Stadt Bayreuth

IM FOKUS

14.10.2015

Franz Liszt Klavierwettbewerb Weimar – Bayreuth

Eröffnungskonzert mit Boris Bloch am 20. Oktober im „ZENTRUM“ – der ukrainische Starpianist bestreitet einen Klavierabend ganz im Zeichen Franz Liszts

Längst ist der in Kooperation mit der Stadt Bayreuth ausgerichtete Weimarer Liszt-Wettbewerb einer der international bedeutsamsten, die dezidiert das Werk Franz Liszts ins Zentrum des Leistungsvergleichs stellen. Vom 20. Oktober bis 1. November laden die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und die Stadt Bayreuth zum inzwischen 8. Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerb Weimar – Bayreuth ein. Nach der ersten Runde in der Wagnerstadt zieht der Wettbewerb für die weiteren Wertungsrunden nach Weimar um. Das Eröffnungskonzert mit dem international renommierten Pianisten Boris Bloch findet am Dienstag, 20. Oktober, um 20 Uhr, im Europasaal des „ZENTRUM“ statt.

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Über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 24 Ländern haben sich für den pianistischen Wettstreit angemeldet. Anmeldungen in größerer Zahl kamen aus Russland, Südkorea und China, es reisen aber auch Künstler aus Australien und Albanien, Chile oder Indonesien an. Während die erste Runde in Bayreuth ausgetragen wird (21. – 25. Oktober), wechseln die Teilnehmer für die zweite (27./28. Oktober) sowie die dritte Runde (29./30. Oktober) in das Fürstenhaus der Weimarer Musikhochschule.

International besetzte Jury
Die international besetzte Jury unter Vorsitz der Weimarer Klavierprofessorin Gerlinde Otto entscheidet dann, wer am 31. Oktober beim Finalkonzert in der Weimarhalle mit der Staatskapelle Weimar Liszts Klavierkonzerte beziehungsweise den „Totentanz“ aufführen dürfen. Das Preisträgerkonzert wird dann wiederum in Bayreuth zu erleben sein: Die Gewinner spielen am 1. November, um 20 Uhr, in der Stadthalle Bayreuth Werke aus ihren Wettbewerbsprogrammen.

Zur Jury gehören neben Gerlinde Otto auch Rolf-Dieter Arens (Deutschland), Paul Badura-Skoda (Österreich), Wolfgang Döberlein (Deutschland), Manana Doijashvili (Georgien), Janina Fialkowska (USA/Kanada/Polen), Young-Lan Han (Südkorea), Leslie Howard (Großbritannien), Vadim Monastyrski (Israel) und Stefan Vladar (Österreich). Ihnen obliegt die Entscheidung, die Preise im Gesamtwert von 25.000 Euro an die größten Talente zu vergeben. Der 1. Preis des Wettbewerbs ist mit 12.000 Euro, der 2. Preis mit 8.000 Euro und der 3. Preis mit 5.000 Euro dotiert. Hinzu kommen Sonderpreise, Anschlusskonzerte und eine Rundfunkproduktion.

Eröffnungskonzert mit Boris Bloch
Das Eröffnungskonzert am Dienstag, 20. Oktober, um 20 Uhr, im „ZENTRUM“, bestreitet der international renommierte Pianist Boris Bloch. Auf dem Programm stehen ausschließlich Werke von Franz Liszt. Bloch, der aus Odessa in der Ukraine stammt, gehört seit langem zu den wichtigsten Interpreten der klassischen und romantischen Klaviermusik. Seine Ausbildung erhielt er am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium. Früh erarbeitete er sich ein breites Repertoire, das von Scarlatti und Bach, der Wiener Klassik, Chopin und Liszt über die deutsche und russische Romantik zu den wichtigen Komponisten des 20. Jahrhunderts reicht – und das er ständig erweitert.

Franz Liszt – bekanntlich weit mehr als bloß ein feuriger Virtuose und Frauenschwarm – besaß eine facettenreiche Persönlichkeit. Einerseits verehrte er die Kompositionskünste seines Schwiegersohns Richard Wagner und paraphrasierte dessen unsterbliche Opernmelodien. Andererseits wagte er sich selbst, vor allem in seinen späten Schaffensjahren, auf bis dato unerhörtes klangliches Terrain. Welches „Terra incognita“ der kosmopolitische Komponist Liszt hier erkundete, macht Bloch im Eröffnungskonzert hörbar. So interpretiert er unter anderem die berühmten Ungarischen Rhapsodien Nr. 10, 11 und 12, zwei Liedparaphrasen nach Franz Schubert („Ave Maria“, „Gretchen am Spinnrade“) und Teile aus den Liszt’schen Etüden „Trois Ètudes de Concert“, „Ètudes d’execution transcendante“ und „Grandes Ètudes de Paganini“. Es folgen Klavierbearbeitungen von Auszügen aus der Wagner-Oper „Der fliegende Holländer“ sowie die funkelnden großen Konzertetüden „Waldesrauschen“ und „Gnomenreigen“.

Internationaler Franz Liszt Klavierwettbewerb Weimar – Bayreuth
Der vor 20 Jahren von der Weimarer Musikhochschule ins Leben gerufene Internationale Franz Liszt Klavierwettbewerb wird maßgeblich vom Freistaat Thüringen, von der Stadt Bayreuth und der Oberfrankenstiftung finanziert. Unterstützung leisten auch die Neue Liszt Stiftung Weimar und die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne Bayreuth. Künstlerischer Leiter ist Professor Rolf-Dieter Arens.