkeit zu erweitern – und zwar im Sinne eines freieren Zugangs zur Bewegung.

“Sweet, sweet, sweet” von Marco Goecke bildet den Abschluss der Ballettabende im Markgräflichen Opernhaus. Im besten Fall bittersüß ist diese Choreografie, die in ihrem Titel so zuckrig daherkommt und ihre Uraufführung 2005 beim Stuttgarter Ballett erlebte. Es ist vielleicht das bekannteste Stück von Goecke. Sein überwältigendes Bühnenbild prägt sich dem Zuschauer unweigerlich ein. “Sweet, sweet, sweet” fesselt, man hasst es oder liebt es, gleichgültige Stimmen gibt es kaum, was im Übrigen für alle Werke von Goecke gilt: Sie bewegen, faszinieren, beängstigen, aber sie lassen nicht kalt.

Karten für die Ballettabende der Fränkischen Festwoche gibt’s bei der Theaterkasse, Luitpoldplatz 9, Tel. 09 21/6 90 01, e-mail: info@kurier-tickets.de