Stadt Bayreuth

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11.04.2011

Franz Liszts “Graner Messe” in Weimar, Bayreuth und Luzern

Am 12. April, um 20 Uhr, in der Bayreuther Stadthalle

Der Kammerchor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Foto: Guido WernerDas Franz Liszt–Jubiläumsjahr macht’s möglich: Die „Missa solennis zur Einweihung der Basilika in Gran“, die so genannte „Graner Messe“ Franz Liszts, erklingt am Dienstag, 12. April, um 20 Uhr, in der Stadthalle Bayreuth.

Einen Tag zuvor wird das Werk in Weimar aufgeführt. Eine weitere Aufführung ist zudem am 15. April in der Luzerner Jesuitenkirche vorgesehen. Die Mitwirkenden dieses Freundschaftskonzertes sind neben vier Gesangssolisten der Akademiechor der Hochschule Luzern – Musik, der Projektchor der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth sowie der Kammerchor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Es spielt das Sinfonieorchester der Weimarer Musikhochschule, die Gesamtleitung hat der Weimarer Dirigierprofessor Nicolás Pasquet.

Als Solisten des Konzerts wirken Barbara Locher (Sopran), Caroline Vitale (Alt), Hans-Jürg Rickenbacher (Tenor) und Peter Brechbühler (Bass) mit.

„Aus wahrhaft inbrünstigem Herzens-Glauben“ hat Franz Liszt seine „Graner Messe“ komponiert, wie er 1855 in einem Brief an Richard Wagner versicherte. Doch bereits im Vorfeld der Eröffnungsfeierlichkeiten der Basilika in der ungarischen Bischofsstadt Gran (Esztergom) hätten Proteste die Uraufführung der Messe fast verhindern können. Liszts Musik sei unangebracht, eine „auf Kosten der Musica Sacra geschriebene ‚Musik der Zukunft‘“, lautete der Vorwurf. Doch Liszt ließ sich nicht beirren: Nach seiner bereits 1834 postulierten programmatischen Forderung sollte die neue Kirchenmusik „weihevoll, stark und wirksam“ sein, „zugleich dramatisch und heilig, prachtentfaltend und einfach, feierlich und ernst, feurig und ungezügelt, stürmisch und ruhevoll, klar und innig“. Und so ist auch die „Graner Messe“ mit viel feierlichem Pathos angereichert, ihre weitgefächerte Klanglichkeit erinnert an die terrassenförmige Staffelung und schwellende Dynamik großer romantischer Orgeln.