Stadt Bayreuth

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04.05.2016

Fragen und Antworten zur Sanierung der Stadthalle

Die Stadt Bayreuth beabsichtigt, die in ihrer heutigen Erscheinung 1965 eröffnete Stadthalle grundlegend zu erneuern und durch behutsame Um- und Erweiterungsbauten den Erfordernissen an ein modernes Kulturzentrum anzupassen. Dabei werden insbesondere Belange eines zeitgemäßen und wirtschaftlichen Veranstaltungsbetriebs, des Brandschutzes sowie der Barrierefreiheit und der Energieeffizienz berücksichtigt.   

bayreuth luftbild

Bayreuths größtes Kulturprojekt der kommenden Jahre: Die Stadthalle – hier ein Blick aus der Vogelperspektive – soll zum modernen Kultur- und Veranstaltungszentrum umgebaut werden.

Die Stadthalle bietet an ihrem Standort in der Mitte der Stadt – an der historischen Friedrichstraße und am „Neuen Schloss“ mit dem Hofgarten – gute Voraussetzungen für Veranstaltungen. Das Kultur- und Tagungszentrum kann zu einer Brücke zwischen Wirtschaft, Universität, Kunst und Kultur und der Bevölkerung werden.

Mehr zum Thema

  • Infoflyer zum Umbau- und Sanierungskonzept | pdf
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Antworten auf häufig gestellte Fragen

Der Stadtrat Bayreuth hat sich in einem Grundsatzbeschluss im April 2015 für die sogenannte „große Sanierungslösung“ entschieden und diesen Ende November nochmals bestätigt. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Planungen mit einem Kostenvolumen von rund 54 Millionen Euro auf aktuellem Stand weiter voranzutreiben.

Dass in die Stadthalle investiert werden muss, ist seit mehr als zehn Jahren bekannt. Das Thema wurde aber immer wieder verschoben. Daher ist eine Sanierung nun unumgänglich. Der Stadtrat hat sich nach langer Beratung und Prüfung verschiedener Varianten im April in einem Grundsatzbeschluss für eine umfassende, die sogenannte „große Lösung“ entschlossen.

Der Stadthalle kommt als zentraler Veranstaltungsort mit Blick auf das kulturelle und gesellschaftliche Leben sowie mit Blick auf das Thema Tagungen in Bayreuth eine herausragende Bedeutung zu. Hinzu kommt: Die Stadthalle ist ein wesentlicher Bestandteil des Stadtbildes.

Mit der Sanierung wird ein Projekt angegangen, das Bedeutung für die nächsten Jahrzehnte haben wird. Die Stadthalle ist eines der wesentlichen Zukunftsprojekte Bayreuths und ein wichtiger Bestandteil der sogenannten „weichen“ Standortfaktoren.

Wenn Bayreuth ein attraktiver Ort für Theater, für Konzerte, für Veranstaltungen unterschiedlichster Art, wie auch für Tagungen sein will, muss es in der Stadt mindestens einen Ort geben, an dem all diese unterschiedlichen Möglichkeiten unter zeitgemäßen Verhältnissen stattfinden können.

Die aktuellen Sanierungspläne stehen für eine deutliche Verbesserung der Sicht- und Akustikverhältnisse im Großen Haus. Es wird eine Seitenbühne geben und es wird eine Wand- und Deckenverkleidung geben, mit der es gelingt, für die unterschiedlichsten Veranstaltungen (Theater, Konzert, Bälle, Tagungen usw.) optimale akustische Bedingungen zu erreichen.

Die Sanierungspläne stehen auch für den Erhalt des Kleinen Hauses als eigenständiger Theaterraum. Auch der Geißmarkt und die Außenanlagen werden umgestaltet.

Über die Sanierungs- und Umgestaltungskonzeption im Detail informiert ein städtischer Infoflyer, der zum Download zur Verfügung steht.

Wer sagt, man könne bei der Stadthalle nur das Notwendige machen, was übrigens rund 14 Millionen Euro kosten würde, und stattdessen ein Tagungszentrum auf der grünen Wiese für 35 bis 40 Millionen Euro bauen, verschweigt, dass dann zwar Theater, Konzerte oder andere Veranstaltungen weiterhin in der Stadthalle stattfinden können, dies aber unter Bedingungen geschieht, die heute nicht mehr dafür geeignet sind, Bayreuth bei Veranstaltern und Publikum als attraktiven Veranstaltungsstandort zu platzieren.

Verschwiegen wird zudem, dass bei einem Neubau ein entsprechend großes, gut erreichbares Grundstück erworben werden muss. Ein Neubau würde außerdem bedeuten, dass zwei große Veranstaltungsorte samt der damit zusammenhängenden Folgekosten entstünden. Es müssten zwei Gebäude – Stadthalle und Neubau – betrieben und ausgelastet werden und zwar so, dass die Verluste die Stadt nicht auffressen.

Die Sanierung der Stadthalle wird allein schon wegen der Größe des Projekts Priorität haben. Die Investition wird über mehrere Haushaltsjahre zu strecken sein.

Für die Stadt wird die Finanzierung des Projektes nicht einfach werden. Aber: Die Behauptung, die Stadt könne sich bei Umsetzung des Stadtratsbeschlusses zur Stadthalle gar nichts anderes mehr leisten, ist nicht richtig. Selbstverständlich muss – und das ist bei jeder Investition und jedem Haushalt so – sorgfältig abgewogen werden, wann was machbar ist.

Und: Im Jahr 2015 ist es gelungen, die Schulden der Stadt außerplanmäßig um rund 4 Millionen Euro zu reduzieren. Bayreuth wird am Ende des Jahres 2015 den niedrigsten Schuldenstand seit 2001 haben. Die Stadt Bayreuth wird also auch in Zukunft ihre Aufgaben erfüllen.

Die Stadt führt bereits seit Monaten Gespräche mit allen in Frage kommenden Fördergebern, um die Fördersituation zu verbessern. Endgültige Aussagen der potentiellen Fördermittelgeber wird es erst geben, wenn die exakten Kostenberechnungen vorliegen. Daher war der Beschluss des Stadtrats von Ende November, die Planungen für die große Sanierungslösung weiter voranzutreiben, so wichtig.

Da Bayreuth im Gegensatz zu anderen Städten über kein eigenes Ensemble in keiner Theatersparte und auch über keinen eigenen Klangkörper verfügt, ist die Zuschusssituation ungünstig. Doch völlig unabhängig davon werden Oberbürgermeisterin und Verwaltung weiter versuchen, eine bessere Förderquote zu erreichen.

Auch als die Oberfrankenhalle in den 1980er Jahren gebaut wurde, war dies für die Stadt kein einfacher Schritt. Seinerzeit wurden Darlehen in Höhe von rund 10,2 Millionen DM (also rund 5,1 Millionen Euro) aufgenommen, bei Gesamtkosten von rund 23,8 Millionen DM. Heute ist die Zinssituation erheblich günstiger als in den 1980er Jahren, was eine Finanzierung erleichtert.

Die sogenannte „große Lösung“ ist das Ergebnis eines langen und intensiven Prozesses, der über drei Jahre angedauert hat. Ein europaweit ausgeschriebener Architektenwettbewerb wurde durchgeführt, die Stadtratsgremien haben das Sanierungsprojekt mehrfach ausgiebig diskutiert, es fand sogar eine Sondersitzung des Stadtrats zum Thema statt. Die verschiedenen Varianten wurden eingehend diskutiert, auch eine öffentliche Informationsveranstaltung wurde durchgeführt, außerdem wurden die Wünsche der Kulturschaffenden mit diesen erörtert. Fazit: Es war ein langer Entscheidungsprozess und am Ende eines solchen Prozesses stand der Grundsatzbeschluss des Stadtrats für die „große Lösung“.

Wer jetzt einen Stopp der Planungen fordert, der wirft nicht nur den gesamten Zeitplan über Bord. Ein Planungsstopp bedeutet auch, dass ein erheblicher Teil der bisher für Planung ausgegeben Gelder, das sind rund 4 Millionen Euro, verloren wären. Darüber hinaus würden zusätzliche Kosten für neue Planungsansätze entstehen. Und er würde bedeuten, dass die Stadthalle und damit wesentliche Teile des Bayreuther Kulturlebens in die Warteschleife geschickt werden.